Zehn Jah­re „Ge­schwis­ter­zeit“

Päd­ago­gi­sches An­ge­bot für Ge­schwis­ter von Kin­dern mit Be­hin­de­rung oder schwe­rer Er­kran­kung fei­ert Ju­bi­lä­um

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Oberteuringen -

(sz) In die­sem Jahr fei­ert die „Ge­schwis­ter­zeit“, ein päd­ago­gi­sches An­ge­bot für Ge­schwis­ter von Kin­dern mit Be­hin­de­rung oder schwe­rer Er­kran­kung, ihr zehn­jäh­ri­ges Be­ste­hen. Als Schirm­her­rin des al­le zwei Jah­re statt­fin­den­den „Tags für be­son­de­re Fa­mi­li­en“im Ra­vens­bur­ger Spie­le­land freut sich Ve­re­na Ben­te­le, Be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für die Be­lan­ge von Men­schen mit Be­hin­de­rung, dass das ge­mein­sa­me An­ge­bot von Stif­tung Lie­benau, St. Ja­ko­bus Be­hin­der­ten­hil­fe, St. Eli­sa­be­thStif­tung und Mal­te­ser Hilfs­dienst von rund 80 Fa­mi­li­en re­gel­mä­ßig ge­nutzt wird.

Kin­der mit ei­nem Bru­der oder ei­ner Schwes­ter mit Be­hin­de­rung ent­wi­ckeln schon früh ein ho­hes Maß an Rück­sicht­nah­me, sie tra­gen Ver­ant­wor­tung und ent­wi­ckeln Für­sor­ge. Gleich­zei­tig füh­len sie sich da­bei aber nicht sel­ten über­for­dert, ha­ben Schuld­ge­füh­le, sind trau­rig oder auch mal wü­tend. „Die Ge­schwis­ter tra­gen im All­tag die­ser be­son­de­ren Fa­mi­li­en vie­les mit und ste­hen selbst nicht im Vor­der­grund“, weiß Christoph Gräf, der die Ge­schwis­ter­zeit vor zehn Jah­ren in­iti­iert hat. Hier soll das An­ge­bot ei­nen Aus­gleich schaf­fen. Die „Ge­schwis­ter­zeit“wol­le Zeit und Auf­merk­sam­keit schen­ken, die den El­tern im All­tag aus ver­ständ­li­chen Grün­den oft feh­le. „In die­sem Sin­ne freut uns be­son­ders, dass sich Ve­re­na Ben­te­le als Schirm­her­rin für die „Ge­schwis­ter­zeit“und ih­re Trä­ger Zeit nimmt“, so Gräf.

Die von Ge­burt an blin­de Ve­re­na Ben­te­le ist im Ar­gen­tal selbst in ei­ner Fa­mi­lie mit ei­nem se­hen­den und ei­nem eben­falls blin­den Bru­der auf­ge­wach­sen. Sie kennt die be­son­de­ren Her­aus­for­de­run­gen aus ers­ter Hand. „Wenn wir drei aufs Dach ge­klet­tert sind, war erst mal mein se­hen­der Bru­der ver­ant­wort­lich“, er­in­nert sich Ben­te­le. An der „Ge­schwis­ter­zeit“schät­ze sie vor al­lem, dass die Kin­der und Ju­gend­li­chen mit Gleich­alt­ri­gen mit ähn­li­chen Er­fah­run­gen ins Ge­spräch kom­men und sich bei ge­mein­sa­men Un­ter­neh­mun­gen ent­spannt aus­tau­schen kön­nen. „Das wä­re für mei­nen se­hen­den Bru­der be­stimmt auch schön ge­we­sen.“

Als Schirm­her­rin des al­le zwei Jah­re statt­fin­den­den „Tags für be­son­de­re Fa­mi­li­en“im Ra­vens­bur­ger Spie­le­land - in die­sem Jahr fällt er auf den 24. Sep­tem­ber – be­grüßt Ben­te­le, dass Ein­schrän­kun­gen ein­mal nicht im Vor­der­grund ste­hen, son­dern dass es dar­um geht, ge­mein­sam Spaß zu ha­ben.

FO­TO: STIF­TUNG LIE­BENAU

Die „Ge­schwis­ter­zeit“fei­ert in die­sem Jahr ihr zehn­jäh­ri­ges Be­ste­hen: Initia­tor Christoph Gräf (links) von der Stif­tung Lie­benau freut sich zu­sam­men mit den päd­ago­gi­schen Fach­kräf­ten Sy­bil­le Wöl­f­le (rechts) und Jörn Klop­fer über die Schirm­herr­schaft von Ve­re­na Ben­te­le, Be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für die Be­lan­ge von Men­schen mit Be­hin­de­rung.

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