„Nie­mand in den USA soll­te über die­se Vor­gän­ge über­rascht sein“

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Nachrichten & Hintergrund -

- Jür­gen Hardt (CDU/Fo­to: Imago), Ko­or­di­na­tor der Bun­des­re­gie­rung für die trans­at­lan­ti­schen Be­zie­hun­gen und au­ßen­po­li­ti­scher Spre­cher der CDU/CSU-Bun­des­tags­frak­ti­on, sagt im Ge­spräch mit Andre­as Her­holz, die Vor­wür­fe ge­gen US-Prä­si­dent Do­nald Trump sei­en sehr ernst zu neh­men.

US-Prä­si­dent Do­nald Trump soll dem rus­si­schen Au­ßen­mi­nis­ter Ser­gei La­w­row Staats­ge­heim­nis­se über den Kampf ge­gen die Ter­ror­mi­liz „Is­la­mi­scher Staat“IS ver­ra­ten ha­ben. Ist der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent mit sei­nem Ver­hal­ten ein Si­cher­heits­ri­si­ko?

Der Fall muss gründ­lich ge­prüft wer­den. Das ame­ri­ka­ni­sche Sys­tem der Checks and Ba­lan­ces wird da­für sor­gen, dass die­ser Vor­gang gründ­lich auf­ge­ar­bei­tet wird. Na­tür­lich muss man auch mit Russ­land ver­trau­ens­voll zu­sam­men­ar­bei­ten. Das heißt aber nicht, dass man die ei­ge­ne Po­si­ti­on durch Frei­ga­be von Ge­heim­dienst­in­for­ma­tio­nen schwä­chen darf. Das ist ein ernst zu neh­men­der Vor­wurf. Der ame­ri­ka­ni­sche Kon­gress und der Se­nat wer­den die­ser Fra­ge in­ten­siv nach­ge­hen.

Gera­de erst war der US-Prä­si­dent we­gen der Ent­las­sung des FBIChefs un­ter Druck ge­ra­ten. Jetzt der Fall des Ge­heim­nis­ver­ra­tes. Kri­tik kommt selbst aus den ei­ge­nen Rei­hen der Re­pu­bli­ka­ner. Muss Trump be­reits jetzt, nach nur we­ni­gen Mo­na­ten, um sein Amt fürch­ten?

Ein ame­ri­ka­ni­scher Prä­si­dent soll­te sich da­vor hü­ten, den An­schein zu er­we­cken, er wür­de sei­ne Macht für per­sön­li­che In­ter­es­sen ein­set­zen. Die Ent­las­sung des FBI-Chefs un­ter die­sen Um­stän­den und in die­ser Pha­se war höchst un­glück­lich. Aber das muss das ame­ri­ka­ni­sche Volk mit sei­nem Prä­si­den­ten aus­ma­chen. Die Mehr­heit der Ame­ri­ka­ner hat den Prä­si­den­ten vor al­lem des­halb ge­wählt, weil er von au­ßen kommt und Stim­mung ge­gen das po­li­ti­sche Esta­blish­ment ge­macht hat. Des­halb soll­te nie­mand in den USA über­rascht sein, dass es jetzt im­mer wie­der zu solch un­ge­wöhn­li­chen Vor­gän­gen kommt.

Schon ist von ei­nem Hauch von Wa­ter­ga­te die Re­de …

Im Kon­gress wird es vie­le Se­na­to­ren und Ab­ge­ord­ne­te ge­ben, die ge­nau dar­auf ach­ten, ob der Prä­si­dent tat­säch­lich ge­gen das Straf­recht und sei­ne Amts­pflich­ten ver­stößt. Im Fall Wa­ter­ga­te hat man dem da­ma­li­gen Prä­si­den­ten Richard Ni­xon kon­kre­te Ver­stö­ße ge­gen ame­ri­ka­ni­sche Ge­set­ze im Amt nach­ge­wie­sen. Das ist bei Trump nicht der Fall. Für die Ein­lei­tung ei­nes Amts­ent­he­bungs­ver­fah­rens muss es ei­nen be­grün­de­ten Ver­dacht ge­ben, dass der Prä­si­dent ge­gen Ge­set­ze ver­sto­ßen hat.

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