„Es gibt vie­le selbst­be­wuss­te Tür­kin­nen“

War­um Ece Yü­zük aus Fried­richs­ha­fen „Miss Tur­kuaz“wer­den will

Schwaebische Zeitung (Friedrichshafen) - - FRIEDRICHSHAFEN -

FRIED­RICHS­HA­FEN (ehk) - Der Wett­be­werb „Miss Tur­kuaz“sucht am 4. No­vem­ber in Marl die schöns­te Frau tür­ki­scher Her­kunft Deutsch­lands und Eu­ro­pas. In die­sem Jahr ist mit der Abitu­ri­en­tin Ece Yü­zük ei­ne Häf­le­rin mit am Start. Heinz Kel­vin Es­ser hat mit der 19jäh­ri­gen Abitu­ri­en­tin über den Wett­be­werb ge­spro­chen.

Frau Yü­zek, war­um neh­men Sie am Schön­heits­wett­be­werb „Miss Tur­kuaz“teil?

Ich in­ter­es­sie­re mich schon seit lan­gem für den Wett­be­werb. Aber erst seit die­sem Jahr kann ich dar­an teil­neh­men, da sich nur Voll­jäh­ri­ge für die Ver­an­stal­tung be­wer­ben kön­nen. Ich fin­de es auch schön, auch mal et­was an­de­res zu ma­chen. Au­ßer­dem glau­be ich, dass es sehr vie­le jun­ge und selbst­be­wuss­te Tür­kin­nen gibt, die in Deutsch­land le­ben. Und dar­auf wol­len ich und auch die an­de­ren Kan­di­da­tin­nen hin­wei­sen. Als jun­ge Da­me mit tür­ki­scher Ab­stam­mung will ich mich nicht nur mit mei­nem Äu­ße­ren, son­dern auch mit mei­ner in­ne­ren Schön­heit und mei­nem star­ken Cha­rak­ter be­wei­sen.

Wer macht al­les mit und was pas­siert noch bis zum Fi­na­le am 4. No­vem­ber in Marl?

Die 20 Fi­na­lis­tin­nen, die sich bei den Cas­tings für den Schön­heits­wett­be­werb durch­ge­setzt ha­ben, stam­men aus ganz Eu­ro­pa. Ne­ben Frau­en aus ganz Deutsch­land wer­den auch Kan­di­da­tin­nen aus den Nie­der­lan­den, aus Bel­gi­en und der Schweiz in Marl an­tre­ten. Al­le Frau­en müs­sen zwi- schen 18 und 26 Jah­ren alt sein, le­dig und min­des­tens ein tür­kisch-stäm­mi­ges El­tern­teil ha­ben. Un­ter den Fi­na­lis­tin­nen gibt es zum Bei­spiel auch ei­ne Frau­en mit je­weils in­di­schem oder ru­mä­ni­schem El­tern­teil. Be­vor es aber ins Fi­na­le geht, müs­sen die Teil­neh­me­rin­nen noch in ei­nem Camp in Gel­sen­kir­chen mit­ein­an­der wett­ei­fern. Das Camp dau­ert et­wa ei­ne Wo­che, seit 29. Ok­to­ber bis 3. No­vem­ber.

Von wem er­hal­ten Sie Un­ter­stüt­zung?

Un­ter­stüt­zung er­hal­te ich von mei­ner gan­zen Fa­mi­lie, mit der ich schon vor der Be­wer­bung über die Teil­nah­me am Wett­be­werb ge­spro­chen ha­be. Mei­ne Fa­mi­lie ist mir sehr wich­tig.

Füh­len Sie sich als Deutsch-Tür­kin wohl in Deutsch­land und sind Sie hier je­mals dis­kri­mi­niert wor­den?

Ich füh­le mich sehr wohl in Deutsch­land. Dis­kri­mi­nie­run­gen we­gen mei­ner tür­ki­schen Her­kunft ha­be ich zum Glück noch nicht er­fah­ren müs­sen. Ich bin in Fried­richs­ha­fen ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen und ma­che die­ses Jahr mein Abitur an der Bo­den­see­schu­le St. Martin. Hier in der Stadt ha­be ich ei­nen gro­ßen Freun­des­kreis aus deut­schen und tür­kisch-stäm­mi­gen Freun­den.

Was ist das be­son­de­re an dem „Miss Tur­kuaz“-Wett­be­werb?

Der Wett­be­werb, der seit 2011 ver­an­stal­tet wird, ver­steht sich nicht nur als Ver­an­stal­tung, die über die Schön­heit der Kan­di­da­tin­nen ein Ur­teil fäl­len will. Für die Wett­be­werbs­rich­ter zählt auch der Cha­rak­ter und die Per­sön­lich­keit der An­wär­te­rin­nen. Auch das The­ma In­te­gra­ti­on spielt ei­ne Rol­le. Für das Cas­ting muss­te ich ein 30 Se­kun­den lan­ges Vi­deo zu Fra­gen der In­te­gra­ti­on ma­chen. Mir ist In­te­gra­ti­on sehr wich­tig, da sie für mich Zu­sam­men­halt be­deu­tet.

FO­TO: PR

Ece Yü­zük.

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