Raz­ak Al­fa­ga ist Welt­meis­ter im Schwer­ge­wicht

Häf­ler Tae­kwon­do-Kämp­fer holt Gold in Süd­ko­rea und wird zu­gleich zum bes­ten WM-Kämp­fer ge­wählt

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Lokalsport -

(sz) - 183 Na­tio­nen ha­ben in Mu­ju (Ko­rea), dem Hei­mat­land der Kampf­sport­art Tae­kwon­do, die seit 2000 of­fi­zi­el­le olym­pi­sche Dis­zi­plin ist, um den Welt­meis­ter­schafts­ti­tel ge­kämpft. Sie­ben Ath­le­ten und zwei Trai­ner hat­te der Bo­den­see-Schul­sport-Ver­ein (BSV) Fried­richs­ha­fen vor Ort. Raz­ak Al­fa­ga er­kämpf­te sich den WM-Ti­tel, Ine­se Tar­vi­da die Bron­ze­me­dail­le.

Das Her­ren-Schwer­ge­wicht (über 87 Ki­lo­gramm) war mit sport­li­chen Hoch­ka­rä­tern nur so über­sät: Vier Welt­meis­ter so­wie die Gold-, Sil­ber­und Bron­ze-Me­dail­len­ge­win­ner 2016 von Rio de Janeiro wa­ren al­le­samt am Start. Der Häf­ler Ab­doul Raz­ak Is­sou­fou Al­fa­ga zog in die zwei­te Run­de per Frei­los ein und traf in sei­nem Auf­takt­kampf auf To­u­ma­ni Dia­ba­te aus Ma­li, der kein Kon­zept ge­gen ihn fand (23:5).

Ge­gen den fran­zö­si­schen Vi­zeEu­ro­pa­meis­ter Omar El Ya­zi­di hat­te der Sport­ler des Jah­res der Stadt Fried­richs­ha­fen an­fangs des auf drei mal zwei Mi­nu­ten an­ge­setz­ten Kamp­fes Pro­ble­me, konn­te sich je­doch ab Mit­te der zwei­ten Run­de im­mer bes­ser auf den Kampf­stil des Fran­zo­sen ein­stel­len. Am En­de ge­wann Al­fa­ga ver­dient mit 17:8.

Im Vier­tel­fi­na­le stand ihm der Olym­pia-Drit­te von 2016, Mai­con Si­quei­ra aus Bra­si­li­en, ge­gen­über, der im Vor­feld den Vi­ze­welt­meis­ter Fir­min Zok­ou von der El­fen­bein­küs­te (14:13) und den Welt­meis­ter von 2011 aus Ko­rea, Chol-Ho Jo aus Ko­rea, nach ei­nem 9:9-Punk­te­stand in der Ver­län­ge­rung per Sud­den-De­ath be­zwin­gen konn­te. Wie schon bei den Olym­pi­schen Spie­len im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te auch die­ses Mal der Fried­richs­ha­fe­ner die Na­se vorn (16:9) und stand so­mit im Halb­fi­na­le.

Jetzt be­kam es der BSV-Kämp­fer mit dem Sil­ber­me­dail­len­ge­win­ner der Olym­pi­schen Spie­le 2012 und Welt­meis­ter von 2013, Ant­ho­ny Oba­me aus Ga­bon, zu tun. Die­ser konn­te zu­vor den Olym­pia­sie­ger von Rio und Welt­meis­ter bis 87 Ki­lo­gramm aus dem Jahr 2015, Ra­dik Isaev aus Aser­bai­dschan, mit 15:13 knapp aus­schal­ten. Doch auch er konn­te den Häf­ler Sie­ges­zug nicht stop­pen und un­ter­lag mit 9:16.

Sein Fi­nal­geg­ner Ma­ha­ma Cho aus Groß­bri­tan­ni­en, Olym­pia­fünf­ter von Rio, hat­te sich über den sechs­fa­chen Eu­ro­pa­meis­ter Ar­man-Mar­shall Sil­la aus Weiß­russ­land (23:12), den Mi­li­tär-Welt­spie­le-Sie­ger und Vi­ze-Welt­meis­ter Sai­jad Mar­da­ni aus dem Iran (14:1) so­wie den Vi­zeEu­ro­pa­meis­ter aus Russ­land, Ro­man Kuz­net­s­ov (22:4), der den us­be­ki­schen Welt­meis­ter von 2015, Dmi­triy Sho­kin, aus dem Ren­nen ge­wor­fen hat­te (9:7), durch­ge­kämpft.

Fi­nal­kampf ist High­light der WM

Nach­dem der Bri­te in sei­nen vor­an­ge­gan­ge­nen Kämp­fen sei­ne Geg­ner laut Pres­se­be­richt na­he­zu al­le „zer­stört“und teil­wei­se vor­ge­führt hat­te, wur­de das Fi­na­le zu ei­nem ech­ten Zu­schau­er-High­light der ge­sam­ten WM. Raz­ak Al­fa­ga kon­trol­lier­te von An­be­ginn den Kampf, ver­hin­der­te mit di­rek­ten Kon­ter­ak­tio­nen die ex­plo­si­ven An­griffs­ver­su­che des Bri­ten und setz­te bei In­sta­bi­li­tät sei­nes Kon­tra­hen­ten sei­ner­seits mit blitz­schnel­len Kom­bi­na­tio­nen nach. Die­se mach­ten ihn beim Punk­te­en­d­stand von 9:4 zum Welt­meis­ter.

Dar­über hin­aus wur­de er vom Welt­ver­band zum bes­ten Män­ner­sport­ler der WM ge­kürt – ei­ne Aus­zeich­nung, die nor­ma­ler­wei­se nicht an die „schwe­ren Jungs“im Schwer­ge­wicht geht. „Nach Olym­pia-Sil­ber, jetzt der WM-Ti­tel. Das ist ein­fach un­fass­bar“, freut sich sein Heim­trai­ner Mar­kus Koh­löf­fel über den sen­sa­tio­nel­len Er­folg sei­nes Sport­lers.

Am Mitt­woch sind bei­de auf Ein­la­dung des ni­g­ri­schen Staats­prä­si­den­ten be­reits auf dem Weg nach Nia­mey in Ni­ger. Dort wol­len die Re­gie­rung und die gan­ze Be­völ­ke­rung ih­re Hel­den fei­ern: Im­mer­hin wer­den weit über ei­ne Mil­li­on Men­schen zum Emp­fang der schon jetzt zu ni­g­ri­schen Sport­le­gen­den ge­wor­de­nen Fried­richs­ha­fe­ner er­war­tet.

FO­TO: PR

Sind be­reits zu Leb­zei­ten in Ni­ger Sport­le­gen­den (von links): Tae­kwon­do-Trai­ner Mar­kus Koh­löf­fel und der frisch­ge­ba­cke­ne Welt­meis­ter Raz­ak Al­fa­ga vom BSV Fried­richs­ha­fen.

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