Ira­ki­scher Kur­den­füh­rer Bar­sa­ni tritt zu­rück

Schwaebische Zeitung (Friedrichshafen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

ER­BIL (AFP) - Der Prä­si­dent der au­to­no­men Kur­den­re­gi­on im Nord­irak, Mas­sud Bar­sa­ni, hat sei­nen Rück­tritt er­klärt. Er ge­be sein Amt zum 1. No­vem­ber ab, er­klär­te der 71-Jäh­ri­ge in ei­nem am Sonn­tag vor dem Re­gio­nal­par­la­ment ver­le­se­nen Brief. Bar­sa­ni hat­te trotz in­ter­ner Wi­der­stän­de die Kur­den am 25. Sep­tem­ber über die Un­ab­hän­gig­keit ab­stim­men las­sen. Zwar vo­tier­ten die Kur­den prak­tisch ge­schlos­sen für die Ab­spal­tung von Bagdad, doch star­te­te die ira­ki­sche Zen­tral­re­gie­rung dar­auf­hin ei­ne Mi­li­tär­of­fen­si­ve, bei der sie den Kur­den prak­tisch al­le Ge­bie­te au­ßer­halb der Au­to­no­mie­re­gi­on ab­nahm.

Ins­be­son­de­re der Ver­lust der Re­gi­on Kir­kuk mit ih­ren gro­ßen Öl­fel­dern ist ein schwe­rer Schlag für die Kur­den. Das De­ba­kel hat die be­ste­hen­den Span­nun­gen zwi­schen den gro­ßen Kur­den­par­tei­en PUK und DPK wei­ter ver­schärft. Ur­sprüng­lich soll­ten am 1. No­vem­ber gleich­zei­tig Prä­si­dent­schafts- und Par­la­ments­wah­len statt­fin­den. Bar­sa­nis Man­dat als Prä­si­dent en­de­te ei­gent­lich be­reits 2013. Das Par­la­ment hat­te es zwei­mal ver­län­gert.

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