Tier­schüt­zer wol­len streu­nen­de Kat­zen kas­trie­ren

Tier­schutz­ver­ein Mark­dorf hilft seit 25 Jah­ren her­ren­lo­sen Tie­re

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf/Bermatingen - Von Mar­le­ne Gempp

- Her­ren­lo­sen und streu­nen­den Kat­zen möch­te der Tier­schutz­ver­ein Mark­dorf mit ei­ner ge­ziel­ten Ak­ti­on hel­fen: ein­fan­gen, tier­ärzt­lich be­han­deln und kas­trie­ren. „Das ist die ein­zi­ge wirk­lich nach­weis­ba­re Me­tho­de um die Ver­brei­tung streu­nen­der Kat­zen in den Griff zu be­kom­men“, sagt Sa­bi­ne Clauß vom Tier­schutz­ver­ein Mark­dorf. Um in Mark­dorf-Wan­gen et­wa zehn bis 35 Kat­zen ver­sor­gen zu kön­nen, möch­te der Ver­ein nun 2000 Eu­ro Spen­den über ei­ne Crowd­fun­ding-Platt­form sam­meln.

Den Kat­zen ge­he es meis­tens nicht gut, sie bräuch­ten tier­ärzt­li­che Be­hand­lung und sei­en schlecht er­nährt. Au­ßer­dem be­deu­te es für streu­nen­de Ka­ter und Kat­zen glei­cher­ma­ßen Stress sich mehr­mals im Jahr fort­zu­pflan­zen und sich dann um die Jun­gen küm­mern zu müs­sen. „Der All­tag deut­scher Stra­ßen­kat­zen ist al­les an­de­re als ein Le­ben in idyl­li­scher Frei­heit“, teilt der Tier­schutz­ver­ein auf der Sei­te des Crowd­fun­ding-Pro­jek­tes mit. Bei die­sem Kon­zept kön­nen sich vie­le Men­schen an der Fi­nan­zie­rung ei­nes Pro­jek­tes be­tei­li­gen. Das Sam­meln von Spen­den über Crowd­fun­ding hat meis­tens ein fes­tes Fi­nan­zie­rungs­ziel. So auch die Kastra­ti­ons-Ak­ti­on. Soll­ten die 2000 Eu­ro bis zum 19. Mai 2017 nicht zu­sam­men­kom­men, be­kommt je­der Spen­der sei­nen Be­trag zu­rück, si­chert der Tier­schutz­ver­ein zu. „Wir ver­su­chen zum ers­ten Mal Spen­den über Crowd­fun­ding zu er­hal­ten“, er­klärt Clauß.

Merk­li­che Ver­bes­se­rung

Pro Kat­ze wür­den et­wa 100 Eu­ro Kos­ten an­fal­len: „Ne­ben der Kastra­ti­on brau­chen die Kat­zen oft auch Imp­fun­gen oder Wurm­ku­ren“, sagt Clauß. Der Ein­satz der Tier­schüt­zer sei rein eh­ren­amt­lich, sie wür­den kein Geld für den zeit­li­chen Auf­wand der Kastra­ti­ons-Ak­ti­on er­hal­ten. Seit 25 Jah­ren küm­mert sich der Tier­schutz­ver­ein rund um Mark­dorf um her­ren­lo­se Kat­zen. Zu­letzt hät­ten sie am Höchs­ten und in Ill­wan­gen et­wa 30 Kat­zen ein­ge­fan­gen, me­di­zi­nisch be­han­delt und kas­trie­ren las­sen. Er­fol­ge sei­en auf je­den Fall dort zu er­ken­nen, wo der Ver­ein be­reits Kastra­ti­ons-Ak­tio­nen durch­ge­führt hat, sagt die Tier­schüt­ze­rin: „Vor al­lem auf Hö­fen, die wei­ter ab­ge­le­gen sind, merkt man gleich wie die Po­pu­la­ti­on von streu­nen­den Kat­zen deut­lich ab­nimmt.“

Nach­dem die Kat­zen ver­sorgt sind, wür­den sie an der­sel­ben Stel­le wie­der frei­ge­las­sen wer­den. Jun­ge Kat­zen, die noch ge­zähmt wer­den kön­nen, ver­sucht der Tier­schutz­ver­ein auch di­rekt zu ver­mit­teln. „Die äl­te­ren Kat­zen las­sen wir wie­der frei und ver­su­chen sie aus­rei­chend zu ver­sor­gen. Ent­we­der wir füt­tern sie oder wir un­ter­stüt­zen die Men­schen, die sich bis­her um die Streu­ner ge­küm­mert ha­ben“, sagt Clauß.

Der Ver­ein nutzt zum Ein­fan­gen der Streu­ner Le­bend­fal­len. Die Tie­re kom­men dann zu ei­nem Tier­arzt in der Re­gi­on. Dort wird das Tier un­ter­sucht, kas­triert, ent­wurmt und ge­kenn­zeich­net.

Das Crowd­fun­ding-Pro­jekt und wei­te­re In­for­ma­tio­nen zur Kastra­ti­on von streu­nen­den Kat­zen fin­den Sie un­ter www.volks­ban­ku­e­ber­lin­gen.vie­le-schaf­fen­mehr.de/kastra­ti­on.

FO­TO: AR­CHIV

Der Tier­schutz­ver­ein Mark­dorf bringt streu­nen­de Kat­zen zum Tier­arzt.

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