Ral­len­rei­her ist der „Star“

„Bo­den­seh­schwal­ben“be­ob­ach­ten beim „Bir­dra­ce“sel­te­ne Vo­gel­ar­ten, aber we­ni­ger als im Vor­jahr

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Friedrichshafen -

(sz) - Mit ge­misch­ten Ge­füh­len blickt das Team „Bo­den­seh­schwal­ben“auf das dies­jäh­ri­ge „Bir­dra­ce“zu­rück. Bei dem bun­des­weit aus­ge­tra­ge­nen Vo­gel­be­ob­ach­tungs-Wett­ren­nen konn­te es „nur“121 Ar­ten be­ob­ach­ten – we­ni­ger als im Vor­jahr. Dar­un­ter wa­ren dies­mal aber ei­ni­ge be­son­de­re. So sa­hen sie ei­nen sel­te­nen Ral­len­rei­her.

Mann­schaf­ten aus je drei bis fünf Be­ob­ach­tern ver­such­ten bei dem Wett­be­werb des Dach­ver­bands Deut­scher Avi­fau­nis­ten (DDA) wie­der in­ner­halb von 24 St­un­den so vie­le Vo­gel­ar­ten wie mög­lich zu se­hen oder zu hö­ren. Im Bo­den­see­kreis tra­ten als Team „Bo­den­seh­schwal­ben“Da­ni­el Do­er, von Be­ruf Ge­schäfts­füh­rer des Land­schafts­er­hal­tungs­ver­bands Bo­den­see­kreis, Da­ni­el Ma­sur und Sa­mu­el Hoff­mei­er, Mit­ar­bei­ter im Na­tur­schutz­re­fe­rat des Re­gie­rungs­prä­si­di­ums Tübun­gen, so­wie als neu­es Te­am­mit­glied Mi­ke Eick aus Stutt­gart an. In rund 20 St­un­den und am En­de un­ter er­schwer­ten Re­gen­be­din­gun­gen be­ob­ach­te­te das Team nach ei­ge­nen An­ga­ben 121 Vo­gel­ar­ten. Da­mit ha­be es zehn Ar­ten un­ter dem her­vor­ra­gen­den Vor­jah­res­er­geb­nis ge­le­gen.

Sel­te­ne Ar­ten zei­gen sich

Aber die Qua­li­tät der fest­ge­stell­ten Ar­ten hat­te es in sich: Wie im Vor­jahr konn­te wie­der ein Or­to­lan be­ob­ach­tet wer­den. „Das ist bei der Sel­ten­heit die­ser Ammer-Art mit ge­ho­be­nen Le­bens­raum­an­sprü­chen, die in Deutsch­land kurz vor dem Auss­ter­ben steht, sehr be­mer­kens­wert“, sagt Da­ni­el Ma­sur. Das ab­so­lu­te High­light sei aber erst am Abend im strö­men­den Re­gen am Bo­den­see­ufer ent­deckt wor­den: ein süd­ost­eu­ro­päi­scher Ral­len­rei­her.

„Das ist in mei­ner 15. Bir­dra­ceTeil­nah­me in Fol­ge mit Ab­stand die sel­tens­te Vo­gel­art, die ich bei die­sen Wett­ren­nen vor das Fern­glas be­kom­men ha­be“, er­zählt Team­ka­pi­tän Da­ni­el Do­er be­geis­tert. Und der Ral­len­rei­her war nur ei­ne von ins­ge­samt fünf Rei­her­ar­ten beim Be­ob­ach­tungs­ma­ra­thon. Denn der Tag be­gann mit Zwerg­dom­mel und Nacht­rei­her an den Sa­le­mer Klost­erwei­hern gleich mit zwei be­son­de­ren Ar­ten die­ser Grup­pe. Kurz vor dem Ral­len­rei­her such­te ein Stel­zen­läu­fer das Ufer nach Nah­rung ab. Die­se me­di­ter­ra­ne Art brü­tet nur un­re­gel­mä­ßig in Deutsch­land und ge­hört auch am Bo­den­see zu den sel­te­ne­ren Gäs­ten. Ab­ge­run­det wur­de der Tag von ei­ni­gen Weiß­flü­gel-See­schwal­ben, eben­falls sel­te­ne Durch­züg­ler aus dem Os­ten.

Ins­ge­samt ging dem Team aber ge­gen En­de des Ta­ges ein­fach die Zeit zum Be­ob­ach­ten aus. „Der klei­ne, aber viel­fäl­ti­ge Bo­den­see­kreis stellt be­son­de­re An­for­de­run­gen an die Stra­te­gie beim Be­ob­ach­tungs­Wett­ren­nen“, sagt Da­ni­el Do­er. „Wir wer­den wei­ter an der bes­ten Stra­te­gie fei­len und im nächs­ten Jahr bei der Ar­ten­zahl be­stimmt wie­der bes­ser ab­schnei­den“, ist sich Sa­mu­el Hoff­mei­er si­cher.

Beim Vo­gel­be­ob­ach­tungs­ren­nen wer­den auch Spen­den­gel­der für den gu­ten Zweck ge­sam­melt – in die­sem Jahr für das Be­ob­ach­tungs­por­tal Or­ni­tho.de. Die „Bo­den­seh­schwal­ben“wur­den vom Cam­ping­platz Goh­ren mit ei­ner Spen­de un­ter­stützt.

FO­TOS: PR

Ein ko­mi­scher, par­don, sel­te­ner Vo­gel: Der Ral­len­rei­her (links) ist der Hö­he­punkt des „Bir­dra­ces“. Aber auch Stel­zen­läu­fer läuft vors Fern­glas.

Ent­täuscht: Die „Bo­den­seh­schwal­ben“ha­ben sich mehr Ar­ten er­hofft.

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