An Höl­der­lins Wahn­sinn schei­den sich die Geis­ter

Die um­nach­te­ten letz­ten Jah­re des Dich­ters, be­leuch­tet von zwei Neu­er­schei­nun­gen

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Literatur - Von Bern­hard Hampp

Ver­fol­gung zu ent­ge­hen. Aber auch Höl­der­lins Mut­ter, die er als geld­gie­rig be­schreibt, trägt für Ho­row­ski Schuld, dass der Li­te­rat als un­zu­rech­nungs­fä­hig ein­ge­stuft wur­de: Sonst hät­te sie ei­nen Teil der Sti­pen­di­en zu­rück­zah­len müs­sen. Für Ver­hal­tens­stö­run­gen, Matt­heit und Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che des spä­ten Höl­der­lin fin­det Ho­row­ski in­des ei­ne Er­klä­rung: Der Dich­ter sei im Au­ten­rieth­schen Kli­ni­kum mit ei­ner Über­do­sis Ka­lomel fehl­me­di­ka­men­tiert und so­mit ver­gif­tet wor­den.

Ho­row­skis Buch trägt Zü­ge ei­ner po­le­mi­schen Abrech­nung mit der Psych­ia­trie und schießt in sei­nem pau­scha­len Ur­teil ge­gen ei­nen gan­zen Be­rufs­stand mit­un­ter über das Ziel hin­aus. An­de­rer­seits ist dem Au­tor ei­ne höchst un­ter­halt­sa­me und kennt­nis­rei­che Aus­ein­an­der­set­zung mit Le­ben, Um­feld, li­te­ra­ri­scher Be­deu­tung und Wir­kung Höl­der­lins ge­lun­gen.

Auf den Spu­ren ei­nes Ge­nies

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