Die fal­sche Schlan­ge

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Christoph Dier­king

Ich brau­che Salz. Für mei­ne Fer­tig-Tor­tel­li­ni, die ein­fach nicht schme­cken, wenn sie nicht in Salz­was­ser ge­kocht wer­den. Des­halb ha­be ich mich in den Su­per­markt be­ge­ben. Drei Kas­sen sind ge­öff­net. Und na­tür­lich ha­be ich die fal­sche Schlan­ge er­wischt. Lässt mich denn nie­mand vor? Ich ha­be doch nur ein Päck­chen Salz.

Ganz vor­ne be­zahlt ge­ra­de ei­ne Se­nio­rin. Die Kas­sie­re­rin hilft ihr da­bei, die rich­ti­gen Mün­zen zu fin­den. Gut, da­für ha­be ich Ver­ständ­nis. Wer weiß, wie es mir spä­ter er­ge­hen wird. Nach­dem sie ih­re Sa­chen in der Ein­kaufs­ta­sche ver­staut hat, pas­siert ei­ne Wei­le nichts. Auf dem Band lie­gen je­de Men­ge Wa­ren, die an­schei­nend nie­man­den ge­hö­ren. Schließ­lich er­tönt hin­ter mir ei­ne Stim­me: „Sor­ry, hat­te Milch ver­ges­sen.“Der jun­ge Mann eilt an der Schlan­ge vor­bei, zahlt, packt al­les ein und ist schnell weg.

Nur noch ein Kun­de vor mir. Gleich bin ich an der Rei­he. Dach­te ich. Of­fen­bar ist ei­ne Wa­re nicht rich­tig aus­ge­zeich­net, wor­auf­hin zwi­schen dem Kun­den und der Kas­sie­re­rin ei­ne wil­de Dis­kus­si­on ent­brannt. Der Kun­de fühlt sich „übers Ohr ge­hau­en“. Sagt er zu­min­dest. Das En­de vom Lied: Die Kas­sie­re­rin geht in Ob­st­ab­tei­lung, um zu über­prü­fen, ob die Bir­nen im An­ge­bot sind. Es stellt sich her­aus, dass sich der Kun­de ge­irrt hat. Er­rö­tet packt er rasch sei­nen Ein­kaufs­wa­gen voll und geht.

Jetzt bin ich dran. Die Kas­sie­re­rin zieht das Salz über den Scan­ner und es macht piep. Ich ho­le mein Porte­mon­naie her­aus, öff­ne es und dann rol­len auch schon di­ver­se Mün­zen über den Fuß­bo­den. Das Fach mit dem Klein­geld war nicht rich­tig ver­schlos­sen. Die Leu­te me­ckern: „Kön­nen Sie nicht auf­pas­sen? Sie hal­ten hier den gan­zen Ver­kehr auf!“

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