Bür­ger be­sich­ti­gen Ge­mein­schafts­un­ter­kunft

Ab Mit­te Ju­li sol­len die ers­ten Be­woh­ner in das Haus an der Zie­ge­lei­stra­ße ein­zie­hen

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Bermatingen/markdorf - Von Mar­vin We­ber

- Ab Mit­te Ju­li sol­len die ers­ten Be­woh­ner in die Ge­mein­schafts­un­ter­kunft an der Zie­ge­lei­stra­ße ein­zie­hen. Nach rund ei­nem drei­vier­tel Jahr Bau­zeit ist die Un­ter­kunft des Land­krei­ses für rund 40 Asyl­be­wer­ber be­zugs­fer­tig. Am Don­ners­tag­abend nut­zen vie­le Bür­ger die Chan­ce, die Un­ter­kunft zu be­sich­ti­gen und um mit Ver­ant­wort­li­chen der Ge­mein­de und des Land­rats­amts über die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on in der Flücht­lings­un­ter­brin­gung zu spre­chen.

„Wir wer­den ver­su­chen, dass ei­ne ge­misch­te Be­le­gung aus Ein­zel­per­so­nen, Paa­ren und Fa­mi­li­en in der Un­ter­kunft mög­lich ist“, sag­te Ra­mo­na Wen­gert, Sach­ge­biets­lei­te­rin für Auf­nah­me und Un­ter­brin­gung beim Land­rats­amt. Si­cher sei, dass ab Mit­te Ju­li zwei af­gha­ni­sche Fa­mi­li­en ein­zie­hen wür­den, der Rest der Be­woh­ner sei­en Neu­zu­wei­sun­gen vom Re­gie­rungs­prä­si­di­um Tü­bin­gen. Für die ers­ten Mo­na­te und ei­nen rei­bungs­lo­sen Start wer­de die Ge­mein­schafts­un­ter­kunft erst ein­mal mit rund 20 bis 25 Per­so­nen be­legt, so Wen­gert.

Kos­ten: rund 1,2 Mil­lio­nen Eu­ro

In das Haus an der Zie­ge­lei­stra­ße zie­hen Asyl­be­wer­ber, die zu­vor in ei­ner Lan­des­erst­auf­nah­me­stel­le (LEA) in Deutsch­land an­ge­kom­men und re­gis­triert wur­den. Das zwei­stö­cki­ge Ge­bäu­de mit 15 Zwei- und Drei­bett-Zim­mern hat den Land­kreis rund 1,2 Mil­lio­nen Eu­ro ge­kos­tet. „Rund 80 Pro­zent da­von be­kom­men wir vom Land wie­der zu­rück“, sag­te Ro­bert Schwarz, Pres­se­spre­cher des Land­rats­amts. Auf bei­den Eta­gen in der Un­ter­kunft gibt es ei­ne Kü­che so­wie Du­schen und Toi­let­ten für Män­ner und Frau­en. Im Erd­ge­schoss be­fin­den sich zu­sätz­lich noch ei­nen Raum für die Heim­lei­tung, ein Ge­mein­schafts­raum so­wie ein be­hin­der­ten­ge­rech­tes Zim­mer und ei­ne Be­hin­der­ten­toi­let­te. Das be­son­de­re an dem Ge­bäu­de sei, dass es durch ei­ne fle­xi­ble Bau­wei­se schnell um­funk­tio­niert wer­den kön­ne und so­mit et­wa So­zi­al­woh­nun­gen ent­ste­hen könn­ten. Ent­spre­chen­de Vor­rich­tun­gen für Bal­ko­ne oder Zu­gän­ge für Ter­ras­sen sei­en be­reits vor­han­den, so Schwarz. „Wann das je­doch der Fall ist, kann man mo­men­tan schwer ab­se­hen. Die kom­men­den Jah­ren wird das Ge­bäu­de auf je­den Fall für die Un­ter­brin­gung von Asyl­be­wer­bern ge­nutzt.“

Die­se fle­xi­ble Nut­zung be­zeich­net auch der Ber­ma­tin­ger Bür­ger­meis­ter Mar­tin Rupp als gro­ßen Vor­teil. „So­zia­ler Wohn­raum kann so bei Be­darf schnell ge­schaf­fen wer­den“, sag­te Rupp. Auf Wunsch der Ver­wal­tung wur­de die Au­ßen­fas­sa­de mit ei­ner dunk­len Holz­ver­klei­dung ab­ge­deckt. Zu­vor war ei­gent­lich ei­ne Fas­sa­de aus Rif­fel­b­lech ge­plant. „So fügt sich das Ge­bäu­de bes­ser in die na­tur­na­he Um­ge­bung am Orts­rand“, sag­te Rupp.

Vie­le Bür­ger der Ge­mein­de nutz­ten am Don­ners­tag­abend die Mög­lich­keit, sich die neue Un­ter­kunft an­zu­schau­en. „Ich freue mich über das re­ge In­ter­es­se und dass sich vie­le Ber­ma­tin­ger ein Bild da­von ma­chen wol­len, was hier in den letz­ten Mo­na­ten ent­stan­den ist“, sag­te der Ber­ma­tin­ger Bür­ger­meis­ter. Ei­ne der vie­len in­ter­es­sier­ten Bür­ger war Si­mo­ne Stock­fisch, die zu­sam­men mit ih­ren bei­den Kin­dern zur Be­sich­ti­gung kam. „Wir woh­nen um die Ecke im Neu­bau­ge­biet und ich hat­te bis­her we­nig Be­rüh­rungs­punk­te mit dem The­ma Asyl“, sag­te Stock­fisch. Da­her sei es für sie wich­tig, In­ter­es­se zu zei­gen an­statt von An­fang an Dis­tanz auf­zu­bau­en. Si­mo­ne Stock­fisch in­ter­es­sier­te vor al­lem, wer al­les in die Un­ter­kunft ein­zieht und was die Be­woh­ner den Tag über ma­chen. „Ich ver­traue auf die Be­hör­den, dass ein gu­tes Misch­ver­hält­nis ge­schaf­fen wird und al­les passt“, sag­te sie.

FOTO: MAR­VIN WE­BER

Ra­mo­na Wen­gert (vor­ne links) vom Land­rats­amt stellt den Ber­ma­tin­gern die neue Ge­mein­schafts­un­ter­kunft vor.

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