Brenn­punkt Schwab­stra­ße ist ent­schärft

Streit­ba­re Män­ner sind nicht mehr im Haus – Kei­ne Po­li­zei­ein­sät­ze seit 17. März

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Wir Am See -

(flo) - Mit Be­rich­ten über Ran­da­le, Sauf­ge­la­ge und ei­ner Mes­ser­ste­che­rei ist ein Haus an der Schwab­stra­ße zu­letzt in die Schlag­zei­len ge­ra­ten. Vier Mo­na­te, nach­dem ein Asyl­be­wer­ber vier Män­ner at­ta­ckier­te und ver­letz­te, scheint der so­zia­le Brenn­punkt in­zwi­schen ent­schärft zu sein.

Jagd­sze­nen in der Schwab­stra­ße: Ge­schrei, Schüs­se, vier Män­ner stür­men ei­nem 24-jäh­ri­gen Asyl­be­wer­ber durch das Trep­pen­haus hin­ter­her. Mit die­ser Aus­ein­an­der­set­zung am Abend des 17. März, bei der ein 23Jäh­ri­ger mit Mes­ser­sti­chen le­bens­ge­fähr­lich ver­letzt wird, rückt das Haus in der Schwab­stra­ße in den Blick der Öf­fent­lich­keit – vom so­zia­len Brenn­punkt ist die Re­de.

Nicht nur die Ge­walt­tat selbst, son­dern auch die un­halt­ba­ren Zu­stän­de in dem drei­stö­cki­gen Haus sind bald ein The­ma. Be­sit­zer der Im­mo­bi­lie ist die Woh­nungs­ge­sell­schaft Vo­no­via, ver­pach­tet ist sie an ei­ne Ein­zel­per­son, die of­fen­bar ver­sucht, den ma­xi­ma­len Pro­fit aus dem Haus her­aus­zu­pres­sen. Re­cher­chen der Schwä­bi­schen Zei­tung er­ga­ben, dass der Päch­ter die ehe­ma­li­gen Bü­ro­räu­me im Erd­ge­schoss so­wie die Woh­nun­gen in den bei­den Ober­ge­schos­sen mit Trenn­wän­den in 32 Zim­mer un­ter­teil­te – und sie ein­zeln für je­weils 450 Eu­ro ver­mie­tet, wie ein Mie­ter er­klär­te. Für vie­le der Men­schen, die dort woh­nen, über­neh­men das Job­cen­ter oder das So­zi­al­amt die Mie­te.

Nach der Mes­ser­ste­che­rei kün­dig­ten die Be­hör­den im April an, das Haus ge­nau­er un­ter die Lu­pe zu neh­men. Und das ist auch ge­sche­hen. „Im Mai fand die Be­ge­hung des Ge­bäu­des in der Schwab­stra­ße statt, und zwar mit Ver­tre­tern un­se­res Stadt­bau­am­tes, des Am­tes für Bür­ger­ser­vice, Si­cher­heit und Um­welt und der Feu­er­wehr“, teil­te ei­ne Spre­che­rin der Stadt­ver­wal­tung auf An­fra­ge der Schwä­bi­schen Zei­tung mit. Bei der Be­ge­hung sei­en brand­schutz­recht­li­che Män­gel fest­ge­stellt wor­den, die je­doch be­ho­ben wer­den kön­nen. Die Si­cher­heits­la­ge ha­be sich we­sent­lich ver­bes­sert, ein Po­li­zei­ein­satz sei seit dem 17. März nicht mehr er­for­der­lich ge­we­sen.

Fritz Be­zik­o­fer, Spre­cher des Po­li­zei­prä­si­di­ums Kon­stanz, kann die­se Aus­sa­ge be­stä­ti­gen und ver­rät auch den Grund, war­um in der Schwab­stra­ße in­zwi­schen Ru­he ein­ge­kehrt ist: Die bei­den Män­ner, die re­gel­mä­ßig da­für sorg­ten, dass die Luft brann­te, sind in­zwi­schen weg – der ei­ne in ei­ner neu­en Un­ter­kunft, der an­de­re in Un­ter­su­chungs­haft.

FOTO: FLO

Spu­ren ei­ner Mes­ser­ste­che­rei. Am Mor­gen des 18. März zeu­gen die­se Blut­la­chen von ei­ner Aus­ein­an­der­set­zung, bei der ein 23-Jäh­ri­ger in der Schwab­stra­ße le­bens­ge­fähr­lich ver­letzt wur­de.

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