Die mu­si­ka­li­sche Qua­li­tät steht an ers­ter Stel­le

Mi­lan Ne­mec, neu­er Di­ri­gent des Mu­sik­ver­eins Rog­gen­beu­ren, kommt aus Mick­hau­sen bei Augs­burg

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Deggenhausertal/salem - Von Mar­vin We­ber

- Mi­lan Ne­mec führt seit Mit­te März den Takt­stock beim Mu­sik­ver­ein Rog­gen­beu­ren. Der 58-Jäh­ri­ge Di­ri­gent ist der Nach­fol­ger von Her­bert May­er, der nach fünf Jah­ren das Amt aus pri­va­ten Grün­den ab­ge­ge­ben hat. Bei der Su­che nach dem neu­en Di­ri­gen­ten ist der Mu­sik­ver­ein in der kom­for­ta­blen Si­tua­ti­on ge­we­sen, aus ins­ge­samt sechs Be­wer­bern den pas­sen­den Kan­di­da­ten aus­zu­wäh­len. Mit dem Kon­zert beim 41. Urnau­er Dorf­fest an Chris­ti Him­mel­fahrt hat Ne­mec die Feu­er­tau­fe er­folg­reich be­stan­den.

„Es ist ein wah­rer Lu­xus ge­we­sen, so vie­le Be­wer­ber zur Aus­wahl ge­habt zu ha­ben“, sagt Mar­kus Rief, der zwei­te Vor­sit­zen­de des Ver­eins. Nach­dem der MV Rog­gen­beu­ren im De­zem­ber über das In­ter­net, Mu­sik­ma­ga­zi­ne und über so­zia­le Me­di­en die Su­che nach ei­nem neu­en Di­ri­gen­ten ge­star­tet hat­te, tru­del­ten ins­ge­samt sechs Be­wer­bun­gen ein. Mit da­bei wa­ren Kan­di­da­ten aus der nä­he­ren Um­ge­bung wie Fried­richs­ha­fen, Kress­bronn und Lin­dau. Aber auch aus Sch­net­zen­hau­sen, Kress­bronn, Lin­dau, Mick­hau­sen und so­gar aus Kla­gen­furt in Kärn­ten ha­ben sich Di­ri­gen­ten auf den Pos­ten be­wor­ben. Nach­dem drei Be­wer­ber zum Vordi­ri­gat ein­ge­la­den wur­den, fiel die Wahl je­doch mit gro­ßer Mehr­heit auf Mi­lan Ne­mec.

Wei­te Ent­fer­nung ist ein­zi­ger Knack­punkt

Ein­zi­ger Punkt, der die Vor­stand­schaft et­was zwei­feln ließ, war die re­la­tiv gro­ße Ent­fer­nung, die Ne­mec für je­de Pro­be und je­des Kon­zert auf sich neh­men muss. Der 58-Jäh­ri­ge kommt aus Mick­hau­sen aus dem Land­kreis Augs­burg. Rund 150 Ki­lo­me­ter und gu­te zwei Au­to­stun­den lie­gen zwi­schen Rog­gen­beu­ren und der Hei­mat des neu­en Di­ri­gen­ten. „Als Ne­mec be­reits beim Weih­nachts­kon­zert zu Be­such war, ist uns ei­gent­lich klar ge­we­sen, dass er es ernst meint und dass die Dis­tanz für ihn kein Pro­blem ist“, sagt Rief.

Auch der ers­te gro­ße ge­mein­sa­me Auf­tritt am Don­ners­tag beim Dorf­fest in Urnau sei sehr gut ver­lau­fen, so Rief. „Ne­mec und un­ser Orches­ter hat­ten viel Spaß auf der Büh­ne. Die­se Spiel­freu­de hat auch das Pu­bli­kum wahr­ge­nom­men“, sagt der zwei­te Vor­sit­zen­de. Das har­mo­ni­sche Zu­sam­men­spiel ha­be sich be­reits in den ers­ten ge­mein­sa­men Pro­ben seit März ab­ge­zeich­net. „Die ers­ten Rück­mel­dun­gen aus Rei­hen des Orches­ters wa­ren durch­weg po­si­tiv“, so Rief. Auch Ne­mec ist zuf­rie­den: „Das ist ein Lern­pro­zess, bei dem sich die Ka­pel­le und der Di­ri­gent erst ein­mal fin­den müs­sen“, sagt der 58Jäh­ri­ge. „Man muss den Ton fin­den“, sagt Ne­mec. Da­mit ge­meint ist, dass sich das Orches­ter und er in Sa­chen Rhyth­mus und In­ter­pre­ta­ti­on der Stü­cke ein­spie­len müs­sen. „Für mich steht da­bei nicht im Vor­der­grund was ge­spielt, son­dern wie es ge­spielt wird. Die mu­si­ka­li­sche Qua­li­ät steht an ers­ter Stel­le“, sagt Ne­mec.

Der ge­bür­ti­ge Slo­wa­ke ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren als haupt­be­ruf­li­cher Di­ri­gent und Mu­sik­leh­rer viel un­ter­wegs ge­we­sen. Rund 25 Mu­sik­ka­pel­len und Orches­ter hat er nach ei­ge­nen An­ga­ben in der Ver­gan­gen­heit be­reits be­treut. Als Mu­sik­leh­rer ar­bei­te­te er in Ober­schwa­ben und Um­ge­bung. Aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den wol­le er jetzt je­doch et­was kür­zer tre­ten. Die mu­si­ka­li­sche Lei­tung des Mu­sik­ver­eins Rog­gen­beu­ren ma­che er nur noch als Hob­by.

FO­TO: PR

Der neue Mann am Takt­stock: Seit März wer­den die Mu­si­ker des MV Rog­gen­beu­ren von Mi­lan Ne­mec ge­lei­tet.

FO­TO: MWE

Mi­lan Ne­mec

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.