Ar­beit­ge­ber jah­re­lang be­stoh­len

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Salem/deggenhausertal -

(naa) - Ei­ne ver­zwick­te Er­b­an­ge­le­gen­heit, ei­ne Schei­dung und die schwe­re Er­kran­kung der der­zei­ti­gen Le­bens­ge­fähr­tin sol­len schuld dar­an sein, dass ein 49-jäh­ri­ger Mann aus dem west­li­chen Bo­den­see­kreis sei­nen Ar­beit­ge­ber über ei­nen Zei­t­raum von knapp drei Jah­ren be­stoh­len hat. So je­den­falls er­klär­te der 49-Jäh­ri­ge es jetzt vor dem Amts­ge­richt Kon­stanz.

Au­ßer­dem, so der ge­knick­te An­ge­klag­te, hät­ten an­de­re das auch ge­tan. Die Staats­an­walt­schaft Kon­stanz warf ihm vor, Werk­zeu­ge, Ar­beits­ma­te­ri­al und Me­tall­schrott im Wert von 126 000 Eu­ro aus der Fir­ma ge­schmug­gelt und über Ebay ge­winn­brin­gend ver­kauft zu ha­ben. Die 47jäh­ri­ge Le­bens­ge­fähr­tin soll da­bei vor al­lem für den Ver­kauf über ei­ne In­ter­net­platt­form zu­stän­dig ge­we­sen sein. Sie war we­gen Bei­hil­fe zum Dieb­stahl an­ge­klagt. Nach der Be­weis­auf­nah­me vor dem Schöf­fen­ge­richt am Amts­ge­richt Kon­stanz schrumpf­te der tat­säch­li­che Ve­r­äu­ße­rungs­er­lös der Ge­gen­stän­de auf 80 000 Eu­ro zu­sam­men. Es hat­te sich ge­zeigt, dass es sich aus­schließ­lich im ge­brauch­te Ge­gen­stän­de ge­han­delt hat­te, wäh­ren die Be­rech­nun­gen der Er­mitt­ler von Ein­kaufs­prei­sen aus­ge­gan­gen wa­ren. Das bis­lang nicht vor­be­straf­te Paar räum­te die Ver­feh­lun­gen ein. Über den Mann ver­häng­te das Ge­richt 20 Mo­na­te Haft, die Frau kam mit 14 Mo­na­ten da­von. Bei­de Stra­fen wur­den für drei Jah­re zur Be­wäh­rung aus­ge­setzt. Als Auf­la­ge muss der 49-jäh­ri­ge An­ge­klag­te mo­nat­lich 100 Eu­ro Scha­den­er­satz an sei­nen frü­he­ren Ar­beit­ge­ber be­zah­len. Aus der Not her­aus“sei er auf die blö­de Idee ge­kom­men, hat­te er zu­vor er­klärt. Ihn drück­ten 100 000 Eu­ro Schul­den. Und sei­ne Le­bens­ge­fähr­tin ha­be da­mals von Kran­ken­geld und spä­ter von Ar­beits­lo­sen­geld ge­lebt, be­rich­te­te er. Nach der Auf­de­ckung flog er hoch­kant aus der Fir­ma. In­zwi­schen ha­be er aber ei­nen neu­en Ar­beits­platz.

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