Ge­richt un­ter­stellt L-Bank der EZB

Ba­den-Würt­tem­bergs För­der­insti­tut woll­te als „we­nig be­deut­sa­mes“Geld­haus nur na­tio­nal kon­trol­liert wer­den

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Wirtschaft -

(dpa) - Die Lan­des­kre­dit­bank Ba­den-Würt­tem­berg (LBank) muss sich nach ei­nem Ur­teil des EU-Ge­richts der di­rek­ten Auf­sicht der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) un­ter­wer­fen. Die Lu­xem­bur­ger Rich­ter wie­sen ei­ne Kla­ge da­ge­gen am Di­ens­tag ab. Die L-Bank woll­te er­rei­chen, dass sie als re­la­tiv klei­ne, staat­li­che För­der­bank oh­ne gro­ße Ri­si­ken der deut­schen Auf­sicht un­ter­stellt wird – und nicht von den Kon­trol­leu­ren der EZB be­auf­sich­tigt wird. Da­mit hät­te sie Auf­wand und Kos­ten spa­ren kön­nen. Doch die EURich­ter sa­hen für ei­ne Aus­nah­me kei­nen Grund (Az.: T-122/15).

Die L-Bank re­agier­te über­rascht. Man war­te nun ge­spannt auf die aus­führ­li­che Ur­teils­be­grün­dung, er­klär­te Vor­stands­chef Axel Na­wrath. Of­fen ste­hen der Bank Rechts­mit­tel beim Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof.

Nach der welt­wei­ten Fi­nanz­kri­se wa­ren die größ­ten Ban­ken im Eu­ro­raum 2014 un­ter die Kon­trol­le der Ban­ken­auf­sicht SSM bei der EZB ge­stellt wor­den, die sie un­ter an­de­rem mit Stress­tests über­prüft. Dies gilt für so­ge­nann­te „be­deut­sa­me Un­ter­neh­men“mit ei­ner Bi­lanz­sum­me von mehr als 30 Mil­li­ar­den Eu­ro. „We­ni­ger be­deu­ten­de“In­sti­tu­te un­ter­lie­gen der di­rek­ten Auf­sicht na­tio­na­ler Be­hör­den.

L-Bank: Nur ge­rin­ge Ri­si­ken

Die L-Bank lag mit zu­letzt gut 75 Mil­li­ar­den Eu­ro deut­lich über der ent­schei­den­den Schwel­le. Doch ar­gu­men­tier­te sie, we­gen ih­rer ge­rin­gen Ri­si­ken als staat­li­che För­der­bank des Mit­tel­stands und der Kom­mu­nen rei­che die deut­sche Auf­sicht aus.

Das EU-Ge­richt be­ton­te, die Schwel­le von 30 Mil­li­ar­den Eu­ro gel­te, falls kei­ne be­son­de­ren Um­stän­de vor­lä­gen. Ab­ge­wi­chen wer­den kön­ne da­von nur, wenn na­tio­na­le Be­hör­den die Zie­le der Auf­sicht bes­ser um­set­zen könn­ten. Zu­dem stell­ten die Rich­ter klar, dass die na­tio­na­le Auf­sicht über „we­ni­ger be­deu­ten­de“In­sti­tu­te nicht au­to­nom sei. Auch sie lie­ge in der Zu­stän­dig­keit der EZB, wer­de nur de­zen­tral um­ge­setzt.

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