Ne­bel zeigt fal­sche An­schlüs­se

Un­ter­neh­men prüft die Ka­na­li­sa­ti­on rund um die Hans-Wa­ge­nitz-Stra­ße

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Ju­lia Freyda Fo­tos www.schwä­bi­sche.de/ mark­dorf

- Ne­bel­schwa­den stei­gen aus den Gul­ly­de­ckeln. Bei ei­nem Ein­fa­mi­li­en­haus in der Al­ber­tSchwei­zer-Stra­ße auch aus der Dach­rin­ne. „Voll­tref­fer“, lau­tet das Ur­teil von Ro­land Mantz, der mit sei­ner Stadt­hy­gie­ne­fir­ma aus Ehin­gen das Ka­nal­netz rund um die Hans-Wa­ge­nitz-Stra­ße prüft. Sein Auf­trag: Fehl­an­schlüs­se auf­de­cken.

Rund zwei St­un­den dau­er­te der Ein­satz in dem Bau­ge­biet süd­lich der En­sis­hei­mer Stra­ße. Die Bi­lanz: zwei Car­ports, ein Ein­fa­mi­li­en­haus und zwei Ein­lauf­schäch­te sind ans fal­sche Netz an­ge­schlos­sen. „Das ist im Gro­ßen und Gan­zen nicht gra­vie­rend“, sagt Mantz. Die Stadt­ver­wal­tung hat­te den Ehin­ger be­auf­tragt, um den Grund für grö­ße­re Men­gen Fremd­was­ser her­aus­zu­fin­den, das im Pump­werk in dem Bau­ge­biet auf­läuft (SZ be­rich­te­te). Da­zu legt Mantz ei­nen Schlauch in die Schäch­te des Ab­was­ser­ka­nals, dreht die Ne­bel­ma­schi­ne im Fahr­zeug an und war­tet ab. Lang­sam läuft er die Stra­ßen­zü­ge ent­lang, nimmt die Ein­lauf­schäch­te am Stra­ßen­rand, vor al­lem aber die Dä­cher ins Vi­sier. Denn: Kommt der Rauch aus den Ent­lüf­tungs­roh­ren, dann ist al­les gut. Steigt er aber aus ei­ner Re­gen­rin­ne auf, dann ist das schlecht. Denn so­mit ist die Dach­rin­ne an das Ab­was­ser­sys­tem an­ge­schlos­sen.

Das wie­der­um be­deu­tet, dass dann et­wa bei Stark­re­gen die­ses Was­ser zu­sätz­lich in die Klär­an­la­ge fließt und sie an die Gren­zen bringt. „Denn für den Be­trieb der Klär­an­la­ge ist es wich­tig, dass dort mög­lichst dre­cki­ges Was­ser an­kommt. Durch den Re­gen im Ab­was­ser wird es aber ver­dünnt“, er­klärt Diet­mar Gu­ter­mann vom Mark­dor­fer Stadt­bau­amt. Bei ei­nem Blick in ei­nen Ka­nal ent­deckt er ein ste­tes Rinn­sal. „Das ist ein Hin­weis dar­auf, dass Fremd­was­ser ein­läuft. Denn üb­li­cher­wei­se wür­de das Was­ser schwall­wei­se ab­flie­ßen.“Zwi­schen­durch schau­en An­woh­ner Mantz neu­gie­rig über die Schul­ter, las­sen sich die Ar­bei­ten er­klä­ren. „Wir ha­ben vor­ab auch die Feu­er­wehr in­for­miert, weil der Ne­bel leicht mit Rauch ver­wech­selt wer­den kann“, sagt Mantz. Doch bis­lang ha­be er es nie er­lebt, dass die Brand­be­kämp­fer mal zu ihm aus­rück­ten.

Ob nun die ge­fun­de­nen Fehl­an­schlüs­se der Grund für die gro­ße Men­ge an Fremd­was­ser in der Klär­an­la­ge sind, muss noch ge­nau­er un­ter­sucht wer­den. Soll­te das nicht der Grund sein, dann muss die Stadt an den Ka­nal ran. „Denn dann müs­sen wir wohl künf­tig von hier mit der ge­stie­ge­nen Was­ser­men­ge rech­nen und den Ka­nal ent­spre­chend di­men­sio­nie­ren“, sagt Gu­ter­mann. Lang­fris­tig aber müs­sen die An­schlüs­se oh­ne­hin an­ders ge­setzt wer­den. Denn das Pump­werk in der Han­sWa­ge­nitz-Stra­ße ist ver­al­tet, im Un­ter­halt teu­er. „Lie­ber wä­re es uns, wenn wir den Ka­nal in Rich­tung Mark­dorf-Süd ver­län­gern könn­ten“, sagt Gu­ter­mann.

Wei­te­re von der Be­ne­be­lungs­ak­ti­on gibt es un­ter

FO­TOS: JU­LIA FREYDA

Die Dä­cher im Vi­sier: Mit­ar­bei­ter der Fir­ma Mantz Stadt­hy­gie­ne schau­en, ob dort Rauch aus­tritt.

Diet­mar Gu­ter­mann (links) vom Stadt­bau­amt und Ro­land Mantz stu­die­ren den Plan mit den Ka­nä­len.

Schlech­tes Zei­chen: Aus dem Re­gen­rohr am Car­port steigt Rauch auf. Das Fall­rohr ist falsch an­ge­schlos­sen.

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