Asyl­kreis bie­tet Fahr­rad­werk­statt für Ge­flüch­te­te an

Bür­ger spen­die­ren Fahr­rä­der – Werk­zeu­ge aus Spen­den an­ge­schafft – Noch ei­ni­ge „Schrau­ber“ge­sucht

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Friedrichshafen - Asyl­kreis.FN-West@web.de

(sz) - Ge­mein­sam mit der Asyl­grup­pe in St. Co­lum­ban be­treibt der öku­me­ni­sche Asyl­kreis FN-West seit ei­ni­gen Wo­chen ei­ne Werk­statt zur Re­pa­ra­tur von Fahr­rä­dern. Hier wer­den mitt­wochs und sams­tags mit ein­fa­chen Mit­teln und meist ge­brauch­ten Er­satz­tei­len de­fek­te Draht­esel von und mit Ge­flüch­te­ten wie­der flott ge­macht. Der Asyl­kreis Fried­richs­ha­fen-West sucht Eh­ren­amt­li­che, die hand­werk­li­ches Ge­schick ha­ben, um ein- bis zwei­mal im Mo­nat je­weils drei St­un­den an den Fahr­rä­dern her­um­zu­schrau­ben oder Re­pa­ra­tur­tipps zu ge­ben.

Wenn sich ei­ne Re­pa­ra­tur nicht mehr lohnt, kann man zu­min­dest Ein­zel­tei­le wei­ter ver­wen­den. Manch­mal be­wirkt auch ein Trop­fen Öl rei­ne Wun­der. Die Ge­flüch­te­ten hel­fen mit oder re­pa­rie­ren selbst un­ter An­lei­tung. Das Prin­zip heißt da­bei „Hil­fe zur Selbst­hil­fe“.

Rad bie­tet Mo­bi­li­tät

Die Flücht­lin­ge brau­chen die Fahr­rä­der, um mo­bil zu blei­ben. Ein jun­ger Mann aus Af­gha­nis­tan oder Eri­trea be­dau­ert: „Da­bei ist es so wich­tig, da­mit zum Sprach­kurs, zur Ar­beit, zum Sport­ver­ein, zum Land­rats­amt zu kom­men. Ei­ne Re­pa­ra­tur in ei­ner Fach­werk­statt kann ich mir nicht leis­ten“, heißt es in der Pres­se­mit­tei­lung des Asyl­krei­ses. Dies sei ein Pro­blem vie­ler Ge­flüch­te­ter.

Die er­for­der­li­chen Werk­zeu­ge wur­den aus Spen­den­mit­teln fi­nan­ziert. Mit­bür­ger ha­ben ih­re aus­ge­mus­ter­ten Rä­der ge­spen­det. Die­se wer­den re­pa­riert und in ei­nem ver­kehrs­si­che­ren Zu­stand den Ge­flüch­te­ten an­ge­bo­ten. Wei­ter­hin sind die neu an­ge­kom­me­nen Ge­flüch­te­ten oft nicht mit den Ver­kehrs­re­geln ver­traut. Für die schul­pflich­ti­gen Kin­der ist Ver­kehrs­er­zie­hung Sa­che der Schu­len. Der Asyl­kreis be­müht sich dar­über hin­aus, den Er­wach­se­nen das The­ma Ver­kehrs­si­cher­heit nä­her­zu­brin­gen. Wer ger­ne möch­te kann sich an Jörg Koh­le, Te­le­fon 07541 / 47 29, oder per E-Mail an

FO­TO: PR

In der Fahr­rad­werk­statt gibt es im­mer et­was zu schrau­ben oder zu fli­cken.

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