Der Kampf um das sel­te­ne Jahr

Eben­bür­tig mit den gro­ßen Bs geht Bas­ket­ball-Pri­mus Ulm in die Play-offs – und mit ei­nem klei­nen Vor­teil

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Sport - Von Jür­gen Schat­t­mann

der Li­ga beim 79:61 noch ein­mal nach. Die Ul­mer sind al­so ge­warnt, als Angst­geg­ner al­ler­dings be­trach­ten sie den Vor­run­de­nach­ten nicht. „Ich wür­de hier gern noch mal spie­len um zu zei­gen, dass wir auch in Lud­wigs­burg ge­win­nen kön­nen“, sag­te Na­tio­nal­spie­ler Kars­ten Tad­da letz­ten Sams­tag, auch Trai­ner Lei­ben­ath will nicht zu de­vot sein: „Wir wis­sen, wie wir Lud­wigs­burg schla­gen kön­nen, und Lud­wigs­burg hat ge­zeigt, wie sie uns schla­gen kön­nen. Wir soll­ten die nächs­ten Wo­chen ge­nie­ßen – mit Stolz auf das Er­reich­te und mit Hun­ger für das Mög­li­che.“

Tat­säch­lich ist al­les mög­lich für die Ul­mer, die nach ei­ner im­po­san­ten Punk­te­run­de in den wich­tigs­ten Be­rei­chen die Bes­ten sind. Sie ha­ben die meis­ten Punk­te er­zielt (92 im Schnitt) und Re­bounds (38), sie ha­ben die we­nigs­ten Ball­ver­lus­te (11) und Fouls kas­siert (18,5). Sie ha­ben sich vom sieb­ten Platz nach der Haupt­run­de 2016 zu­erst zur Vi­ze-Meis­ter­schaft und nun mit 27 Sie­gen in Se­rie zu deut­schen Re­kord­hal­tern auf­ge­schwun­gen. Mit ei­nem fast un­ver­än­der­ten, al­ler­dings sehr spe­zi­el­len Bas­ket­ball-Team. „Ulm ist auf je­der Po­si­ti­on fast gleich groß. Da­durch ist die Mann­schaft in der La­ge, ex­trem va­ria­bel zu spie­len. Je­der Spie­ler kann meh­re­re Po­si­tio­nen über­neh­men, of­fen­siv wie de­fen­siv. Auch des­halb macht es viel Spaß, dem mo­der­nen Ul­mer Bas­ket­ball zu­zu­schau­en“, lobt Ex-Na­tio­nal­spie­ler Ste­phan Ba­eck im Ma­ga­zin „Big“.

Gün­ther: Mein Ego zu­rück­las­sen

fünf, die Fit­ness könn­te Ulms ent­schei­den­der Vor­teil wer­den. Ob Cen­ter Tim Ohl­brecht in mög­li­chen Fi­nals wie­der fit ist, steht zwar wei­ter in den Ster­nen. Beim mo­na­te­lang am Rü­cken lä­dier­ten Gün­ther, im Vor­jahr der über­ra­gen­de Mann, gibt es im­mer­hin noch Re­ser­ven. Bray­don Hobbs hat dem Spiel­ma­cher in der Pre-Sea­son den Rang ab­ge­lau­fen, erst­mals in sei­nen acht Ul­mer Jah­ren war Gün­ther der Er­satz und kam zu­wei­len nur auf zehn Mi­nu­ten Spiel­zeit. „Ich muss mein Ego hin­ter mir las­sen, die Rol­le aus­fül­len, die ich jetzt ha­be und nicht der hin­ter­her­wei­nen, die ich mal hat­te“, räumt Gün­ther ein. Kör­per­lich sei er noch im­mer nicht bei 100 Pro­zent, „ich kann mo­men­tan nicht den Bas­ket­ball spie­len, den ich von mir er­war­te. Ich weiß aber auch, dass wie­der Spie­le kom­men wer­den, wo ich ei­ne do­mi­nan­te Rol­le ein­neh­me.“

Die hat bei den Ul­mern längst Ray­mar Mor­gan in­ne. Der 28-Jäh­ri­ge aus Ohio (18,1 Punk­te im Schnitt) wur­de ge­ra­de zum ef­fek­tivs­ten Le­gio­när der Li­ga ge­wählt und vor Mit­spie­ler Chris Babb auch zum of­fen­siv­stärks­ten Spie­ler. Gün­ther sagt, Mor­gan sei von kei­nem in der Li­ga zu ver­tei­di­gen. „Sei­ne Ath­le­tik ist un­glaub­lich, ver­su­che mal, ei­nen Clip zu fin­den, auf dem ihm ein Guard aus dem Dribb­ling schlägt. Nein war­te, spar’s dir, den wirst du nicht fin­den.“Trau­ri­ge Fol­ge: Mor­gan, da muss man kein Pro­phet sein, wird nur noch bis Ju­ni in Ulm spie­len. Auch wenn sei­ne Frau schwan­ger ist und Orts­wech­sel in so ei­ner La­ge un­be­quem sind – Eu­roLe­ague-, viel­leicht auch NBATeams dürf­ten sich um Mor­gan rei­ßen und ihm un­wi­der­steh­li­che An­ge­bo­te ma­chen. Für Babb gilt Ähn­li­ches.

Das Ul­mer Traum­team dürf­te im Herbst pas­sé sein, es wird al­so Zeit, die Ern­te ein­zu­fah­ren. „Ein oder zwei Jah­re läuft mal al­les zu­sam­men und man weiß, dass was ge­hen könn­te. Sol­che Jah­re sind sel­ten“, sagt Per Gün­ther. „Die­ses Jahr ist ei­nes.“

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