Re­gie­rung wür­de Ab­stim­mung über To­des­stra­fe ver­bie­ten

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Nachrichten & Hintergrund -

(dpa) - Die Bun­des­re­gie­rung wür­de in Deutsch­land ein von An­ka­ra ver­an­lass­tes Re­fe­ren­dum über die Wie­der­ein­füh­rung der To­des­stra­fe in der Tür­kei un­ter­sa­gen. Re­gie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert sag­te am Frei­tag in Berlin: „Es ist po­li­tisch nicht vor­stell­bar, dass wir ei­ner sol­chen Ab­stim­mung in Deutsch­land über ei­ne Maß­nah­me, die un­se­rem Grund­ge­setz und eu­ro­päi­schen Wer­ten klar wi­der­spricht, zu­stim­men wür­den.“

Zu­vor hat­te SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz dem „Spie­gel“ge­sagt: „Falls die tür­ki­sche Re­gie­rung wirk­lich ein Re­fe­ren­dum über die Ein­füh­rung der To­des­stra­fe durch­füh­ren soll­te, muss klar sein: Ei­ne sol­che Ab­stim­mung darf un­ter den in Deutsch­land le­ben­den Tür­kin­nen und Tür­ken nicht statt­fin­den.“Es kön­ne in Deutsch­land nicht über ein In­stru­ment ab­ge­stimmt wer­den, das den Wer­ten und der Ver­fas­sung des Lan­des wi­der­spre­che. Ei­ne Spre­che­rin des Aus­wär­ti­gen Am­tes er­klär­te, die Po­si­ti­on sei mit Au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) ab­ge­stimmt. Der Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­te Öz­can Mut­lu be­grüß­te die Aus­sa­ge. Die­se stößt auch bei Sevim Dag­de­len von den Lin­ken auf Zu­stim­mung.

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