Grü­ne kön­nen Bür­ger­tum bin­den

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Meinung & Dialog - Hel­mut Schön,

Zum Ar­ti­kel „ Her­ber Ver­lust für Grü­ne“( 15.5.): Bei der NRW-Wahl sind die Grü­nen kläg­lich ge­schei­tert. Da­ran wa­ren nicht nur die de­sas­trö­se Schul­po­li­tik ih­rer Vor­sit­zen­den Löhr­mann schuld, son­dern auch die grü­nen Fun­dis der Par­tei mit ih­rer deut­lich lin­ken Ten­denz. Das lin­ke Spek­trum der Par­tei­en­land­schaft ist je­doch von der SPD und den Lin­ken be­setzt.

Um­welt­po­li­tik ist kein Al­lein­stel­lungs­merk­mal der Grü­nen mehr; sie ist in­zwi­schen von al­len Par­tei­en ver­in­ner­licht. Sie wa­ren bis­her dort er­folg­reich, wo sie als „Rea­los“mit­re­gier­ten (Kret­sch­mann bei uns, AlWa­zir in Hes­sen, Ha­beck in Schles­wig-Hol­stein). Ab­ge­se­hen vom Son­der­fall im Nor­den (Ku­bi­cki) ging der Er­folg der Grü­nen zu­las­ten der FDP. Es gibt näm­lich ei­nen Teil der kon­ser­va­ti­ven Wäh­ler, de­nen die re­li­giö­se Aus­rich­tung der CDU nicht zu­sag­te und die des­halb not­ge­drun­gen die FDP be­vor­zug­ten, so­lan­ge es vor Ort kei­ne glaub­wür­di­ge grü­ne Al­ter­na­ti­ve gab. Die Grü­nen könn­ten die ur­ba­nen Bes­ser­ver­die­nen­den und das auf­ge­schlos­se­ne jün­ge­re Bür­ger­tum bin­den, wäh­rend die CDU die Hei­mat der klas­sisch kon­ser­va­ti­ven Bür­ger bleibt. Wenn sich die­se bei­den La­ger in ei­ner Re­gie­rung zu­sam­men­fin­den, ent­steht prag­ma­ti­sche Re­al­po­li­tik zum Wohl des Lan­des.

Ra­vens­burg

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