We­der wahr noch klar

Schwaebische Zeitung (Alb-Donau) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Sa­bi­ne Lenn­artz s.lenn­artz@schwa­ebi­sche.de

Ei­nen Tag der Wahr­heit und Klar­heit hat­te sich der Grü­ne Hans-Chris­ti­an Strö­be­le zum Ab­schluss ge­wünscht. Doch klar ist seit dem ers­ten Tag des NSA-Aus­schus­ses nur, dass nichts klar ist – auch nicht, was wahr ist und was nicht. Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel hat­te vor vier Jah­ren, gleich nach­dem be­kannt ge­wor­den war, dass die NSA ihr Han­dy ab­hört, na­iv ver­kün­det, dass Ab­hö­ren un­ter Freun­den gar nicht ge­he. Dann kam die pein­li­che Über­ra­schung: Auch der BND spio­niert Freun­de aus. Das wuss­ten vie­le Men­schen in Deutsch­land nicht. Mer­kel aber hät­te es wis­sen müs­sen, denn im Kanz­ler­amt sitzt die Kon­trol­le des BND. Bei je­dem Mi­nis­ter heißt es: Ent­we­der er weiß, was in sei­nem Haus los ist, oder aber er muss zu­rück­tre­ten. Mer­kel fin­det of­fen­bar, dass sie nicht al­les wis­sen muss. Das ist schlecht.

Und als ob die ers­te Un­wahr­heit nicht ge­nug ge­we­sen wä­re, folg­te die zwei­te. Man wer­de so­fort ein No-Spy-Ab­kom­men mit den USA ab­schlie­ßen, ver­kün­de­te da­mals die Bun­des­re­gie­rung. Al­lein, die USA dach­ten über­haupt nicht dar­an und hat­ten auch nie ei­ne ent­spre­chen­de Zu­sa­ge ge­ge­ben, wie sich her­aus­stell­te. So en­det der Aus­schuss, wie er an­ge­fan­gen hat: mit Un­ge­reimt­hei­ten und der Er­kennt­nis, dass Ge­heim­diens­te ein weit­ge­hend un­kon­trol­lier­tes Ei­gen­le­ben füh­ren.

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