Groß­brand in Deg­gen­hau­sen

Rund 70 Feu­er­wehr­leu­te sind beim Groß­brand in Deg­gen­hau­sen im Ein­satz

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Erste Seite - Von Chris­ti­an Gor­ber

Wohn­haus und Schup­pen bren­nen kom­plett aus.

- Sach­scha­den im sechs­stel­li­gen Be­reich und ein völ­lig zer­stör­tes Wohn- und Öko­no­mie­ge­bäu­de sind die Bi­lanz ei­nes Groß­bran­des, der am Sams­tag­nach­mit­tag aus noch un­ge­klär­ter Ur­sa­che auf ei­nem ehe­ma­li­gen land­wirt­schaft­li­chen An­we­sen am Müh­len­weg in Deg­gen­hau­sen aus­ge­bro­chen ist. Rund 70 eh­ren­amt­li­che Feu­er­wehr­leu­te aus Deg­gen­hau­sen und Mark­dorf be­kämpf­ten den Brand, wei­te­re Kräf­te aus Sa­lem wa­ren in Be­reit­schaft. Ver­letzt wur­de nie­mand.

Die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Deg­gen­hau­ser­tal wur­de ge­gen 14.30 Uhr alar­miert. Als Kom­man­dant Karl­heinz Ben­te­le kurz dar­auf beim Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus ein­traf, ver­an­lass­te er als ers­te Maß­nah­me die Aus­lö­sung ei­nes Groß­alarms, da er be­reits auf dem Weg dort­hin ei­ne star­ke Rauch­ent­wick­lung über dem Orts­teil Deg­gen­hau­sen fest­ge­stellt hat­te. Zu die­sem Zeit­punkt be­reits vor Ort war Emil Ober­fell, ehe­ma­li­ger Kom­man­dant der Feu­er­wehr­ab­tei­lung Deg­gen­hau­sen, der in der un­mit­tel­ba­ren Nach­bar­schaft wohnt. Er wur­de von sei­ner Frau auf den Brand auf­merk­sam ge­macht und alar­mier­te über den No­t­ruf 112 selbst die Ka­me­ra­den. „Das Feu­er hat­te be­reits das Dach durch­schla­gen“, be­schreibt er das Aus­maß des Bran­des bei sei­ner Ent­de­ckung.

Strom­lei­tung ge­ris­sen

„Als wir am Ein­satz­ort ein­tra­fen, stand das Ge­samt­ge­bäu­de im Voll­brand und wir muss­ten uns zu­nächst auf den Schutz der Nach­bar­ge­bäu­de kon­zen­trie­ren. Das war pro­ble­ma­tisch, weil der Wind un­güns­tig stand“, um­reißt Ein­satz­lei­ter Karl­heinz Ben­te­le die Aus­gangs­la­ge. Ei­ne wei­te­re Ge­fahr droh­te durch die elek­tri­schen Ver­sor­gungs­lei­tun­gen, wel­che über die bren­nen­den Ge­bäu­de führ­ten. Ei­ne von ih­nen riss un­ter der Hit­ze­ein­wir­kung. Aus die­sem Grund muss­te das zu­stän­di­ge Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men die Strom­zu­fuhr in Teil­be­rei­chen von Deg­gen­hau­sen un­ter­bre­chen.

Glück im Un­glück war für die Feu­er­wehr die La­ge des Brand­ob­jekts in un­mit­tel­ba­rer Nä­he zur Deg­gen­hau­ser Aach, denn so konn­ten mit ins­ge­samt drei Trag­krafts­prit­zen die be­nö­tig­ten ho­hen Lösch­was­ser­men­gen di­rekt aus dem Ge­wäs­ser ent­nom­men wer­den. Ob­wohl das nächs­te Wohn­haus an der engs­ten Stel­le ei­nes We­ges nur et­wa drei bis vier Me­ter vom Brand­ob­jekt ent­fernt ist, ge­lang es den Ein­satz­kräf­ten, die­ses Haus und an­de­re Ge­bäu­de zu ret­ten. Al­ler­dings wei­sen ge­schmol­ze­ne Kunst­stoff­fens­ter und Fas­sa­den­ver­klei­dun­gen so­wie ge­bors­te­ne Schei­ben dar­auf hin, dass ei­ne Brand­aus­brei­tung un­mit­tel­bar be­vor­stand.

Un­ter­stützt wur­den die Feu­er­weh­ren durch die DRK-Be­reit­schaft Deg­gen­hau­ser­tal und durch zu­sätz­li­ches Per­so­nal der Schnell­ein­satz­grup­pen Sa­lem und Mark­dorf, die mit ins­ge­samt rund 30 Ein­satz­kräf­ten die Si­cher­heit der Feu­er­wehr­leu­te ge­währ­leis­te­ten und die Atem­schutz­ge­rä­te­trä­ger über­wach­ten.

Lob für Ein­satz­kräf­te

„Der Ein­satz ist sehr gut ab­ge­lau­fen“, lob­te Kreis­brand­meis­ter­stell­ver­tre­ter Ti­mo Kei­rath, der die Lösch­ar­bei­ten be­auf­sich­tig­te und die Ein­satz­lei­tung un­ter­stütz­te. Ne­ben Kei­rath war auch Bür­ger­meis­ter Fa­bi­an Me­schen­mo­ser zur Brand­stel­le ge­kom­men, um sich selbst ein Bild von der La­ge zu ma­chen.

Die Nach­lösch­ar­bei­ten zo­gen sich bis in die spä­ten Abend­stun­den und muss­ten auch in der Nacht so­wie am Sonn­tag­mor­gen noch­mals auf­ge­nom­men wer­den, da im­mer wie­der Glut­nes­ter auf­fla­cker­ten. Der Sach­scha­den ist der­zeit noch nicht hin­rei­chend ge­nau ab­schätz­bar. Laut Po­li­zei liegt er min­des­tens bei 150 000 Eu­ro. Die Brand­ur­sa­che ist noch un­klar. Laut Po­li­zei wur­de der Brand mög­li­cher­wei­se durch den 49jäh­ri­gen Be­woh­ner des Hau­ses fahr­läs­sig aus­ge­löst, wel­cher Ab­flamm­ar­bei­ten von Un­kraut mit ei­nem Bren­ner im Au­ßen­be­reich durch­führ­te. Im Schup­pen ent­flamm­te gelagertes Heu so­wie ein Trak­tor mit frisch ge­füll­tem Die­sel­tank. Die Haus­ei­gen­tü­me­rin konn­te sich un­ver­letzt ins Freie ret­ten.

FO­TO: DRS

FO­TOS: DEREK SCHUH/FEU­ER­WEHR

Die Dreh­lei­ter aus Mark­dorf leis­tet wert­vol­le Di­ens­te bei der Brand­be­kämp­fung und dem Schutz der Nach­bar­ge­bäu­de.

Ein­satz­lei­ter Karl­heinz Ben­te­le er­läu­tert Kreis­brand­meis­ter­stell­ver­tre­ter Ti­mo Kei­rath die La­ge.

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