Es bleibt die Trau­er

Schwaebische Zeitung (Leutkirch / Isny / Bad Wurzach) - - LEUTKIRCH - FO­TOS: SCHWEIGERT/JAUSS

LEUT­KIRCH (jau) - Vor hun­dert Jah­ren ist der Ers­te Welt­krieg zu En­de ge­gan­gen. Der am 11. No­vem­ber 1918 im fran­zö­si­schen Com­pièg­ne ge­schlos­se­ne Waf­fen­still­stand be­sie­gel­te die Nie­der­la­ge des Deut­schen Reichs. Vier Jah­re war ge­kämpft wor­den. Welt­weit ka­men rund neun Mil­lio­nen Sol­da­ten und mehr als sechs Mil­lio­nen Zi­vi­lis­ten um. Selbst Or­te, die weit­ab der Fron­ten la­gen, wur­den durch die im­men­sen Ver­lus­te haut­nah in den Krieg hin­ein­ge­zo­gen. Dies gilt für Leut­kirchs fran­zö­si­sche Part­ner­städ­te Béda­rieux, Hé­ré­pian und La­ma­lou-les-Bains eben­so wie für Leut­kirch sel­ber. Nach dem Krieg ent­stan­den in den Or­ten Denk­mä­ler für die Ge­fal­le­nen. Die Lis­ten der To­ten aus den ei­ge­nen Ge­mein­den wa­ren lang. Wo­bei das Ge­den­ken an den Ers­ten Welt­krieg in Frank­reich ei­nen hö­he­ren Stel­len­wert hat als in Deutsch­land. 1914 bis 1918 gilt beim links­rhei­ni­schen Nach­barn nach wie vor als der „Gro­ße Krieg“. In Deutsch­land wie­der­um hieß der Kon­flikt nach sei­nem En­de bis auf Wei­te­res ein­fach „Welt­krieg“. Als es dann von 1939 bis 1945 den nächs­ten Welt­krieg gab, wur­de durch­num­me­riert. Der Zwei­te Welt­krieg über­la­gert aber bei der hie­si­gen Er­in­ne­rung we­gen sei­nes Aus­ma­ßes und des deut­schen Völ­ker­mor­des den Ers­ten Welt­krieg weit­ge­hend.

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