Ho­te­liers am See for­dern Al­ter­na­tiv­lö­sung

Ar­bei­ten an der B 31 sol­len vor­ver­legt und Um­lei­tun­gen ver­mie­den wer­den

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Mar­vin Weber

- Die Sa­nie­rungs­ar­bei­ten an der Bun­des­stra­ße 31 und die da­mit ver­bun­de­nen Um­lei­tun­gen sor­gen im Bo­den­see­kreis für Staus und Är­ger bei den Ho­te­liers. Ho­tel­be­sit­zer aus Meers­burg wer­ben in ei­nem Brief an die Bür­ger­meis­ter um Un­ter­stüt­zung, dass der zweite Bau­ab­schnitt ver­scho­ben und die ge­plan­ten Um­lei­tun­gen auf­ge­ho­ben wer­den. Bei den Bür­ger­meis­tern in der Re­gi­on sorgt der Vor­schlag je­doch für we­nig Zu­spruch.

Seit An­fang Mai und noch bis zum 17. Mai wird der Stre­cken­ab­schnitt der B 31 zwi­schen Obe­ruhl­din­gen und der Ab­fahrt Stet­ten sa­niert. In Rich­tung Über­lin­gen wird der Ver­kehr durch Meers­burg so­wie Un­ter­und Obe­ruhl­din­gen um­ge­lei­tet. Der Schwer­last­ver­kehr ab ei­nem Ge­wicht von 7,5 Ton­nen wird über Mark­dorf, Ber­ma­tin­gen und Sa­lem um­ge­lei­tet. Ei­ni­ge der Lkw-Fah­rer ver­mei­den je­doch die 27 Ki­lo­me­ter lan­ge Um­lei­tungs­stre­cke und fah­ren trotz ei­nes Ver­bots durch Meers­burg. Vie­le Ho­te­liers in den Ge­mein­den am Bo­den­see be­kla­gen, dass Gäs­te auf­grund des Lärms und des er­höh­ten Ver­kehrs­auf­kom­mens vor­zei­tig ab­rei­sen (die Schwä­bi­sche Zei­tung be­rich­te­te). In Mark­dorf sorgt der zu­sätz­li­che Schwer­last­ver­kehr, auch auf­grund par­al­lel statt­fin­den­der Bau­ar­bei­ten wie der Bau­stel­le Reb­stock für sto­cken­den Ver­kehr und Staus zu den Stoß­zei­ten.

Bür­ger­meis­ter ver­trau­en auf die Kom­pe­tenz der Pla­ner

In dem Brief an die Bür­ger­meis­ter der be­trof­fe­nen Ge­mein­den un­ter­brei­ten die Ho­te­liers den Vor­schlag, den für En­de Ju­ni ge­plan­ten zwei­ten Bau­ab­schnitt be­reits jetzt durch­zu­füh­ren. Gleich­zei­tig kön­ne aus Sicht der Ho­te­liers auch ohne ei­ne Um­lei­tung ge­ar­bei­tet wer­den. „Wir schla­gen da­her vor, dass die Vor­ar­bei­ten für den Bau­ab­schnitt zwei vom 26. Ju­ni bis 21. Ju­li, schon wäh­rend der jet­zi­gen Um­lei­tungs­pha­se bis zum 26. Mai aus­ge­führt wer­den, so­dass die As­phal­t­ar­bei­ten auf dem vier­spu­ri­gen Teil der B 31 ohne wei­te­re Um­lei­tung dann er­fol­gen kann“, heißt es in dem Schrei­ben an die Bür­ger­meis­ter, das die­ser Zei­tung vor­liegt. Da die vier­spu­ri­ge B 31 ei­ne Fahr­bahn­brei­te von 7,70 Me­ter auf­wei­se, sei es mög­lich, dass auf ei­ner Fahr­bahn Ver­kehr und Ge­gen­ver­kehr ge­führt und auf den an­de­ren zwei Fahr­spu­ren As­phal­t­er­neue­run­gen aus­ge­führt wer­den könn­ten, heißt es wei­ter in dem Schrei­ben.

Aus den be­trof­fe­nen Rat­häu­sern ist die Re­ak­ti­on auf den Vor­schlag eher ver­hal­ten. „Wie im­mer, wenn an der B 31 Sa­nie­rungs­ar­bei­ten durch­ge­führt wer­den, bricht in Mark­dorf das Cha­os aus“, sag­te Bür­ger­meis­ter Ge­org Ried­mann. Be­son­ders die bei­den Kreis­ver­keh­re sei­en für den Schwer­last­ver­kehr ei­ne Her­aus­for­de­rung. „Ich glau­be je­doch, dass die Pla­ner des Land­rats­am­tes und des Re­gie­rungs­prä­si­di­ums äu­ßerst sen­si­bel vor­ge­gan­gen sind und die best­mög­li­che Lö­sung ge­fun­den ha­ben“, so Ried­mann.

„Grund­sätz­lich wür­den wir uns na­tür­lich freu­en, wenn die Um­lei­tung durch Sa­lem ver­meid­bar wä­re“, sag­te Bür­ger­meis­ter Man­fred Här­le. „Den­noch wür­den uns die ver­ant­wort­li­chen Pla­ner die Um­lei­tun­gen nicht auf­zwin­gen, wenn es nicht wirk­lich nö­tig wä­re“, ist sich auch Här­le si­cher. Na­tür­lich sei da­von nie­mand be­geis­tert, aber man müs­se auch et­was Ver­ständ­nis ha­ben, wenn grö­ße­re Stra­ßen­bau­maß­nah­men rea­li­siert wür­den, so der Bür­ger­meis­ter. Ähn­lich sieht es Amts­kol­le­ge Mar­tin Rupp in Ber­ma­tin­gen. „Die Um­lei­tung und be­son­ders der er­höh­te Schwer­last­ver­kehr sorgt bei den An­woh­nern für deut­li­che Ein­schrän­kun­gen. Die B 31 muss je­doch sa­niert wer­den und ich glau­be, dass es kei­ne gro­ßen Al­ter­na­ti­ven zu der bis­he­ri­gen Lö­sung gibt“, sag­te Rupp.

Zu­min­dest aus dem Meers­bur­ger Rat­haus er­hal­ten die Ho­te­liers am See Un­ter­stüt­zung. „Wie für al­le Be­trof­fe­nen, ist die ak­tu­el­le Ver­kehrs­si­tua­ti­on kein Dau­er­zu­stand. Es muss ei­ne, für al­le in der Re­gi­on be­trof­fe­nen Kom­mu­nen, ver­träg­li­che Lö­sung her­ge­stellt wer­den“, äu­ßer­te sich Meers­burgs Bür­ger­meis­ter Robert Sche­rer auf Nach­fra­ge.

„Op­ti­mal wä­re ei­ne Lö­sung, bei wel­cher der Ver­kehr in­ner­halb der Bau­stel­le ver­lau­fen könn­te. Dies soll­te für den zwei­ten Bau­ab­schnitt jetzt über­prüft wer­den, so­lan­ge die Bau­stel­len­fahr­zeu­ge vor Ort sind und even­tu­el­le Vor­ar­bei­ten leis­ten könn­ten“, sag­te Meers­burgs Bür­ger­meis­ter.

FO­TO: MAR­VIN WEBER

Brems­lich­ter im Dau­er­ein­satz: Auf der Um­lei­tungs­stre­cke, wie hier in Mark­dorf, führt das er­höh­te Ver­kehrs­auf­kom­men zu Staus.

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