Lan­ge Nacht der Mu­sik be­währt sich als Tra­di­ti­on

Vom frü­hen Abend bis in den frü­hen Mor­gen er­klingt Mu­sik im Fal­len­brun­nen

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Kultur - Von Le­na Rei­ner

FRIED­RICHS­HA­FEN - Vor drei Jah­ren wur­de sie von Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Brand zur Tra­di­ti­on er­klärt, die­ses Jahr fand sie zum ach­ten Mal statt: die Lan­ge Nacht der Mu­sik, ver­an­stal­tet von Stu­die­ren­den der Zep­pe­lin-Uni­ver­si­tät Fried­richs­ha­fen auf dem Ge­län­de des Kul­tur­ver­eins Ca­ser­ne.

Al­les beim Al­ten und doch al­les an­ders. Gleich bleibt das Kon­zept: Auf meh­re­ren Büh­nen spie­len in kur­zen Ab­stän­den im­mer an­de­re Bands vom frü­hen Abend des 30. Aprils bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den des 1. Mai hin­ein. Neu ist die Plat­zie­rung der Büh­nen: Im In­nen­hof steht das klim­pern­de Glas­haus der „Blau­en Blu­me“als Frei­luft­büh­ne, das Atri­um ist we­gen Um­bau­ar­bei­ten ge­schlos­sen und auch das Stu­dio 17 ist die­ses Mal nicht Teil der Rou­te. Statt­des­sen be­schränkt sich das Ter­rain der Ver­an­stal­tung auf den Pro­duk­ti­ons­raum, das Ca­si­no, den In­nen­hof und das Ami­cus (ehe­ma­li­ges „Re­fu­gi­um“). Un­ge­wohnt früh be­ginnt das Pro­gramm: Be­reits kurz nach 16 Uhr er­klingt Mu­sik, wäh­rend die Be­su­cher sich in­zwi­schen an 17 Uhr als Start­zeit ge­wöhnt ha­ben. Den­noch – auch Dank des son­ni­gen Wet­ters – ist die Stim­mung gut und das Ge­län­de füllt sich rasch. Und auch sonst ver­läuft der Abend, wie es sich für die Lan­ge Nacht der Mu­sik ge­hört: Im flot­ten Wech­sel kann man sich durch sämt­li­che mu­si­ka­li­schen Gen­res hö­ren.

Uni­ver­si­täts­prä­si­den­tin Ins­ja Sjurts ist be­geis­tert von dem, was die Stu­den­ten hier auf die Bei­ne ge­stellt ha­ben, denn: „Die Zep­pe­lin-Uni­ver­si­tät, das ist nicht nur For­schung und Leh­re, das sind eben auch die­se Pro­jek­te.“Und Kul­tur­bür­ger­meis­ter Andre­as Kös­ter nimmt in sei­nem Gruß­wort gar die kürz­lich ge­äu­ßer­te Kri­tik zu­rück, dass die Stu­die­ren­den sich nichts aus Kul­tur mach­ten.

„Rich­tig toll“: Claus-Micha­el Haydt, Mit­grün­der des Kul­tur­hau­ses Ca­ser­ne, ist eben­falls be­geis­tert vom Ver­lauf des Abends und gra­tu­liert dem Or­ga­ni­sa­ti­ons­team per­sön­lich. „Ei­gent­lich soll­te man so et­was ein­mal im Mo­nat ma­chen und das gan­ze Ge­län­de bunt be­spie­len“, er­gänzt er.

„Ein­fach Os­kar“be­singt da­bei im In­nen­hof schei­tern­de Lie­be und er­klärt, dass er bei ei­ner Rei­se durch Süd­ame­ri­ka be­schlos­sen ha­be, Lie­der zu schrei­ben, die auch an­de­re hö­ren dür­fen. Doch ein Co­ver­song darf auch nicht feh­len, denn: „Das Lied spie­le ich, seit ich sechs Jah­re alt bin.“Sagt's und stimmt „Zu spät“von den Ärz­ten in ei­ner ei­ge­nen, fei­nen Akus­tik­ver­si­on an.

Ru­hi­ge Tö­ne im Ca­si­no

Im Ca­si­no geht es ru­hi­ger zu. Hier be­weist der Ver­ein „Ter­p­si­cho­re“, wie Mo­dern Dan­ce zu Kla­vier­be­glei­tung pas­sen kann, und lo­tet die Gren­zen zwi­schen Klas­sik und Mo­der­ne aus. Be­son­ders ru­hig geht es auch im Pro­duk­ti­ons­raum zu. And­rey Su­li­mov und Phil­ipp Hert­korn – bei­de Preis­trä­ger bei „Ju­gend mu­si­ziert“– la­den mit ih­rem Kla­ri­net­ten­spiel zum ge­nau­en Hin­hö­ren ein. Das „Ami­cus“hat sich pas­send zu den dort statt­fin­den­den Jazz­don­ners­ta­gen ganz dem The­ma Jazz und Blues ver­schrie­ben und füllt sich den Abend über mit so vie­len Zu­hö­rern, dass beim Auf­tritt der Luft­schiff­ka­pel­le man­che Zu­hö­rer gar nicht mehr in den In­nen­raum ge­lan­gen.

Auch im Ca­si­no ist die Stim­mung auf­ge­heizt. Es wird längst nicht mehr nur mit den Fü­ßen ge­wippt, es wird mit­ge­tanzt – und das vom Abend bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den. Freck­les­na­ke, In­die Boy, Jamhead, Ro­ger Reck­less und nicht zu­letzt ein bun­tes Lin­eup aus DJs sor­gen hier für bes­te Stim­mung und tanz­ba­re Klän­ge.

FO­TO: LE­NA REI­NER

Auch schon Teil der Tra­di­ti­on: Die „Fun­ky En­gi­neers“der be­nach­bar­ten DHBW ge­hö­ren fest zum Pro­gramm.

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