Stadt­werk mel­det zehn Mil­lio­nen Eu­ro Ge­winn

In­ves­ti­tio­nen er­neut ge­stei­gert – Öko­lo­gie steht beim Ener­gie­ver­sor­ger wei­ter­hin im Fo­kus

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Friedrichshafen -

(sz) - Das Stadt­werk am See hat am Frei­tag den Jah­res­ab­schluss 2016 vor­ge­legt: Der Ener­gie­ver­sor­ger be­rich­tet von ei­nem Ge­winn von mehr als zehn Mil­lio­nen Eu­ro und den höchs­ten In­ves­ti­tio­nen der Ge­schich­te.

„Mit der Aus­rich­tung auf Zu­kunfts­tech­nik und Öko­lo­gie ist das Stadt­werk sehr gut auf­ge­stellt“, sagt Über­lin­gen OB Jan Zeit­ler, der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de des Un­ter­neh­mens. Auch wenn das Jah­res­er­geb­nis nicht an das vom letz­ten Jahr her­an­rei­che: „Wir kön­nen froh sein, dass wir ein Bür­ger-Stadt­werk ha­ben, das uns zu gu­ten Prei­sen ver­sorgt und ne­ben­her so­gar noch ei­nen Bei­trag zu den kom­mu­na­len Haus­hal­ten in Über­lin­gen, Friedrichshafen, Fri­ckin­gen und Ha­gnau leis­tet.“

Mit den Wirt­schafts­zah­len zeigt sich Stadt­werk am See-Ge­schäfts­füh­rer Alex­an­der-Flo­ri­an Bürk­le laut ei­ner Pres­se­mit­tei­lung sehr zu­frie­den: 10,2 Mil­lio­nen Eu­ro Ge­winn ste­hen un­ter dem Strich – und das bei Re­kord-In­ves­ti­tio­nen von fast 26 Mil­lio­nen Eu­ro. Der Um­satz ist mit 164,3 Mil­lio­nen Eu­ro auf glei­chem Ni­veau wie im Vor­jahr. In­ves­tiert ha­be das Stadt­werk ins­be­son­de­re in die Ener­gie- und Was­ser­net­ze, aber auch in öko­lo­gi­sche Wär­me. De­ren Ver­kauf – „ei­nes un­se­rer Vor­zei­ge-Ge­schäf­te“, wie Bürk­le be­tont – ist deut­lich an­ge­stie­gen. In die­sem Be­reich plant, baut, war­tet und über­wacht das Stadt­werk Hei­zungs­an­la­gen für Be­trie­be, Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser oder gan­ze Wohn­ge­bie­te.

An­fang 2017 hat das Stadt­werk sein neu­es Kun­den­zen­trum in Über­lin­gen er­öff­net, 2018 folgt das in Friedrichshafen. „Wir neh­men rich­tig Geld in die Hand, da­mit die Kun­den es gut bei uns ha­ben.“

Die Um­welt, heißt es in der Mit­tei­lung wei­ter, be­schäf­ti­ge den re­gio­na­len Ener­gie­ver­sor­ger wei­ter in­ten­siv. „Es wird von uns kei­ne Pro­jek­te mehr ge­ben, die wir nicht für ‚Öko ok‘ be­fun­den ha­ben“, stellt Bürk­le fest. Nah­wär­me steht hier im Vor­der­grund, aber auch nach­hal­ti­ger Strom aus Son­ne und Was­ser und – neu – die E-Mo­bi­li­tät.

Das Stadt­werk schafft ge­ra­de fünf wei­te­re E-Au­tos für den ei­ge­nen Fuhr­park an. Das För­der­pro­gramm wird auf E-Au­tos aus­ge­wei­tet. La­de­säu­len gibt es künf­tig beim Stadt­werk als güns­ti­ges Kom­plett-Pa­ket, bei Wunsch in­klu­si­ve War­tung und Öko-Strom­ver­trag.

Smar­te Ent­wick­lung

Ver­hält­nis­mä­ßig neu ist das The­ma „smart ho­me“– in­tel­li­gen­te Haus­steue­rung mit dem Ziel, das Le­ben ein­fa­cher, kom­for­ta­bler und si­che­rer zu ma­chen. Hier bie­tet das Stadt­werk seit kur­zem ein­fa­che Pro­dukt­pa­ke­te an. „Wir sind viel­leicht nicht die­je­ni­gen, die In­no­va­tio­nen er­fin­den“, so Bürk­le, „aber wir ma­chen sie für un­se­re Kun­den er­leb­bar und er­schwing­lich.“

Neue Ent­wick­lun­gen und de­ren Mög­lich­kei­ten auf­zu­grei­fen und für die Kun­den zu­gäng­lich zu ma­chen, das sei auch wich­tig, weil das Stan­dard-Ge­schäft „Ener­gie­ver­kauf“für al­le Ener­gie­ver­sor­ger im­mer schwie­ri­ger wer­de.

Fast 57 Cent von je­dem Eu­ro Strom­preis ge­hen in­zwi­schen an den Staat, der Rest ist ent­we­der staat­lich re­gu­liert oder un­ter­liegt ei­nem har­ten Wett­be­werb. „Wir rich­ten uns mit Ge­schäfts­fel­dern wie E-Mo­bi­li­tät und smart ho­me neu aus und bie­ten un­se­ren Kun­den in der Re­gi­on bes­ten Ser­vice und Mehr­wert – das ist un­se­re Auf­ga­be als Stadt­werk für die Re­gi­on“, um­reißt Bürk­le die Phi­lo­so­phie.

Zur Hei­mat­ver­bun­den­heit ge­hört für das Stadt­werk, Ver­ant­wor­tung für die Re­gi­on zu über­neh­men. Nicht nur als Spon­sor und Spen­der, son­dern auch als Auf­trag­ge­ber, Kun­de, Ar­beit­ge­ber – und neu­er­dings auch als An­la­ge­ob­jekt. „Un­se­re Bür­ger­be­tei­li­gung läuft su­per, wir sind fast aus­ver­kauft – von den ma­xi­mal 10 Mil­lio­nen Eu­ro, die wir aus­ge­ben, ist nur noch rund ei­ne Mil­li­on of­fen“, be­rich­tet Bürk­le. Mit der Bür­ger­be­tei­li­gung kön­nen sich nun al­le Bür­ger auch di­rekt am Stadt­werk be­tei­li­gen. Wo­bei des­sen Kun­den noch ei­nen Ex­tra-Bo­nus bei den Zin­sen be­kom­men – 2,7 Pro­zent gibt es für Strom- und Gas­kun­den des Stadt­werks, 2,0 für Nicht­kun­den.

Die Stadt­werk-Toch­ter Te­le­da­ta baut wei­ter kon­se­quent das Glas­fa­ser­netz in der Re­gi­on aus – rund 400 Ki­lo­me­ter sind es in­zwi­schen. Neu er­schlos­sen wer­den der­zeit ge­mein­sam mit dem Stadt­werk Hei­li­gen­berg und Fri­ckin­gen. 400 Häu­ser in der Re­gi­on hat das Un­ter­neh­men 2016 ans Glas­fa­ser­netz ge­bracht.

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