Bay­ern schlägt Le­ver­ku­sen

Bay­ern München siegt zum Rück­run­den­auf­takt 3:1 (1:0) bei Bay­er – Ri­bé­ry trifft er­neut

Schwaebische Zeitung (Biberach) - - ERSTE SEITE -

LE­VER­KU­SEN (dpa) - Ta­bel­len­füh­rer Bay­ern München hat zum Auf­takt der Rück­run­de ge­gen Bay­er Le­ver­ku­sen ge­won­nen. Die Mann­schaft von Trai­ner Jupp Heynckes be­zwang am Frei­tag­abend den Gast­ge­ber mit 3:1 (1:0). Die To­re er­ziel­ten Ja­vi Mar­ti­nez (32.), Franck Ri­be­ry (59.), Ke­vin Vol­land (71.) für Le­ver­ku­sen und Ja­mes Ro­d­ri­guez (90.+1).

LE­VER­KU­SEN (SID/fil) - Fünf Jah­re lang hat­te der FC Bay­ern München in Le­ver­ku­sen nicht mehr ge­win­nen kön­nen. Doch nun ist auch die­se Bas­ti­on ge­fal­len. Zum Rück­run­den­auf­takt der Bun­des­li­ga ha­ben die Bay­ern ein Aus­ru­fe­zei­chen ge­setzt. Der Re­kord­meis­ter setz­te sich auch oh­ne sei­nen an­ge­schla­ge­nen Tor­jä­ger Ro­bert Le­wan­dow­ski im Spit­zen­spiel beim Ta­bel­len­vier­ten ins­ge­samt ver­dient mit 3:1 (1:0) durch und bau­te sei­nen im­po­san­ten Vor­sprung an der Ta­bel­len­spit­ze zu­nächst auf 14 Punk­te aus.

Die Tref­fer für die Bay­ern an der frü­he­ren Wir­kungs­stät­te ih­res Trai­ners Jupp Heynckes er­ziel­ten Ja­vi Mar­tí­nez (32.), Franck Ri­bé­ry (59.) und Ja­mes mit ei­nem di­rekt ver­wan­del­ten Frei­stoß (90.+1). Le­ver­ku­sen konn­te durch den zehn­ten Sai­son­tref­fer von Ke­vin Vol­land (71.) le­dig­lich noch ver­kür­zen. Le­ver­ku­sen kas­sier­te so­mit nach zu­vor 14 un­ge­schla­ge­nen Pflicht­spie­lern mal wie­der ei­ne Nie­der­la­ge.

Wa­gner zu­nächst auf der Bank

Heynckes hat­te in sei­ner Start­elf über­ra­schend auf Rück­keh­rer San­dro Wa­gner ver­zich­tet, der als Er­satz für Le­wan­dow­ski in der ers­ten Elf er­war­tet wor­den war. Erst in der 78. Mi­nu­te wur­de der Na­tio­nal­stür­mer ein­ge­wech­selt. „Der Trai­ner hat es mir ges­tern ge­sagt, dass ich nicht von An­fang an spie­len wür­de. Kein Pro­blem für mich. Wir ha­ben ge­won­nen, so ei­nen Ein­stand wünscht man sich doch“. sag­te Wa­gner im ZDF.

Das Spiel war zu­ächst of­fen ge­we­sen. Le­ver­ku­sen agier­te mu­tig, Bay­ern such­te die Kon­trol­le. Der frü­he­re Le­ver­ku­se­ner Ar­turo Vi­dal prüf­te in der 16. Mi­nu­te Na­tio­nal­tor­wart Bernd Le­no, ehe 60 Se­kun­den spä­ter Do­mi­nik Kohr auf der an­de­ren Sei­te nur knapp das Ziel ver­fehl­te.

Im An­schluss an ei­ne Ecke kam dann in der 32. Mi­nu­te Mar­tí­nez nach ei­nem wuch­ti­gen Schuss im Straf­raum zu sei­nem ers­ten Sai­son­tref­fer. Die Vor­ar­beit war per Kopf von Ar­turo Vi­dal ge­kom­men.

In der zwei­ten Halb­zeit spiel­te dann Ja­mes auf den frei im Raum ste­hen­den Franck Ri­bé­ry, der nahm Tem­po auf, drib­bel­te in den Straf­raum, ein klei­ner Schlen­ker, ein Schuss – ein Tor. Das 2:0 durch den Mann, der ja es ja selbst er­staun­lich re­spek­ti­ve „un­glaub­lich“fin­det, wie gut er spie­len kön­ne, wenn er fit ist.

In Le­ver­ku­sen rann­te sich Ri­bé­ry frei­lich oft fest in der geg­ne­ri­schen Ab­wehr, auch ein fit­ter bei­na­he 34 Jah­re al­ter Dribb­ler bleibt eben ein bei­na­he 34 Jah­re al­ter Dribb­ler, des­sen Kör­per mit ei­ni­gen Ver­let­zun­gen klar­kom­men muss­te. Doch auch wenn Ri­bé­ry ein we­nig von sei­ner Sprit­zig- und Leicht­fü­ßig­keit ver­lo­ren hat, für die ge­nia­len Mo­men­te im Spiel ist der dienst­äl­tes­te Bay­er noch im­mer gut. Ob das für ei­ne Wei­ter­be­schäf­ti­gung über den Som­mer reicht, wird sich zei­gen. Ri­bé­ry je­den­falls lie­fert Ar­gu­men­te, fuß­bal­le­ri­scher und ver­ba­ler Na­tur. Beim Tor­ju­bel zeig­te er ve­he­ment auf sich.

Um so wich­tig­ter war Ri­bé­rys Ge­nie­streich, weil Le­ver­ku­sen auch nach dem 0:2 am Drü­cker blieb. 20 Mi­nu­ten vor Schluss schaff­te Ke­vin Vol­land, zu­vor schon ei­ni­ge Ma­le glück­los, sein Tor. Es war ein ty­pi­sches Tor des bul­li­gen All­gäu­ers: Ein we­nig durch die Ab­wehr­rei­he tan­ken, wuch­tig ab­schlie­ßen, ei­nen Geg­ner als Ban­de be­nut­zen, tref­fen.

Nach dem An­schluss­tref­fer wur­de Le­ver­ku­sen noch stär­ker, der Werks­club hat­te sich ir­gend­wie in die Par­tie zu­rück­ge­wühlt. Ähn­lich wie im Hin­spiel, als die Münch­ner, die da so­gar schon 3:0 ge­führt hat­ten, in der Schluss­pha­se be­denk­lich schwank­ten, die Par­tie schließ­lich aber 3:1 nach Hau­se brach­ten.

Auch am Frei­tag ge­wann Bay­ern am En­de 3:1. Doch der FC Bay­ern im Ja­nu­ar 2018 ist ein an­de­rer als je­ner im Au­gust 2017. Die Bay­ern sind, be­dingt durch ei­nen Trai­ner­wech­sel, ih­rer Sie­ges­se­rie und wo­mög­lich auch der kur­zen, aber ef­fek­tiv ge­nutz­ten Win­ter­pau­se, mitt­ler­wei­le su­per­sta­bil. Vier, vi­el­leicht fünf Mi­nu­ten hat­te man nach dem 1:2 das Ge­fühl, dass da noch was ge­hen könn­te für Le­ver­ku­sen, da­nach be­müh­ten sich die Münch­ner um mehr Ball­be­sitz und spiel­ten das Ding recht ru­hig run­ter. Bis Ja­mes Ro­d­ri­gues mit Be­ginn der Nach­spiel­zeit be­schloss, ei­nen Frei­stoß di­rekt prä­zi­se aus­zu­füh­ren, dass dar­aus ein­fach das wun­der­schö­ne – und von den Bos­sen auf der Tri­bü­ne un­ge­wöhn­lich stark um­ju­bel­te – 3:1 fol­gen muss­te.

Le­ver­ku­sen: Le­no - Tah, Sven Ben­der, Wen­dell - Bel­la­ra­bi (59. Hen­richs), Kohr (64. Ala­rio), Lars Ben­der, Bai­ley - Brandt (77. Meh­me­di), Ha­vertz - Vol­land. – München: Ul­reich - Ra­fin­ha, Boateng, Sü­le, Ala­ba - Mar­tí­nez - Rob­ben (65. Co­man), Ja­mes, Vi­dal, Ri­bé­ry (78. Wa­gner) - Mül­ler (90.+2 To­lis­so). – To­re: 0:1 Mar­tí­nez (32.), 0:2 Ri­bé­ry (59.), 1:2 Vol­land (70.), 1:3 Ja­mes (90.+1). – Zu­schau­er: 30 210 (aus­ver­kauft).

FO­TO: IMA­GO

Franck Ri­bé­ry (li.) lie­fer­te auch beim 3:1 in Le­ver­ku­sen Ar­gu­men­te für ei­ne Wei­ter­be­schäf­ti­gung.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.