RAF-Bau in Stamm­heim soll erst­mal ste­hen blei­ben

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Wir Im Süden -

(lsw) - Weil Ba­denWürt­tem­bergs Ge­fäng­nis­se chro­nisch über­be­legt sind, soll das aus RAF-Zei­ten bun­des­weit be­kann­te Hoch­haus in Stamm­heim (Fo­to: dpa) doch län­ger ge­nutzt wer­den. Fi­nanz­mi­nis­te­rin Edith Sitz­mann (Grü­ne) gab grund­sätz­li­che Zu­stim­mung zu ei­ner An­re­gung von Jus­tiz­mi­nis­ter Gui­do Wolf (CDU), wie die „Stutt­gar­ter Nach­rich­ten“be­rich­ten. „In An­be­tracht der ak­tu­el­len Ver­hält­nis­se im Jus­tiz­voll­zug in Ba­den-Würt­tem­berg ist es in der Tat ge­bo­ten, be­ste­hen­de Ka­pa­zi­tä­ten zur Ver­rin­ge­rung der Über­be­le­gung auf­recht­zu­er­hal­ten“, sag­te Sitz­mann. Das An­lie­gen, den Bau I in Stamm­heim vor­läu­fig wei­ter zu nut­zen, „un­ter­stüt­ze ich da­her aus­drück­lich“.

Die Ge­fäng­nis­se im Land plat­zen aus al­len Näh­ten. Des­halb hat­te Wolf an­ge­regt, das für den Ab­riss vor­ge­se­he­ne Hoch­haus im Ge­fäng­nis Stamm­heim wei­ter zu nut­zen. Es bie­tet der­zeit 413 Haft­plät­ze. Man prü­fe ei­nen be­fris­te­ten Wei­ter­be­trieb, so Sitz­mann. Es ge­be Sa­nie­rungs­be­darf bei der Ge­bäu­de­tech­nik und beim Brand­schutz. Die Kos­ten stün­den noch nicht fest. In den 1970er-Jah­ren sa­ßen dort füh­ren­de RAF-Ter­ro­ris­ten ein und nah­men sich dort das Le­ben.

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