Wer­ke mit dem Mund ge­malt

Mund­ma­ler Lars Höl­le­rer stellt ei­ni­ge sei­ner Bil­der im Rat­haus aus

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Bri­git­te Wal­ters

- Ei­ne klei­ne, fei­ne Aus­stel­lung ist am Don­ners­tag im Rat­haus er­öff­net wor­den. Zur Fei­er des 70-jäh­ri­gen Be­ste­hens des VdK Orts­ver­ban­des Mark­dorf zeigt der Mund­ma­ler Lars Höl­le­rer ei­ni­ge sei­ner Wer­ke. Die Aus­stel­lung ist bis zum 20. Mai wäh­rend der Öff­nungs­zei­ten des Rat­hau­ses zu se­hen.

Es sind an­spre­chen­de Bil­der, vol­ler Far­be, so bunt wie das Le­ben. Bil­der mit kla­ren Kon­tu­ren, mit prä­zi­sen Li­ni­en – das ist be­wun­derns­wert, wenn der Be­trach­ter be­denkt, mit wel­cher Tech­nik sie ge­malt wur­den. Der Künst­ler ist seit ei­nem Mo­tor­rad-Un­fall am Geh­ren­berg quer­schnitts­ge­lähmt und kann nur noch den Kopf be­we­gen.

Be­reits in der Re­ha be­gann er mit dem Ma­len, zu Hau­se in Über­lin­gen setz­te er sei­ne Ei­gen­stu­di­en fort und be­kam Kon­takt zur Ma­ler­aka­de­mie in Mühl­ho­fen. Vom Ver­band der Mund- und Fuß­ma­ler be­kam er ein Sti­pen­di­um und hat in­zwi­schen die Ma­le­rei zum Be­ruf ge­macht, er­zählt Lars Höl­le­rer bei der Ver­nis­sa­ge. Be­kannt sind sei­ne Gruß- und Ka­len­der­bil­der, die vom Ver­band her­aus­ge­ge­ben wer­den. In­zwi­schen hat er zwei Kin­der­bü­cher il­lus­triert, sei­ne Bil­der sind in et­li­chen Aus­stel­lun­gen zu se­hen. Sei­ne Wer­ke rei­sen zur nächs­ten Prä­sen­ta­ti­on bei­spiels­wei­se von Mark­dorf nach Wiesbaden.

In sei­ner Kunst lässt sich Lars Höl­le­rer von Paul Cé­zan­ne in­spi­rie­ren, sei es Ku­bis­mus oder Im­pres­sio­nis­mus. Die Bil­der im Rat­haus zäh­len eher zum Be­reich Mo­dern Art und Pop Art: Da ist der Raum­fah­rer auf dem Mond, im Helm­vi­sier spie­gelt sich die Mond­fäh­re, oder die Fü­ße im Blu­men­meer, blaue San­da­len und Rin­gel­so­cken be­herr­schen das Bild. An­ders im Stil die Frau­en­dar­stel­lun­gen, kla­re Kon­tu­ren, kla­re Li­ni­en. Viel Übung sei er­for­der­lich, um den Pin­sel mit dem Mund zu füh­ren, sagt Höl­le­rer. Er ar­bei­te­te mit han­dels­üb­li­chen Pin­seln, die ei­ne Ver­län­ge­rung er­hal­ten, so dass der Stil et­wa 40 Zen­ti­me­ter lang ist. Am En­de sei ein Gum­mi­stück, das zwi­schen den Zäh­nen ein­ge­klemmt wer­de, so das ei­ne ge­naue Füh­rung des Pin­sels mög­lich sei.

„Mit den Bil­dern sind Far­be und Licht ins Rat­haus ein­ge­zo­gen“, stellt Re­gi­ne Franz, Vor­sit­zen­de des VdKOrts­ver­bands, bei der Er­öff­nung fest. Sie freue sich, dass es dem Orts­ver­band ge­lun­gen sei, Höl­le­rer für ei­ne Aus­stel­lung in Mark­dorf zu ge­win­nen.

FO­TO: BRI­GIT­TE WAL­TERS

Der Mund­ma­ler Lars Höl­le­rer und die VdK-Vor­sit­zen­de Re­gi­ne Franz er­öff­nen die Bil­der­aus­stel­lung im Mark­dor­fer Rat­haus.

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