Richard Rin­ger muss nach­le­gen

Leicht­ath­le­tik: Best­zeit, aber kei­ne Norm in St­an­ford – Klei­nig­kei­ten sum­mie­ren sich

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Lokalsport -

FRIED­RICHS­HA­FEN (gkr) - Es hat nicht sol­len sein. Richard Rin­ger hat am Sams­tag­mor­gen (deut­scher Zeit) in Pa­lo Al­to/Ka­li­for­ni­en die Norm für die Leicht­ath­le­tik-Welt­meis­ter­schaf­ten, die An­fang Au­gust in Lon­don aus­ge­tra­gen wer­den, deut­lich ver­passt. Trotz­dem hat er sei­ne Best­zeit über 10 000 Me­ter enorm ge­stei­gert: Von 28:28,96 Mi­nu­ten um ex­akt 23 Se­kun­den auf 28:05,96. Ge­for­dert wa­ren al­ler­dings 27:45 Mi­nu­ten und das ist ei­ne rich­tig an­spruchs­vol­le Zeit. Sie be­deu­tet Rang zehn in der ewi­gen Deut­schen Bes­ten­lis­te.

Von An­fang an wa­ren die „Pay­ton Jor­dan In­vi­ta­tio­nal“ei­ne stres­si­ge An­ge­le­gen­heit für Deutsch­lands der­zeit stärks­ten Langstreck­ler. Zwei Läu­fe mit je­weils 25 Star­tern wa­ren ge­plant, ge­mel­det hat­ten al­ler­dings „nur“38 Langstreck­ler aus der gan­zen Welt. Richard Rin­ger fand sich zu­erst nur im „B-Lauf“wie­der.

Kühl und win­dig

Als dann wei­te­re zwei Läu­fer ab­spran­gen, ent­schloss sich der Ver­an­stal­ter, al­le Ath­le­ten in ei­nem Ren­nen zu star­ten und die Welt war für Rin­ger wie­der in Ord­nung. Die Be­din­gun­gen we­ni­ger, es wur­de um 22.35 Uhr Orts­zeit kühl und sehr win­dig – fast schon stür­misch. Die Lauf­zei­ten auf den län­ge­ren Stre­cken blie­ben al­le­samt hin­ter den Er­war­tun­gen zu­rück. Die Ver­an­stal­ter hat­ten ei­ne Sie­ger­zeit von 27 Mi­nu­ten im Fo­kus und ent­spre­chend Tem­po­ma­cher an­ge­heu­ert.

Auch das lief nicht nach Plan, wie Richard Rin­ger be­rich­te­te: „Die Pa­ce­maker wa­ren für die­ses Welt­klas­se mee­ting ein­fach zu schlecht. Ih­nen fehl­te Rhyth­mus und Aus­dau­er. Ich selbst ha­be für 500 Me­ter die Spit­ze über­nom­men, sonst wä­ren wir auf den ers­ten 5000 Me­tern über 14 Mi­nu­ten ge­blie­ben und die Norm kom­plett un­er­reich­bar. So wa­ren es 13.57.

Im Nach­hin­ein war das ein Feh­ler und hat Sub­stanz ge­kos­tet. In Zu­kunft wer­de ich lie­ber im Feld mit schwim­men, auch wenn das Ren­nen zu lang­sam ist. Trotz­dem ist der zehn­te Platz in ei­nem Welt­klas­se­feld ein gu­ter Ein­stieg, dar­auf lässt sich auf­bau­en.“

Das Ren­nen ge­wann der jun­ge Aus­tra­li­er Patrick Ti­er­n­an (27:29.81) vor Mo Ah­med (27:30.00) und Sha­drack Kip­chir­chir (27:32.18). Nur vier Läu­fer in die­sem Ren­nen un­ter­bo­ten die WM-Norm. Klei­nig­kei­ten kön­nen sich sum­mie­ren. Zwei Zehn­tel auf 100 Me­ter be­deu­ten acht Zehn­tel je Run­de, zwei Se­kun­den für ei­nen Ki­lo­me­ter und die feh­len­den 20 Se­kun­den über die vol­le Dis­tanz. Ei­ne Ana­ly­se der Run­den­zei­ten zeigt aber, dass sechs Run­den ein­fach zu lang­sam wa­ren (69 bis 70 Se­kun­den), die letz­ten zwei Run­den ab­sol­vier­te Rin­ger wie­der im Soll (66 und 62 Se­kun­den). Es wa­ren al­so doch nicht die Klei­nig­kei­ten, die sich sum­mier­ten, son­dern le­dig­lich sechs Durch­hän­ge-Run­den zwi­schen Ki­lo­me­ter sechs und neun.

Rin­ger kommt am Mon­tag aus Ka­li­for­ni­en zu­rück und wird am Di­ens­tag wie­der in sei­nem Bü­ro bei Rolls Roy­ce Po­wer Sys­tems ar­bei­ten - und beim VfB LC-Trai­ning mit Eck­hardt Sper­lich. Denn er wird nach­le­gen müs­sen. Das nächs­te Ren­nen be­strei­tet er am 27. Mai im bel­gi­schen Oor­de­gem über 5000 Me­ter. Ziel ist auch hier die WM-Qua­li­fi­ka­ti­on (13:22,60).

In Karls­ru­he (1500 Me­ter) und Tur­ku (3000 Me­ter) soll es über Un­ter­dis­tan­zen ge­hen, wei­ter­hin steht die Team-EM in Lil­le auf dem Plan. In Heus­den (22. Ju­li) könn­te er dann noch­mals ei­nen letz­ten Ver­such un­ter­neh­men, doch noch das 10 000 Me­ter-Ti­cket für Lon­don zu lö­sen.

ARCHIVFTO: GKR

Richard Rin­ger ver­bes­sert sich über 10 000 Me­ter um 23 Se­kun­den, ver­passt trotz­dem die Norm für die Welt­meis­ter­schaft.

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