Tem­po-30-Pe­ti­ti­on: Fast 7700 Un­ter­stüt­zer

Ein Sig­ma­rin­ger for­dert Rück­kehr zu Tem­po 50 – Über­ga­be an Pe­ti­ti­ons­aus­schuss ge­plant

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Ju­lia Frey­da

- Die Pe­ti­ti­on ei­nes Sig­ma­rin­gers zur Auf­he­bung von Tem­po 30 in­ner­orts im Bo­den­see­kreis nä­hert sich der Ziel­ge­ra­den. Fast 7700 Un­ter­stüt­zer hat Sieg­fried Wan­ke für sein Vor­ha­ben ge­won­nen. Sein Ziel sind 10 000, dann will er sein An­lie­gen beim Pe­ti­ti­ons­aus­schuss des Land­ta­ges ein­rei­chen.

Seit Mit­te Fe­bru­ar sam­melt Wan­ke über die Platt­form Open Pe­ti­ti­on Un­ter­schrif­ten (SZ be­rich­te­te). „Mo­men­tan ist es zwar et­was rück­läu­fig, aber ins­ge­samt bin ich mit dem Ver­lauf zu­frie­den“, sagt Wan­ke. Der­zeit fasst er sei­ne Ar­gu­men­te für die Rück­kehr zu Tem­po 50 in den Orts­durch­fahr­ten in ei­nem Schrei­ben zu­sam­men, das der Pe­ti­ti­on bei­ge­fügt wer­den soll. Dar­in führt er vor al­lem das The­ma Lärm an. Denn für ihn ist es nicht nach­voll­zieh­bar, dass die Be­hör­den den Lärm­schutz der An­woh­ner über die Leich­tig­keit des Ver­kehrs und den Ver­kehrs­fluss stel­len. „In­zwi­schen gilt auf Wohn­stra­ßen Tem­po 50 und auf Haupt­durch­gangs­stra­ßen, zum Teil so­gar Kraft­fahr­stra­ßen, Tem­po 30“, kri­ti­siert Wan­ke.

Von den Un­ter­stüt­zern der Pe­ti­ti­on stam­men 5200 aus dem Bo­den­see­kreis, 69 Pro­zent ge­ben an, selbst von der Tem­po­re­du­zie­rung be­trof­fen zu sein. Auch aus dem Nach­bar­kreis Ra­vens­burg kom­men bis­lang rund 1100 Un­ter­zeich­ner. Es gibt aber auf der Pe­ti­ti­ons­sei­te nicht nur Be­für­wor­ter. Auch Geg­ner mel­den sich zu Wort. Von die­sen wird Wan­ke un­ter an­de­rem ein Man­gel an Em­pa­thie für die An­woh­ner der viel be­fah­re­nen Orts­durch­fahr­ten vor­ge­wor­fen. „Die Pe­ti­ti­on wird nicht er­folg­reich sein, denn sie ver­stößt ge­gen gel­ten­des Recht. Tem­po 30 in Ha­gnau ist im Rah­men der Lärm­ak­ti­ons­pla­nung er­for­der­lich, um Ge­sund­heits­ge­fah­ren durch Lärm ab­zu­wen­den“, schreibt ein Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer.

An den Pe­ti­ti­ons­aus­schuss des Land­ta­ges kann sich je­de Ein­zel­per­son und Grup­pe wen­den, wenn man sich durch ei­ne Be­hör­de un­ge­recht be­han­delt fühlt. Im Durch­schnitt ist laut des Aus­schus­ses je­de fünf­te Pe­ti­ti­on ganz oder teil­wei­se er­folg­reich. Das heißt je­doch nicht, dass die ur­sprüng­li­chen Be­hör­den-Ent­schei­dun­gen recht­lich falsch ge­we­sen sind. „Es ist aber so, dass der Pe­ti­ti­ons­aus­schuss – im Un­ter­schied zu den Ge­rich­ten – nicht nur die Recht­mä­ßig­keit ei­ner be­hörd­li­chen Ent­schei­dung über­prü­fen darf, son­dern auch de­ren Zweck­mä­ßig­keit“, heißt es vom Pe­ti­ti­ons­aus­schuss.

Das ganz­tä­gi­ge Tem­po 30 in Mark­dorf kam An­fang 2015 durch Ent­schei­dung des Re­gie­rungs­prä­si­di­ums in Tü­bin­gen. An­lass war der Lärm­ak­ti­ons­plan, den die Stadt Mark­dorf auf­ge­stellt hat­te. Das Re­gie­rungs­prä­si­di­um woll­te zur Sa­che kei­ne Stel­lung be­zie­hen. „Wir wol­len ei­nem mög­li­chen Pe­ti­ti­ons­ver­fah­ren nicht vor­grei­fen“, sag­te Pres­se­spre­cher Stef­fen Fink auf An­fra­ge der SZ. Wenn die Pe­ti­ti­on ein­ge­reicht ist, wer­den be­trof­fe­ne Be­hör­den wie das Re­gie­rungs­prä­si­di­um vom Aus­schuss um ei­ne Stel­lung­nah­me ge­be­ten.

„In­zwi­schen gilt auf Wohn­stra­ßen Tem­po 50 und auf Haupt­durch­gangs­stra­ßen, Tem­po 30.“Sieg­fried Wan­ke

FO­TO: JU­LIA FREY­DA

Mit­te Fe­bru­ar hat ein Sig­ma­rin­ger ei­ne Pe­ti­ti­on ge­gen Tem­po 30 im Bo­den­see­kreis ge­star­tet. Die Zahl der Un­ter­stüt­zer steigt.

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