CDU dis­ku­tiert Sa­lems Ober­stu­fen­wün­sche

Bil­dungs­po­li­ti­scher Spre­cher der Land­tags­frak­ti­on sieht kei­nen Be­darf

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Salem/deggenhausertal - Von Mar­ti­na Wol­ters

- Vor dem Hin­ter­grund des seit ei­nem Jahr wie­der von der CDU ge­führ­ten Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums in­ner­halb der grün-schwar­zen Lan­des­re­gie­rung hat der bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU-Frak­ti­on, Kar­lWil­helm Röhm, am Di­ens­tag­abend im Beu­rener Gast­hof „Ad­ler“mit 40 Gäs­ten über die ak­tu­el­le Schul­po­li­tik dis­ku­tiert. Im Fo­kus der vom CDUK­reis­ver­band in­iti­ier­ten Ver­an­stal­tung stand der Wunsch der Sa­le­mer Ver­wal­tung, an der Ge­mein­schafts­schu­le (GMS) am Bil­dungs­zen­trum (BZ) ei­ne ei­ge­ne gym­na­sia­le Ober­stu­fe ein­zu­rich­ten.

„Der Be­darf ei­ner gym­na­sia­len Ober­stu­fe be­steht für mich als Lan­des­po­li­ti­ker nicht“, lau­te­te die kla­re An­sa­ge des stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den der CDU-Land­tags­frak­ti­on.

Es sei­en aus­rei­chend Re­al­schu­len, ge­nü­gend Gym­na­si­en und be­rufs­bil­den­de Schu­len im Um­kreis von 15 Ki­lo­me­tern um Sa­lem her­um vor­han­den, be­fand er nach ei­ge­ner Prü­fung. Dass er im Zu­ge des­sen die Sa­le­mer Schu­le nicht be­sucht hat­te, be­män­gel­ten die El­tern­bei­rats­vor­sit­zen­de Bir­git Zau­ner und die Orts­ver­bands­vor­sit­zen­de der Grü­nen Sa­lem-Hei­li­gen­berg, He­di Christian.

Die Ab­sa­ge von elf Bür­ger­meis­tern um­lie­gen­der Ge­mein­den zur Be­tei­li­gung an den Ge­mein­schafts­schul­kos­ten sprach für Röhm eben­falls ei­ne ein­deu­ti­ge Spra­che ge­gen den Gym­na­si­al­auf­satz am Bil­dungs­zen­trum.

Ul­rich Mül­ler, Mi­nis­ter a. D., nahm Be­zug auf die klei­ne An­fra­ge des CDU-Ab­ge­ord­ne­ten Klaus Bur­ger, der sich jüngst bei der Lan­des­re­gie­rung nach der Ge­mein­schafts­schul­ent­wick­lung im west­li­chen Bo­den­see­kreis er­kun­digt hat­te. Dem­nach ist die „Soll­grö­ße von min­des­tens 40 Schü­lern“für die GMS-Ein­gangs­klas­sen so­wohl in Sa­lem als auch in Über­lin­gen sel­ten er­reicht wor­den. Des Wei­te­ren un­ter­rich­te je­weils nur ein Gym­na­si­al­leh­rer mit vol­lem De­pu­tat. Auch wenn es mög­lich sei, dass Schü­ler an­de­rer Schu­len an ei­ner Sa­le­mer Ober­stu­fe teil­neh­men könn­ten, hielt Mül­ler den Vor­stoß für nicht ziel­füh­rend. Es ge­be ge­nü­gend Al­ter­na­ti­ven in Mark­dorf, Über­lin­gen und Meers­burg.

Eben­so sah das die Lei­te­rin der Über­lin­ger Re­al­schu­le, Ka­rin Bros­z­at. Sie woll­te das „be­währ­te An­ge­bot“vor Ort bei­be­hal­ten. Lothar Fritz, selbst lang­jäh­ri­ger Gym­na­si­al­rek­tor und CDU-Ge­mein­de­rat, hielt es für „Trick­se­rei“, wenn Sa­lems Ober­stu­fen­klas­sen mit Schü­lern an­de­rer Ge­mein­den auf­ge­füllt wür­den. Röhm un­ter­strich in dem Zu­sam­men­hang, dass die gym­na­sia­len An­for­de­run­gen voll­kom­men iden­tisch blie­ben, egal ob ein Ju­gend­li­cher das Gym­na­si­um oder ei­nen Gym­na­si­al­auf­satz ei­ner Ge­mein­schafts­schu­le be­su­che. „Die Ge­mein­schafts­schul­päd­ago­gik en­det in Klas­se 10“, be­ton­te der lang­jäh­ri­ge Ober­stu­di­en­di­rek­tor. Son­der­we­ge wer­de es da­nach kei­ne mehr ge­ben, sag­te er.

Für die neue Sa­le­mer GMSSchul­lei­te­rin Bet­ti­na Sch­ap­peler hin­ge­gen stell­te ei­ne auf­bau­en­de Ober­stu­fe ei­ne „Be­rei­che­rung für Re­al­schü­ler“dar.

Der Vor­sit­zen­de der Hei­li­gen­ber­ger CDU-Orts­grup­pe be­ton­te die Vor­tei­le ei­nes Schul­ver­bun­des für die Fa­mi­li­en vor Ort. Mit den vie­len Bil­dungs­mög­lich­kei­ten an­dern­orts zer­rei­ße das So­zi­al­ge­fü­ge, so Jerg.

FO­TO: MAR­TI­NA WOL­TERS

Der bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU-Land­tags­frak­ti­on, Karl-Wil­helm Röhm (ste­hend), in­for­miert auf Ein­la­dung des Kreis­vor­sit­zen­den Vol­ker May­er-Lay (vor­ne, sit­zend) über die ak­tu­el­le Schul­po­li­tik.

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