Heiz­pflicht gilt auch nach der kal­ten Zeit

Ver­mie­ter müs­sen Hei­zung wei­ter in Be­trieb hal­ten

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Geld & Service -

(AFP) - Auch nach Ablauf der Heiz­pe­ri­ode muss der Ver­mie­ter bei nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren für war­me Wohn­räu­me sor­gen. Die Heiz­pflicht des Ver­mie­ters sei ge­setz­lich zwar nicht ein­deu­tig ge­re­gelt, die Recht­spre­chung ha­be aber ge­klärt, „dass Mie­ter an kal­ten Früh­lings­ta­gen nicht frie­ren müs­sen“, teil­te der Ge­schäfts­füh­rer des Ber­li­ner Mie­ter­ver­eins, Rei­ner Wild, am Di­ens­tag mit. Ver­mie­ter müss­ten auch nach En­de der Heiz­pe­ri­ode da­für sor­gen, „dass in Wohn­räu­men 20 bis 22 Grad Cel­si­us er­reicht wer­den“. An­dern­falls könn­ten Mie­ter ei­ne Miet­min­de­rung an­kün­di­gen.

Wenn die Zim­mer­tem­pe­ra­tur auch nur zeit­wei­se un­ter 18 Grad sinkt oder der Ver­mie­ter ab­se­hen kann, dass die kal­te Wit­te­rung an­hält, muss er laut Ber­li­ner Mie­ter­ver­ein wei­ter hei­zen. Dies gel­te auch nach dem 30. April, der in Miet­ver­trä­gen häu­fig als En­de der Heiz­pe­ri­ode ver­ein­bart sei. Man­che Ge­rich­te näh­men bei ih­ren Ent­schei­dun­gen so­gar Be­zug auf die Au­ßen­tem­pe­ra­tur. Stei­ge die­se im Som­mer drei Ta­ge lang nicht über zwölf Grad Cel­si­us, müs­se ge­heizt wer­den kön­nen.

Kom­me der Ver­mie­ter sei­ner Heiz­pflicht nicht nach, soll­te ihm der Mie­ter die­sen Man­gel so­fort schrift­lich mit­tei­len, rät der Mie­ter­ver­ein. Mie­ter könn­ten dann auch ei­ne Miet­min­de­rung für die kal­ten Ta­ge von fünf bis 20 Pro­zent an­kün­di­gen, je nach Grad der Tem­pe­ra­tur­un­ter­schrei­tung. In die­sem Fall soll­te die Tem­pe­ra­tur laut Mie­ter­ver­ein aber durch Mes­sun­gen und Zeu­gen be­legt wer­den kön­nen, da ei­ne Miet­min­de­rung Streit mit dem Ver­mie­ter mit sich brin­gen kann.

FO­TO: DPA

Als Mie­ter muss man nicht frie­ren.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.