Ge­küns­tel­te Auf­re­gung

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Nachrichten & Hintergrund - Von Chris­toph Pla­te c.pla­te@schwa­ebi­sche.de

Ja, die Schweiz hat ei­nen Ge­heim­dienst. Of­fi­zi­ell ar­bei­ten 276 Agen­ten für den NDB, den Nach­rich­ten­dienst des Bun­des. Doch der ist so schlecht aus­ge­rüs­tet, dass man­che Agen­ten nicht ein­mal die ein­schlä­gi­ge Fach­li­te­ra­tur le­sen oder wich­ti­ge Fach­zeit­schrif­ten abon­nie­ren kön­nen.

In Kri­sen­re­gio­nen im Na­hen Os­ten dür­fen die NDB-Agen­ten oft nicht rei­sen, um sich ein Bild von ih­rem Zu­stän­dig­keits­be­reich zu ma­chen. Das sei zu ge­fähr­lich, wird ih­nen von ih­rem Di­enst­herrn be­schie­den.

Da ist es si­cher ein­fa­cher und auch kos­ten­güns­ti­ger in Nord­rhein-West­fa­len zu spit­zeln. Aber welch ein Fi­as­ko ha­ben die eid­ge­nös­si­schen Schlapp­hü­te jetzt an­ge­rich­tet, wenn der frü­he­re Schwei­zer Bot­schaf­ter in Berlin, Tim Guld­i­mann, vor ei­ner Es­ka­la­ti­on zwi­schen Deutsch­land und der Schweiz warnt und das Gan­ze als „hoch­not­pein­lich“be­zeich­net.

Ja, der NDB hat sich zur Lach­num­mer ge­macht. Aber die Auf­re­gung dar­über in Deutsch­land wirkt an­ge­sichts der Ma­chen­schaf­ten der ame­ri­ka­ni­schen NSA in den letz­ten Jah­ren doch et­was ge­küns­telt.

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