Nie­der­sach­sen-SPD will So­li ab­schaf­fen

Mit ih­ren Steu­er­plä­nen kommt die Lan­des­par­tei Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz zu­vor

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Nachrichten & Hintergrund - Von Ras­mus Buch­stei­ner

- Bis­her hüllt sich SPDKanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz über ein Steu­er­kon­zept zur Bun­des­tags­wahl in Schwei­gen. Nun heizt Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) die De­bat­te über Steu­er­ent­las­tun­gen wei­ter an. Der So­li­da­ri­täts­zu­schlag soll dem­nach ab­ge­schafft wer­den. Zehn der 20 Mil­li­ar­den Eu­ro, die für das Jahr 2020 als So­li-Ein­nah­men er­war­tet wer­den, will Weil für ei­ne ge­ne­rel­le Steu­er­sen­kung nut­zen. „Das ver­blei­ben­de So­li-Auf­kom­men nut­zen wir für ei­ne ins­ge­samt ge­rech­te­re Ein­kom­mens­be­steue­rung“, so Weil wei­ter.

Ent­las­tun­gen für klei­ne und mitt­le­re Ein­kom­men, da­ge­gen ein hö­he­rer Spit­zen­steu­er­satz für Ein­kom­men ab 58 000 Eu­ro jähr­lich, so der Kern des Kon­zepts. Ei­ne Steu­erBlau­pau­se für Mer­kel-Her­aus­for­de­rer Schulz? Das Pa­pier sei seit Wo­chen mit dem Kanz­ler­kan­di­da­ten ab­ge­stimmt, heißt es aus Han­no­ver. Die Ge­nos­sen rüs­ten sich für den Steu­erWahl­kampf, gren­zen sich ins­be­son­de­re von Uni­on und FDP ab.

Kon­kre­tes Pro­gramm erst im Ju­ni

Schulz möch­te ein Mo­dell wo­mög­lich erst nach dem Pro­gramm­par­tei­tag En­de Ju­ni in Dortmund vor­le­gen, um noch auf die Vor­stel­lun­gen der Uni­on re­agie­ren zu kön­nen. Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) hat­te er­klärt, sie ge­he für die kom­men­de Wahl­pe­ri­ode von ei­nem Spiel­raum für Ent­las­tun­gen von 15 Mil­li­ar­den Eu­ro aus.

Im Ent­wurf des SPD-Wahl­pro­gramms, der der „Schwä­bi­schen Zei­tung“vor­liegt, sind die Steu­er­pas­sa­gen be­wusst va­ge ge­hal­ten. Von Ent­las­tun­gen „für Menschen mit klei­ne­ren und mitt­le­ren Ein­kom­men“ist da die Re­de: „Die Mehr­heit der Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer soll mehr Net­to vom Brut­to ha­ben.“Das Ehe­gat­ten­split­ting soll durch ein neu­es Fa­mi­li­en­split­ting er­setzt wer­den, bei dem Kin­der un­ab­hän­gig vom Trau­schein der El­tern be­son­ders be­rück­sich­tigt wer­den wür­den. Ho­he Erb­schaf­ten will die SPD im Ge­gen­zug stär­ker be­steu­ern.

Ei­gent­lich hat­te die Steu­er-Ar­beits­grup­pe der SPD die Fe­der­füh­rung für sich be­an­sprucht. Ent­spre­chend kühl fällt am Di­ens­tag auch die Re­ak­ti­on von Par­tei­vi­ze Thors­ten Schä­fer-Güm­bel aus, der die Grup­pe lei­tet: „Das ist ein wich­ti­ger De­bat­ten­bei­trag der nie­der­säch­si­schen Lan­des­re­gie­rung, den sich auch die SPD-Ar­beits­grup­pe ge­nau an­schau­en wird.“Geht es nach Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil, könn­ten Be­zie­her klei­ner Ein­kom­men mit mehr Net­to rech­nen. Ein Steu­er­satz von 24 Pro­zent wür­de nach dem „Nie­der­sach­sen-Ta­rif“erst für Ein­kom­men ab 25 000 Eu­ro grei­fen statt wie bis­her schon bei 14 000 Eu­ro. Für ei­ne Kran­ken­schwes­ter mit 30 000 Eu­ro brut­to im Jahr wä­re das ei­ne Ent­las­tung um 500 Eu­ro, rech­net die Lan­des­re­gie­rung vor.

Im Ge­gen­zug plä­diert Weil für ei­nen hö­he­ren Spit­zen­steu­er­satz – 45 Pro­zent für Ein­kom­men ab 58 000 Eu­ro und dann li­ne­ar an­stei­gend bis auf 49 Pro­zent bei mehr als 150 000 Eu­ro. „Nach un­se­rem Mo­dell wer­den Ein­kom­men bis 112 000 Eu­ro für Al­lein­ste­hen­de be­zie­hungs­wei­se 210 000 Eu­ro für Ver­hei­ra­te­te ent­las­tet“, er­klärt Nie­der­sach­sen Fi­nanz­mi­nis­ter Pe­ter-Jür­gen Schnei­der (SPD).

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