Bö­ses „NIX“ver­schluckt Schlüs­sel vom Spiel­bus

Das Team des Spie­le­hau­ses lädt al­le Kin­der zum Spie­len und Ent­de­cken nach Wig­gen­hau­sen ein

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Friedrichshafen/salem/meersburg - Von Lea Dill­mann

- Am Mitt­woch­nach­mit­tag ist der Spiel­bus des Spie­le­hau­ses in Wig­gen­hau­sen an­ge­kom­men und wird bis Frei­tag je­weils von 14 bis 17 Uhr auf dem Spiel­ge­län­de in der Bo­del­schwingh­stra­ße Sta­ti­on ma­chen. Al­le Kin­der im Al­ter von sechs bis 13 Jah­ren sind da­zu ein­ge­la­den, auf ih­rem ver­trau­ten Spiel­platz die Welt zu er­kun­den.

Ge­spannt war­te­ten die Kin­der auf die An­kunft des Spiel­bus­ses mit Spiel­zeug, Ba­s­tel­ma­te­ria­li­en und Werk­zeu­gen. Doch al­les, was das Team des Spie­le­hau­ses da­bei hat­te, ist „NIX“. „NIX“ver­schluck­te ver­se­hent­lich den Schlüs­sel für den Bus und die Kin­der muss­ten sich selbst Spiel­mög­lich­kei­ten aus­den­ken. Mit den Spie­len füt­ter­ten sie den Bauch von „NIX“. Ziel da­bei war, er soll­te den Schüs­sel wie­der aus­spu­cken.

Die Mit­ar­bei­ter des Bus­ses ga­ben sich ah­nungs­los. Mit blau­en Clowns­na­sen hal­fen sie den Kin­dern le­dig­lich mit Tipps oder An­stö­ßen für Ide­en.

„In die­sem Jahr steht das kind­li­che Spiel im Mit­tel­punkt. Die Kin­der sol­len sich mit ih­rem Um­feld aus­ein­an­der­set­zen und ei­ge­ne Ide­en für ein Spiel ent­wi­ckeln. Das för­dert die Krea­ti­vi­tät und Fan­ta­sie je­des Ein­zel­nen“, er­klär­te Pro­jekt­lei­te­rin An­ja Blu­mau­er-Gee­ne. Es sei ei­ne ur­ei­ge­ne Kom­pe­tenz von Kin­dern, sich spie­le­risch die Welt an­zu­eig­nen. Da­für sol­len sie ne­ben Schu­le und Hob­bies Zeit und Raum be­kom­men. „Kin­der ha­ben das Recht auf Spiel", sagt Blu­mau­er-Gee­ne.

Egal ob groß oder klein, je­des Kind brach­te sich mit ein, und so ent­wi­ckel­ten sie ge­mein­sam Spie­le. Re­geln wur­den ver­än­dert – mal laut, mal lei­se. Na­tür­lich muss­ten al­le da­mit ein­ver­stan­den sein. Sie spiel­ten bei­spiels­wei­se „Ver­ste­cke an­ders­her­um“. Das Team frag­te die Kin­der, was wä­re, wenn sich nur ei­ner ver­ste­cken wür­de und al­le an­de­ren müss­ten su­chen. Die Grup­pe war be­geis­tert und steu­er­te ei­ne Re­gel dem Spiel­ab­lauf bei: Wer das Kind fin­det, soll im Ver­steck blei­ben. Wei­te­re vor­ge­schla­ge­ne Spie­le lau­te­ten „Men­schen­me­mo­rie“oder „Pan­to­mi­me mit Sze­nen aus dem Fern­se­hen“.

Nach ih­rer Spie­le­bus­tour möch­te das Team al­le Spie­le zu­sam­men­tra­gen und in ei­nem Buch wie „Häf­ler Spie­le für Häf­ler Kin­der“, ver­öf­fent­li­chen.

Die Ak­ti­on kam bei al­len gut an, auch wenn die Ent­täu­schung, dass das Spiel­zeug fehl­te, an­fangs groß war. „Ich kam vor­hin mit mei­nem Fahr­rad vor­bei, da sah ich mei­ne Freun­de und den Spiel­bus und woll­te so­fort mit­ma­chen. Auch wenn kein Spiel­zeug da ist, ha­ben wir zu­sam­men viel Spaß“, sag­te der Zehn­jäh­ri­ge Eli­as.

Am Don­ners­tag dür­fen die Kin­der in die Rol­le des „Spiel­platz-Che­ckers“schlüp­fen. Sie ma­len, bas­teln und schrei­ben auf, was auf ih­rer Spiel­wie­se noch al­les fehlt. „Die Lis­te rei­chen wir an die zu­stän­di­gen Äm­ter wei­ter und hof­fen, dass in Zu­kunft die Kin­der ei­nen Spiel­platz ha­ben, wie sie sich ihn vor­stel­len“, be­stä­tig­te Blu­mau­er-Gee­ne.

Au­ßer­dem bleibt zu hof­fen, dass das bö­se „NIX“den Schlüs­sel wie­der raus­rückt und die Kin­der an ihr Spiel­zeug kom­men.

FO­TO: LEA DILL­MANN

Die Kin­der des Spiel­bus­ses ne­ben dem bö­sen „NIX“.

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