De­mo­gra­fie ist „gro­ße Her­aus­for­de­rung“

Rieb­sa­men und Pfaus spre­chen vor Mit­tel­stands­ver­ei­ni­gung der CDU/CSU Bo­den­see­kreis

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Meersburg/hagnau/markdorf - Von Mar­ti­na Wol­ters

- Ei­ne im­mer äl­ter wer­den­de Ge­sell­schaft mit gleich­zei­tig zu­rück­ge­hen­den Ge­bur­ten­ra­ten war The­ma am Don­ners­tag beim In­for­ma­ti­ons­abend der Mit­tel­stands­ver­ei­ni­gung der CDU/CSU Bo­den­see­kreis (MIT). Der MIT-Vor­sit­zen­de Hart­mut Kräwin­kel hieß als Re­fe­ren­ten die bei­den CDU-Po­li­ti­ker Man­fred Pfaus und Lothar Rieb­sa­men im Kon­fe­renz­zim­mer des Win­zer­ver­eins will­kom­men. Die rund 30 Zu­hö­rer in­ter­es­sier­ten sich un­ter an­de­rem für Lö­sun­gen, das so­zia­le Si­che­rungs­und Ge­sund­heits­sys­tem zu sta­bi­li­sie­ren und die In­fra­struk­tur im länd­li­chen Raum bei­zu­be­hal­ten.

Die von Man­fred Pfaus vor­ge­stell­ten Zah­len für den Bo­den­see­kreis schie­nen zu­nächst Ent­war­nung zu ge­ben. Bis 2025 ist dem­nach so­gar mit ei­nem Be­völ­ke­rungs­wachs­tum um 4,9 Pro­zent zu rech­nen. Schnell mach­te der frü­he­re Haupt­ge­schäfts­füh­rer der In­ge­nieur­kam­mer Ba­denWürt­tem­berg aber klar, dass die Tü­cke im De­tail liegt. Denn nur ein ge­rin­ger Teil der Ein­woh­ner im Bo­den­see­kreis sind sei­ner Darstel­lung nach un­ter 18 (27,5 Pro­zent) und kön­nen in zwan­zig Jah­ren durch ih­re Ar­beits­kraft Bei­trä­ge ein­zah­len und Ren­ten- und Kran­ken­kas­sen­sys­tem auf­recht er­hal­ten.

Hand­lungs­be­darf im Kreis

Pfaus Stra­te­gie spie­gel­te die vie­len Fa­cet­ten des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels wie­der. Sie reich­te von schnel­ler ins Er­werbs­le­ben ein­tre­ten­den Fach­leu­ten über fle­xi­ble­re Ru­he­stands­re­ge­lun­gen bis hin zu mehr Wert­schät­zung und Be­sol­dung für din­gend be­nö­tig­tes Pfle­ge­per­so­nal.

Der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Lothar Rieb­sa­men sprach von ei­ner „gro­ßen Her­aus­for­de­rung“an­ge­sichts der ge­bur­ten­star­ken Jahr­gän­ge, die in den kom­men­den Jah­ren ins Pfle­ge­al­ter ein­tre­ten wer­den. Es sei wich­tig, dass Men­schen mög­lichst lan­ge ge­sund blie­ben und in ih­ren ei­ge­nen vier Wän­den blei­ben könn­ten, be­ton­te er. Auf Nach­fra­gen er­läu­ter­te er, die Rah­men­be­din­gun­gen für pfle­gen­de An­ge­hö­ri­ge müss­ten ent­spre­chend ge­schaf­fen wer­den. Vor al­lem im An­ge­bot von Kurz­zeit­pfle­ge­plät­zen sah er Hand­lungs­be­darf im Kreis. Es sei wich­tig, dass das Ge­sund­heits­we­sen un­ab­hän­gig über Bei­trä­ge fi­nan­ziert wer­de, so Rieb­sa­men. Jün­ge­re Men­schen vor Ort zu hal­ten und gleich­zei­tig Fach­kräf­te zu eru­ie­ren, soll über ei­ne Stär­kung des dua­len Bil­dungs­sys­tems ge­sche­hen, wie Rieb­sa­men auf Pu­bli­kums­fra­gen vom De­mo­gra­fie­gip­fel der Bun­des­re­gie­rung be­rich­te­te.

Ins­ge­samt rei­che die De­mo­gra­fie­the­ma­tik in al­le Res­sorts von Ge­sund­heit und So­zia­les über Städ­te­bau bis zu Fi­nan­zen und muss nach An­sicht der Re­fe­ren­ten ent­spre­chend in al­len Be­rei­chen an­ge­gan­gen wer­den. „Den Kö­nigs­weg gibt es nicht“, sag­te Rieb­sa­men. Pfaus setz­te au­ßer­dem auf „Be­wusst­seins­ver­än­de­rung beim Ein­zel­nen“bei­spiels­wei­se beim Ein­kaufs­ver­hal­ten. Wer on­line ein­kau­fe, der ver­ur­sa­che nicht nur ei­ne Zu­nah­me an Last­wa­gen­ver­kehr, son­dern las­se auch zu, dass klei­ne­re Lä­den ver­schwin­den, sag­te der ehe­ma­li­ge Be­ra­ter von Ex-Mi­nis­ter Lothar Späth.

FOTO: MW

Der MIT-Vor­sit­zen­de Hart­mut Kräwin­kel (Mit­te) mo­de­riert den Vor­trags­abend mit den CDU- Po­li­ti­kern Man­fred Pfaus (links) und Lothar Rieb­sa­men zum The­ma De­mo­gra­fie.

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