Ter­ror­ver­däch­ti­ger aus Sy­ri­en in Stutt­gart vor Ge­richt

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Wir Im Süden -

(lsw) - Ein we­gen Ter­ror­kampfs in Sy­ri­en Be­schul­dig­ter hat sich vor dem Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart als Op­fer dar­ge­stellt. In sei­ner Hei­mat soll er sich an Kampf­ein­sät­zen des alKai­da-Ab­le­gers Dsch­ab­hat al-Nus­ra be­tei­ligt ha­ben. Un­ter Zwang, wie sein An­walt am Di­ens­tag sag­te. Der 25-Jäh­ri­ge ha­be die ers­te Mög­lich­keit zur Flucht nach Eu­ro­pa ge­nutzt. Er ha­be sei­ne Hei­mat­stadt ge­gen die Ter­ror­mi­liz IS schüt­zen wol­len, sag­te der An­ge­klag­te.

Die An­kla­ge lau­tet un­ter an­de­rem auf Mit­glied­schaft in ei­ner aus­län­di­schen Ter­ror­ver­ei­ni­gung. In den Jah­ren 2013 und 2014 soll er auch an Kampf­ein­sät­zen be­tei­ligt ge­we­sen sein. Auch Ver­bre­chen nach dem Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz wer­den ihm vor­ge­wor­fen. Bei­de Ter­ror­ver­ei­ni­gun­gen kämp­fen ge­gen das sy­ri­sche Re­gime, aber auch ge­gen­ein­an­der, hieß es. Die Ter­ro­ris­ten der Dsch­ab­hat al-Nus­ra wer­den mit 1500 An­schlä­gen und 8700 To­ten in Ver­bin­dung ge­bracht.

Der Mann sitzt seit Sep­tem­ber in Un­ter­su­chungs­haft. Er war 2015 nach Deutsch­land ge­kom­men und hat­te Asyl be­an­tragt. Nach sei­ner Ver­haf­tung trat er in Hun­ger­streik, was er rück­bli­ckend als Feh­ler be­zeich­ne­te.

Das Ober­lan­des­ge­richt hat für das Ver­fah­ren zu­nächst 13 Ver­hand­lungs­ta­ge bis zum 20. Ju­li an­ge­setzt.

FO­TO: DPA

Der An­ge­klag­te vor dem Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart.

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