Was­ser­werk soll künf­tig Ge­win­ne ma­chen

Ge­mein­de­rä­te be­schlie­ßen Dar­le­hens­auf­nah­me in Hö­he von 700 000 Eu­ro

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Daisendorf/meersburg - Von Mar­ti­na Wol­ters

- Gleich drei ent­schei­den­de Be­schlüs­se im Hin­blick auf den Ei­gen­be­trieb Was­ser­werk ha­ben die Ge­mein­de­rä­te in der ver­gan­ge­nen, öf­fent­li­chen Sit­zung ge­tä­tigt. Uni­so­no stimm­ten sie ei­ner Dar­le­hens­auf­nah­me in Hö­he von 700 000 Eu­ro über die Ba­di­sche Ver­si­che­run­gen zu, bei ei­nem Zins­satz von 1,22 Pro­zent. Bei zwei Ge­gen­stim­men eb­ne­te das Gre­mi­um des Wei­te­ren den Weg für ei­ne zu­künf­ti­ge Ge­winn­erzie­lung im Ei­gen­be­trieb und än­der­te die Be­triebs­sat­zung ent­spre­chend.

Gleich­zei­tig soll die Ver­wal­tung, die Ein­füh­rung ei­ner Kon­zes­si­ons­ab­ga­be vor­an­trei­ben Die Sat­zungs­än­de­rung soll am 1. Ja­nu­ar 2018 in Kraft tre­ten. Zum glei­chen Ter­min könn­te die Kon­zes­si­ons­ab­ga­be an die Ge­mein­de ein­ge­führt und Was­ser­ge­büh­ren er­höht wer­den. Die mit ei­nem Steu­er­bü­ro ge­prüf­ten Aus­wir­kun­gen der Neu­ein­füh­rung sol­len vor­ab im Gre­mi­um be­spro­chen wer­den.

Bis­lang hat das Was­ser­werk sat­zungs­ge­mäß kei­ne Ge­win­ne an­ge­strebt und Ge­büh­ren für Was­ser nur in kos­ten­de­cken­der Hö­he er­ho­ben. Da­mit ist im kom­men­den Jahr Schluss. Weil Geld für not­wen­di­ge Sa­nie­run­gen und In­ves­ti­tio­nen im­mer knap­per wird, sol­len Steu­ern über ei­ne Kon­zes­si­ons­ab­ga­be ein­ge­spart wer­den. Suk­zes­si­ve an­ge­ho­be­ne Ge­büh­ren sol­len mehr Geld in die Was­ser­werks­kas­se spü­len.

Die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on stell­te Käm­me­rin Hei­ke Sonn­tag dar. Dem­nach ha­ben In­ves­ti­ti­ons­kos­ten von 1,4 Mil­lio­nen Eu­ro in den Jah­ren 2011 bis 2015 nur ei­ge­ne Mit­tel in Hö­he von gera­de ein­mal 240 000 Eu­ro zur Ver­fü­gung ge­stan­den.

Zum Jah­res­en­de 2015 be­steht ein Fi­nan­zie­rungs­fehl­be­trag von ge­run­det 301 000 Eu­ro. Hin­zu kommt nach An­ga­ben Sonn­tags, dass die im Wirt­schafts­jahr ge­tä­tig­ten In­ves­ti­tio­nen in Hö­he von rund 400 000 Eu­ro bis­lang auch noch nicht fi­nan­ziert sind. Aus dem Grund schlug die Ver­wal­tung ei­ne Dar­le­hens­auf­nah­me vor, die das Rats­gre­mi­um be­wil­lig­te. Auf Nach­fra­gen von Hein­rich Frey (FWV) er­klär­te die Lei­te­rin der Ab­tei­lung Fi­nan­zen, es müss­te wei­ter in­ves­tiert und sa­niert wer­den. Als Bei­spie­le führ­te sie ei­nen wei­te­ren Hoch­be­häl­ter oder ei­ne neue See­was­ser­ent­nah­me­lei­tung an.

Der Weg hin­aus aus dem Fi­nan­z­eng­pass soll laut Rats­be­schluss nun lang­fris­tig über hö­he­re Ge­büh­ren­zah­lun­gen füh­ren so­wie über ei­ne Kon­zes­si­ons­ab­ga­be des Ei­gen­be­triebs an die Ge­mein­de und da­mit ein­her­ge­hen­den Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen. Im von der Käm­me­rin prä­sen­tier­ten Ge­büh­ren­ver­gleich in­ner­halb der Re­gi­on hat Meers­burg noch deut­lich Luft nach oben mit dem zweit­güns­tigs­ten Was­ser­preis. In Meers­burg be­zah­len Bür­ger der­zeit 1,08 Eu­ro. Der Mit­tel­wert im Bodenseekreis liegt bei 1,49 Eu­ro, im Lan­des­ver­gleich bei 2,11 Eu­ro.

Auf den Vor­stoß der Ver­wal­tung, die Kon­zes­si­ons­ab­ga­be Was­ser künf­tig zweck­ge­bun­den zum Bei­spiel zur Ver­lust­über­nah­me der Ther­me zu ver­wen­den, ge­fiel ei­ni­gen Rä­ten nicht. Bo­ris Mat­tes (SPD) poch­te dar­auf, die Ab­ga­be „im­mer dar­auf zu ver­wen­den, wo sie her­kommt“. Auch Mo­ni­ka Bie­mann (Um­welt­grup­pe) und Pe­ter Schmidt (CDU) plä­dier­ten für Trans­pa­renz für den Bür­ger. „Es muss ab­so­lut nach­voll­zieh­bar sein“, mein­ten sie.

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