Mein La­bel­lo, das La­ser­schwert

Schwaebische Zeitung (Alb-Donau) - - PANORAMA - (GEM)

„Wenn ei­ner ei­ne Rei­se tut, dann kann er was er­le­ben ...“– manch­mal al­ler­dings auch Sa­chen, die man nicht für mög­lich ge­hal­ten hät­te. Vo­ri­ge Wo­che war ich mit mei­ner Frau für ein paar Ta­ge in Köln. Ne­ben an­de­ren Pro­gramm­punk­ten hat­te ich uns - ei­ner kind­li­chen Lie­be zum Eu­ro­vi­si­on Song Con­test fol­gend – auch Ti­ckets für den deut­schen Vor­ent­scheid be­sorgt, der dort abends in ei­nem gro­ßen Fern­seh­stu­dio statt­fand. Am Ein­gang über­kam mich al­ler­dings der Ein­druck, als hät­te ich mich für den G7-Gip­fel an­ge­mel­det. „Aus Si­cher­heits­grün­den ist le­dig­lich das Mit­füh­ren ei­ner Brief­ta­sche ge­stat­tet“, stand dort auf gro­ßen Schil­dern. „Tritt Do­nald Trump heu­te als Pau­sen­clown auf oder war­um ma­chen die so ei­nen Zir­kus?“, frag­te ich mei­ne Frau noch im Spaß. Vor dem Be­tre­ten des Stu­di­os be­wie­sen uns die Se­cu­ri­tys, wie ernst sie es mein­ten. Der Lip­pen­stift mei­ner Frau, mein La­bel­lo, ja so­gar die Pa­pier­ta­schen­tü­cher ei­nes nach­fol­gen­den Be­su­chers lan­de­ten in ei­nem gro­ßen Müll­ei­mer. Ver­mut­lich al­les ge­fähr­li­che Ge­gen­stän­de, mit de­nen wir den Nach­wuchs­sän­gern ei­nen gro­ßen Schre­cken hät­ten ein­ja­gen kön­nen. Le­dig­lich ei­ne Be­kann­te äu­ßer­te spä­ter via Face­book ihr Ver­ständ­nis für die­se har­ten Si­cher­heits­vor­keh­run­gen. „Ein La­bel­lo ist doch ein klei­nes La­ser­schwert“, schrieb sie. Stimmt, so hab’ ich das noch gar nicht be­trach­tet.

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