Schnel­les In­ter­net bis 2020

Land­rat Schef­fold un­ter­zeich­net Ver­trag mit der Ne­tCom BW.

Schwaebische Zeitung (Ehingen) - - ERSTE SEITE - Von Lud­ger Möl­lers

ULM - Der Breit­band­aus­bau im Al­bDo­nau-Kreis kommt vor­an: Vor Weih­nach­ten sol­len die Or­te Oberstadion, Mun­der­kin­gen, Ehin­genKir­chen und Lon­see an das Back­bone-Netz an­ge­schlos­sen sein. Im Ver­wal­tungs­ver­band Lan­ge­nau gibt es be­reits Breit­band­an­schlüs­se. Bis zum Jahr 2020 sol­len dann die 37 wei­te­ren Kom­mu­nen über leis­tungs­fä­hi­ge In­ter­net-Ver­bin­dun­gen ver­fü­gen kön­nen. Be­trei­ber ist die Fir­ma Ne­tCom BW aus Ell­wan­gen. Der Ver­trag da­zu ist am Don­ners­tag un­ter­schrie­ben wor­den. Das Netz wer­de spä­ter auch die Si­gna­le auf­neh­men und wei­ter­ge­ben, die für das Au­to­no­me Fah­ren not­wen­dig sind, hieß es am Ran­de der Ver­trags­un­ter­zeich­nung.

Ei­gent­lich steht der Alb-Do­nauK­reis im bun­des- und lan­des­wei­ten Ver­gleich nicht schlecht da, sag­te Land­rat Hei­ner Schef­fold am Don­ners­tag. Bei Über­tra­gungs­ra­ten von mehr als 50 Me­ga­bit je Se­kun­de, die not­wen­dig sind, um bei­spiels­wei­se Vi­de­os aus dem Netz mög­lichst ru­ckel­frei an­zu­se­hen oder pro­fes­sio­nel­le IT-An­wen­dun­gen von Ser­vern zu nut­zen, lag der Süd­wes­ten un­ter den Flä­chen­län­dern zu­letzt auf Platz drei hin­ter Nord­rhein-West­fa­len und Schles­wig-Hol­stein. Doch die üb­rig ge­blie­be­nen „wei­ßen Fle­cken“zu schlie­ßen, die nicht nur in schwer zu­gäng­li­chen Re­gio­nen, son­dern auch in Ge­wer­be­ge­bie­ten an Rän­dern von Städ­ten und Ge­mein­den lie­gen, wird im­mer schwie­ri­ger. Wenn ein­mal ein so­ge­nann­tes Back­bone-Netz mit Glas­fa­ser in ei­nem Kreis lie­ge, ma­che das es den Ge­mein­den ein­fa­cher, sich dort an­zu­schlie­ßen, so die Lo­gik. In­zwi­schen pla­nen dem zu­stän­di­gen Mi­nis­te­ri­um für Länd­li­chen Raum zu­fol­ge drei Vier­tel der ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Land­krei­se schnel­le Net­ze mit fi­nan­zi­el­ler Un­ter­stüt­zung des Lan­des.

Land­rat: „Markt­ver­sa­gen“der Pri­vat­an­bie­ter

Im Alb-Do­nau-Kreis hat­te sich kein Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men ge­fun­den, das die Ver­sor­gung im länd­li­chen Raum ge­währ­leis­tet: „Markt­ver­sa­gen“, kon­sta­tier­te Schef­fold. Die von Fir­men fa­vo­ri­sier­ten Glas­fa­ser­lei­tun­gen sei­en be­son­ders teu­er, da sie in der Re­gel neu in der Er­de ver­legt wer­den müs­sen. Al­so hät­ten die Ge­mein­den im Rah­men der kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tung han­deln kön­nen – und müs­sen. Der Kom­mu­na­le Ver­bund Komm.Pakt Net be­kam den Zu­schlag für den Aus­bau, baut die 480 Ki­lo­me­ter in 54 Städ­ten und Ge­mein­den im Alb-Do­nau-Kreis: „Ei­ne sol­che Aus­schrei­bung für ein gro­ßes Netz geht nur über ei­nen Ver­bund wie Komm.Pakt.Net. Ein­zel­ne Ge­mein­den hät­ten die­ses Er­geb­nis nicht er­rei­chen kön­nen“, sag­te Schef­fold. Dar­an zei­ge sich ein­mal mehr die Rich­tig­keit der Grün­dung des Kom­mu­na­len Ver­bun­des Komm.Pakt.Net für den Breit­band­aus­bau ge­ra­de im länd­li­chen Raum. Ihm ge­hö­ren über 200 Kom­mu­nen in acht Land­krei­sen an.

Die Ne­tCom BW Gm­bH be­treibt das Netz, das 2020 in vol­lem Be­trieb sein soll. Mit über 10 000 Ki­lo­me­tern ist das Ne­tCom BW-Netz ei­nes der größ­ten Back­bone-Net­ze in Ba­denWürt­tem­berg. In ins­ge­samt 250 Städ­ten und Ge­mein­den, dar­un­ter auch Kom­mu­nen im Ost­alb­kreis und im Land­kreis Bi­be­rach so­wie, für Pri­vat­kun­den, im Ge­biet des Ver­wal­tungs­ver­bands Lan­ge­nau, en­ga­giert sich Ne­tCom BW.

Land­rat Schef­fold: „Ne­tCom BW bie­tet für den End­kun­den sehr gu­te Kon­di­tio­nen zu ab­so­lut markt­üb­li­chen Prei­sen. Da­mit ha­ben Un­ter­neh­men, Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und auch Ver­wal­tun­gen nun Si­cher­heit bei der Ver­sor­gung mit schnel­lem In­ter­net und bei den Haus­an­schlüs­sen. Für uns ist das ein Mei­len­stein beim An­schluss von Ge­bie­ten im Alb-Do­nau-Kreis an die Da­ten­au­to­bahn, die vom frei­en Markt bis­her nur im Post­kut­schen­tem­po be­dient wur­den“, sag­te der Land­rat. Er hof­fe, dass mög­lichst al­le An­lie­ger nun von der Mög­lich­keit Ge­brauch ma­chen und sich ei­nen Haus­an­schluss le­gen las­sen: „Schnel­les In­ter­net stei­gert auch den Wert des Hau­ses.“

Te­le­fo­nie, Fern­se­hen, In­ter­net: Das sind die An­wen­dun­gen, die heu­te schon über Glas­fa­ser­netz be­trie­ben wer­den. Doch da­bei wird es nicht blei­ben: Das Back­bone-Netz eb­ne den Weg zum au­to­no­men Fah­ren, be­stä­tig­te Ne­tComBW-Ge­schäfts­füh­rer Bern­hard Palm. Sen­so­ren und An­ten­nen könn­ten, er­gänzt durch Mo­bil­funk­mas­ten, Da­ten und Si­gna­le in au­to­nom fah­ren­de Au­tos – und zu­rück – trans­por­tie­ren. Auf die­se Wei­se sor­gen sie da­für, dass Ob­jek­te im­mer „in­tel­li­gen­ter und ver­netz­ter“wer­den. Bis das ers­te au­to­nom fah­ren­de Au­to un­ter­wegs sei, wer­de es noch ei­ni­ge Zeit dau­ern, sag­te Palm: „Aber es wird kom­men.“

FO­TO: LUD­GER MÖL­LERS

FO­TO: LUD­GER MÖL­LERS

Ne­tComBW-Ge­schäfts­füh­rer Bern­hard Palm, Land­rat Hei­ner Schef­fold und Komm.Pakt.Net-Vor­stand Jens Schil­ling (von links) ha­ben am Don­ners­tag den Ver­trag über den Be­trieb des Back­bone-Net­zes für schnel­les In­ter­net im Alb-Do­nau-Kreis un­ter­zeich­net.

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