„Ge­mein­sam kön­nen wir es bes­ser ma­chen“

Tett­nang, Me­cken­beu­ren und Ober­teu­rin­gen zie­hen als Ener­gie- und Kli­mare­gi­on an ei­nem Strang

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Oberteuringen/immenstaad/meckenbeuren - Von Ro­land Weiß FO­TO: RWE

- Beim The­ma Kli­ma­schutz rü­cken die Ge­mein­den Me­cken­beu­ren und Ober­teu­rin­gen so­wie die Stadt Tett­nang en­ger zu­sam­men. Die drei Bür­ger­meis­ter ha­ben am Mitt­woch ei­ne ge­mein­sa­me Er­klä­rung zur Ener­gie- und Kli­mare­gi­on im Bo­den­see­kreis un­ter­zeich­net. Es ist der zwei­te Ver­bund die­ser Art in Süd­deutsch­land, hieß es. Nach und nach sol­len al­le sie­ben Kom­mu­nen, die im Re­gio­nal­werk ver­bun­den sind, die­sem Ver­bund bei­tre­ten.

Was kon­kret da­hin­ter­steckt, er­läu­ter­ten die Bür­ger­meis­ter Andre­as Schmid (Me­cken­beu­ren), Karl­Heinz Beck (Ober­teu­rin­gen) und Bru­no Wal­ter (Tett­nang) zu­sam­men mit Wal­ter Göp­pel und Chris­ti­na Gün­ther von der Ener­gie­agen­tur so­wie Ge­schäfts­füh­rer Micha­el Hof­mann vom Re­gio­nal­werk Bo­den­see.

An­ge­sichts der fort­schrei­ten­den Er­wär­mung der Erd­at­mo­sphä­re gel­te es, auch auf re­gio­na­ler Ebe­ne Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men. Was die drei Kom­mu­nen mit dem Bei­tritt zum Eu­ro­pean Ener­gy Award be­reits tun. Ober­teu­rin­gen hat die Re­zer­ti­fi­zie­rung im ver­gan­ge­nen Jahr 2016 ab­ge­schlos­sen. Die Mont­fort­stadt und die Schus­sen­ge­mein­de stre­ben dies für die­ses Jahr an.

Ge­nügt das nicht? „Es macht Sinn, dass wir ge­mein­sam kämp­fen, denn es geht um Sy­ner­gi­en“, sag­te Andre­as Schmid. Dar­über hin­aus soll die neue Platt­form auch ein Si­gnal sein, dass Kli­ma­schutz al­le Bür­ger an­geht.

„Zu­kunfts­fä­hi­ge Kom­mu­nal­po­li­tik darf sich nicht auf den ei­ge­nen Kirch­turm be­schrän­ken“, sag­te Karl­Heinz Beck und brach ei­ne Lan­ze für die in­ter­kom­mu­na­le Zu­sam­men­ar­beit. „Vi­el­leicht kann un­ser Bei­spiel da­zu füh­ren, dass an­de­re Ap­pe­tit be­kom­men“, sag­te er mit Blick auf ei­ne ge­mein­sa­me Ener­gie- und Kli­mare­gi­on.

ÖPNV ist wich­ti­ges Feld

„Ge­mein­sam kön­nen wir es bes­ser ma­chen“, ist sich Bru­no Wal­ter im Sin­ne des „Von­ein­an­der Ler­nens“über­zeugt. Da­bei sei es wich­tig das Be­wusst­sein zu schaf­fen, re­spek­ti­ve zu stär­ken – et­wa für den ÖPNV, bei dem es re­gio­nal zu den­ken gel­te, wie Andre­as Schmid be­kräf­tig­te. Was Tett­nang und Me­cken­beu­ren schon bei den an­ste­hen­den Um­struk­tu­rie­run­gen „Stadt­bus/Ruf­bus“tun wol­len – et­wa in­dem der Me­cken­beu­rer Bahn­hof für die Tett­nan­ger und das dor­ti­ge Kran­ken­haus für die Me­cken­beu­rer bes­ser er­reich­bar wird.

„Eng bei­sam­men“sieht auch Wal­ter Göp­pel die drei Kom­mu­nen. Der Ge­schäfts­füh­rer der Ener­gie­agen­tur Ravensburg/Bo­den­see­kreis skiz­zier­te die ge­mein­sa­me Er­klä­rung als ers­ten Schritt, dem am 12. Ju­li in Ober­teu­rin­gen die ers­te Ener­gie­team­sit­zung fol­gen wer­de. Da­zu wer­den die drei Rat­häu­ser je ei­nen „Fach­mann“ent­sen­den, der sich mit Ex­per­ten von Ener­gie­agen­tur und Re­gio­nal­werk aus­tauscht.

Ge­mein­sa­me Ak­tio­nen und Pro­jek­te sol­len dar­aus ent­ste­hen. Als ers­ter kon­kre­ter Schritt sol­len „Wär­me­be­darfs­und CO2-Ana­ly­sen“ge­macht wer­den. Sie sol­len bis En­de 2017 Auf­schluss ge­ben, wie die Si­tua­ti­on in wel­chem be­ste­hen­den Quar­tier ist und wo bei­spiels­wei­se ei­ne zen­tra­le Ener­gie­ver­sor­gung sinn­voll wä­re.

Ne­ben dem Aus­tausch von Er­fah­run­gen und Know-how wur­de bei­spiel­haft ge­nannt: der Aus­tausch von Hei­zungs­pum­pen, der Aus­bau der Ra­d­in­fra­struk­tur und ei­ne in­ten­si­vier­te Sa­nie­rung von Alt­bau­ten, die laut Göp­pel in der Re­gi­on rund 70 Pro­zent aus­ma­chen und ein „Rie­sen­po­ten­zi­al“dar­stel­len. „Ich fin­de die­ses Netz­werk klas­se“, sag­te Micha­el Hof­mann. Der Ge­schäfts­füh­rer des Re­gio­nal­werks Bo­den­see sah auch kei­nen Ziel­kon­flikt mit sei­nem Un­ter­neh­men. Schließ­lich sei es doch längst nicht mehr des­sen pri­mä­res Ziel, „mög­lichst viel Ener­gie zu ver­kau­fen“, son­dern „Lö­sun­gen für un­se­re Kun­den an­zu­bie­ten“.

Zur ge­mein­sa­men Er­klä­rung ge­hört, dass Zie­le be­nannt wer­den, die bis 2050 an­zu­stre­ben sind, so ein Ökostrom­an­teil für kom­mu­na­le Ge­bäu­de und Stra­ßen­be­leuch­tung von min­des­tens 50 Pro­zent.

Brin­gen die Ener­gie- und Kli­mare­gi­on Tett­nang-Me­cken­beu­ren-Ober­teu­rin­gen auf den Weg: von links Amts­lei­ter Ru­dolf May­er, Andre­as Schmid, Wal­ter Göp­pel, Chris­ti­na Gün­ther (Ener­gie­agen­tur), Karl-Heinz Beck, Micha­el Hof­mann (Ge­schäfts­füh­rer Re­gio­nal­werk Bo­den­see) und Bru­no Wal­ter.

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