Reichs­tag oder Bun­des­tag?

Schwaebische Zeitung (Ehingen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

Wenn in der Zei­tung steht, dass ein be­stimm­ter Ab­ge­ord­ne­ter im Bun­des­tag sitzt, ist das rich­tig. Wenn der Ab­ge­ord­ne­te sagt, dass er zur Ar­beit in den Reichs­tag geht, stimmt das auch. Um zu ver­ste­hen, war­um der Reichs­tag Bun­des­tag heißt oder um­ge­kehrt, muss man in die deut­sche Ge­schich­te schau­en. Der Bun­des­tag wird auch Reichs­tag ge­nannt, weil das Ge­bäu­de mal so hieß.

Es wur­de schon vor rund 120 Jah­ren ge­baut, zu ei­ner Zeit, in der Deutsch­land ein Kai­ser­reich war. In ihm wur­de nach dem Ers­ten Welt­krieg am 9. No­vem­ber 1918 vom SPD­Po­li­ti­ker Phil­ipp Schei­de­mann die ers­te Re­pu­blik in Deutsch­land aus­ge­ru­fen. In die­sem Ge­bäu­de wur­de die deut­sche De­mo­kra­tie wäh­rend der Zeit des Na­ti­onal­so­zia­lis­mus’ aber auch ver­spielt.

Der Zwei­te Welt­krieg en­de­te für Deutsch­land mit der Er­stür­mung des Reichs­tags durch so­wje­ti­sche Sol­da­ten. Die Ber­li­ner Mau­er, die fast 30 Jah­re lang die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und die DDR ge­trennt hat, führ­te an dem Reichs­tag vor­bei. Die Wie­der­ver­ei­ni­gung der deut­schen Staa­ten in der Nacht auf den 3. Ok­to­ber 1990 wur­de auch am Reichs­tag ge­fei­ert. (sz)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.