St­ein­mei­er wirbt für ehr­li­chen Dia­log mit Israel

Bun­des­prä­si­dent glät­tet po­li­ti­sche Wo­gen nach Eklat

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Nachrichten & Hintergrund - Von Tho­mas Lanig und Sa­ra Lemel

JE­RU­SA­LEM (dpa) - Zwei Wo­chen nach ei­nem di­plo­ma­ti­schen Eklat zwi­schen Deutsch­land und Israel ha­ben sich Bun­des­prä­si­dent Fran­kWal­ter St­ein­mei­er und Re­gie­rungs­chef Ben­ja­min Ne­tan­ja­hu ver­söhn­lich ge­zeigt. Bei ei­nem Tref­fen in Je­ru­sa­lem sprach St­ein­mei­er am Sonn­tag von ei­nem star­ken Bünd­nis zwi­schen den bei­den Län­dern. „Auf der Ba­sis un­se­rer Freund­schaft den­ke ich, dass wir ei­ni­ge Stür­me wie in den letz­ten bei­den Wo­chen über­ste­hen kön­nen und soll­ten“, sag­te St­ein­mei­er. „Ich bin si­cher, dass wir das kön­nen“, ant­wor­te­te Ne­tan­ja­hu.

Bei­de be­zo­gen sich auf den Eklat beim Be­such von Au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) vor zwei Wo­chen. Ne­tan­ja­hu hat­te ein Ge­spräch ab­sagt, weil Ga­b­ri­el re­gie­rungs­kri­ti­sche Or­ga­ni­sa­tio­nen ge­trof­fen hat­te.

St­ein­mei­er hat­te die Zu­spit­zung in den bi­la­te­ra­len Be­zie­hun­gen vor dem Tref­fen mit Ne­tan­ja­hu kri­ti­siert. „Wir brau­chen kei­ne neu­en Re­geln, wir soll­ten uns auch kei­ne Be­schrän­kun­gen auf­er­le­gen.“Not­wen­dig sei ein „ehr­li­cher und of­fe­ner Dia­log“, sag­te er bei ei­nem Tref­fen mit Is­ra­els Prä­si­dent Reu­ven Riv­lin.

Ne­tan­ja­hu hieß St­ein­mei­er herz­lich willkommen und sag­te: „Wir ha­ben ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Part­ner­schaft, ein ein­zig­ar­ti­ges Bünd­nis.“Ba­sis sei die be­son­de­re Ge­schich­te.

Mit den re­gie­rungs­kri­ti­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen Brea­king the Si­lence (Das Schwei­gen bre­chen) und Bets­e­lem, de­ren Zu­sam­men­kunft mit Ga­b­ri­el den Eklat aus­ge­löst hat­te, traf sich St­ein­mei­er nicht. Zum Auf­takt sei­ner Ge­sprä­che in Israel kam er aber mit dem Schrift­stel­ler Da­vid Gross­man zu­sam­men, der als Kri­ti­ker der is­rae­li­schen Sied­lungs­po­li­tik gilt. St­ein­mei­er be­kräf­tig­te die For­de­rung nach ei­ner Zwei-Staa­ten-Lö­sung im Na­hen Os­ten. Dies sei die „im­mer noch ein­zig denk­ba­re Per­spek­ti­ve“. „Wir wür­den ger­ne die Ge­le­gen­heit zum Frie­den er­grei­fen“, sag­te Ne­tan­ja­hu.

FO­TO: DPA

Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter St­ein­mei­er (li.) und Is­ra­els Mi­nis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Ne­tan­ja­hu.

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