Ver­le­ge­rin wird Kul­tur­mi­nis­te­rin

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Kultur -

(dpa) - Die ei­ne hat kei­ne Bü­cher ge­le­sen, die an­de­ren gal­ten als Tech­no­kra­ten. Nun hat Frank­reichs neu­er Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron ei­ne Kul­tur­mi­nis­te­rin er­nannt, die ei­ni­ge der be­deu­tends­ten Li­te­ra­ten ge­för­dert und ver­öf­fent­licht hat: die Ver­le­ge­rin Françoi­se Nys­sen. Die 65-Jäh­ri­ge löst die Po­li­tikund Be­triebs­wis­sen­schaft­le­rin Au­drey Azou­lay ab. Nys­sen schloss ih­re im­pro­vi­sier­te Re­de bei der Amts­über­ga­be mit ei­nem Zi­tat des Phi­lo­so­phen Ed­gar Mo­rin ab: „Wenn man stän­dig das We­sent­li­che dem Dring­li­chen op­fert, ver­gisst man die Dring­lich­keit des We­sent­li­chen.“ Nys­sen wur­de am 9. Ju­ni 1951 in Brüs­sel ge­bo­ren. Sie stu­dier­te zu­nächst Mo­le­ku­lar­bio­lo­gie. Doch ih­re Lei­den­schaft für Bü­cher ge­wann die Ober­hand. Im Jahr 1980 über­nahm sie die Lei­tung ei­nes Ver­lags­kol­lek­tivs in Pa­ra­dou, be­vor sie in den von ih­rem Va­ter im Jahr 1977 ge­grün­de­ten Ver­lag Ac­tes Sud in Ar­les ein­stieg. Heu­te zählt der Ver­lag zu den re­nom­mier­tes­ten Häu­sern Frank­reichs und bie­tet mehr als 11 000 Ti­tel an und hat mit Lau­rent Gau­dé, Jé­rô­me Fer­ra­ri und Ma­thi­as Enard drei Au­to­ren ver­öf­fent­licht, die mit Frank­reichs be­deu­tends­tem Li­te­ra­tur­preis aus­ge­zeich­net wur­den, dem Prix Gon­court.

FO­TO: DPA

Françoi­se Nys­sen

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.