Ge­mein­de sucht wei­te­re Un­ter­künf­te

Bis Jah­res­en­de er­war­tet Sa­lem 30 wei­te­re Asyl­be­wer­ber in der An­schluss­un­ter­brin­gung

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Salem/deggenhausertal - Von Mar­vin We­ber

- Die Ge­mein­de­ver­wal­tung in Sa­lem rech­net bis En­de des Jah­res mit rund 30 wei­te­ren Flücht­lin­gen in der An­schluss­un­ter­brin­gung. Zur­zeit ist die Ver­wal­tung auf der Su­che nach ge­eig­ne­ten Woh­nun­gen. In der Sit­zung des tech­ni­schen Aus­schus­ses am Di­ens­tag­abend wur­de über ein Bau­vor­ha­ben in der Ste­fans­fel­der Stra­ße in Neufrach dis­ku­tiert.

In der Ge­mein­de le­ben mo­men­tan rund 145 Flücht­lin­ge in Ge­mein­schafts­un­ter­künf­ten so­wie in Woh­nun­gen für die An­schluss­un­ter­brin­gung. Die Si­tua­ti­on ha­be sich in der Ge­mein­de, so­wie auch in den um­lie­gen­den Kom­mu­nen, sicht­lich ent­spannt, sagt Bür­ger­meis­ter Man­fred Här­le: „Bis auf ei­ni­ge we­ni­ge Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten kön­nen wir mit der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on sehr zu­frie­den sein“, so Här­le. „Der Hel­fer­kreis mit den vie­len eh­ren­amt­li­chen Hel­fern leis­tet ei­ne her­vor­ra­gen­de Ar­beit“, so der Bür­ger­meis­ter wei­ter.

Ins­ge­samt hat die Ge­mein­de in den Ge­mein­schafts­un­ter­künf­ten und in den Ein­rich­tun­gen für die An­schluss­un­ter­brin­gung Ka­pa­zi­tät für rund 200 Asyl­be­wer­ber. Die Ge­mein­schafts­un­ter­kunft im Ge­wer­be­ge­biet Neufrach wur­de An­fang des Jah­res noch ein­mal er­wei­tert, so­dass vor Ort mitt­ler­wei­le Platz für 120 Men­schen ist. Mo­men­tan woh­nen in der Un­ter­kunft am Ried­weg 67 Flücht­lin­ge. Die Un­ter­kunft im Gast­haus Hir­schen in Mim­men­hau­sen in der Bo­den­see­stra­ße ist mit 40 Be­woh­nern zur­zeit voll be­legt. Für die An­schluss­un­ter­brin­gung ist die Ge­mein­de ak­tu­ell noch auf der Su­che nach ge­eig­ne­ten Woh­nun­gen von Pri­vat­be­sit­zern. Vier wei­te­re Woh­nun­gen ha­be die Ge­mein­de­ver­wal­tung mo­men­tan „in der Pi­pe­line“, so Här­le. Je­doch sei nicht je­des An­ge­bot ge­eig­net, dass der Ver­wal­tung an­ge­bo­ten wer­de. Die An­bin­dung an den öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr so­wie ei­ne ge­eig­ne­te In­fra­struk­tur sei­en wich­ti­ge Fak­to­ren.

Im Teil­ort Ste­fans­feld ist nach wie vor der Bau ei­ner An­schluss­un­ter­brin­gung mit ei­ner Ka­pa­zi­tät für rund 100 Men­schen ge­plant. Die Bau­ge­neh­mi­gung für die Un­ter­kunft lie­ge be­reits vor, mo­men­tan sei der Land­kreis in Ge­sprä­chen mit dem Re­gie­rungs­prä­si­di­um zu der Fi­nan­zie­rung. Falls die Un­ter­kunft in Ste­fans­feld nicht mehr für die Un­ter­brin­gung von Asyl­be­wer­ber be­nö­tigt wird, kön­nen die Woh­nun­gen für so­zi­al be­nach­tei­lig­te Fa­mi­li­en um­ge­baut wer­den. „In die­sem Be­reich sieht es in Sa­lem et­was ma­ger aus. Für die Ge­mein­de ist die­se Lö­sung auf je­den Fall ei­ne gu­te Mög­lich­keit der Wei­ter­nut­zung“, sagt Här­le. Be­vor sich die Ver­wal­tung in kom­men­der Zeit um wei­te­re Un­ter­künf­te in der Ge­mein­de um­schaue, sieht es der Bür­ger­meis­ter als sinn­vol­ler an, zu­erst ei­nen Um­bau der vie­len Ge­mein­schafts­un­ter­künf­te im Kreis in Er­wä­gung zu zie­hen. „Die Ge­mein­schafts­un­ter­künf­te ste­hen vie­ler­orts be­reits jetzt zur Hälf­te leer. Mei­ner Mei­nung nach wä­re es sinn­voll, die­se lang­fris­tig, wenn die Zah­len wei­ter­hin so rück­läu­fig sind wie mo­men­tan, in Woh­nun­gen um­zu­bau­en“, so Här­le.

In der Sit­zung für Um­welt und Tech­nik am Di­ens­tag­abend dis­ku­tier­ten die Mit­glie­der auch über ein Bau­vor­ha­ben in der Ste­fans­fel­der Stra­ße in Neufrach. Dort sol­len vier Woh­nun­gen für die An­schluss­un­ter­brin­gung von Asyl­be­wer­bern ent­ste­hen. Der Um­bau der La­ger­hal­le sorg­te je­doch für Zwei­fel bei den Mit­glie­dern des Gre­mi­ums, be­son­ders was ei­ne even­tu­el­le Nach­nut­zung des Ge­bäu­des an­geht. „Wie ist die recht­li­che La­ge, wenn die Woh­nun­gen nicht mehr für die Un­ter­brin­gung von Flücht­lin­gen be­nö­tigt wird. Ist dann ein An­trag auf Um­nut­zung mög­lich. So könn­te Wohn­be­bau­ung er­mög­licht wer­den, wo wir sie nicht ha­ben wol­len“, sag­te Pe­tra Her­ter (CDU).

Bür­ger­meis­ter Här­le si­gna­li­sier­te, dass man mit dem Bau­herr ganz klar re­geln wer­de, dass es kei­ne wei­te­re Nut­zung für das Ge­bäu­de ge­ben wer­de. „Das soll kein Hin­ter­tür­chen sein, um Wohn­raum im Au­ßen­be­reich zu schaf­fen“, so Här­le. Über den Pa­ra­graf 246, Ab­satz 13, kön­nen über ei­ne Son­der­re­ge­lung Bau­maß­nah­men, die für die Un­ter­brin­gung von Flücht­lin­gen vor­ge­se­hen sind, ein­fa­cher rea­li­siert wer­den. „Wie der Bau­herr das Ge­bäu­de even­tu­ell spä­ter nut­zen will, ist nicht Auf­ga­be des Aus­schus­ses. In der Ver­wal­tung sind wir erst ein­mal froh, dass wir die­ses An­ge­bot be­kom­men“, sag­te Här­le. Der Bau­an­trag wur­de mit sie­ben Ja-Stim­men und fünf Ge­gen­stim­men vom Gre­mi­um be­schlos­sen.

„Das soll kein Hin­ter­tür­chen sein, um Wohn­raum im Au­ßen­be­reich zu schaf­fen“sagt Bür­ger­meis­ter Man­fred Här­le.

FO­TO: MAR­VIN WE­BER

Auf dem Ge­län­de an der Ste­fans­fel­der Stra­ße in Neufrach sol­len vier Woh­nun­gen für ins­ge­samt 20 Per­so­nen ent­ste­hen.

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