Bür­ger­meis­ter zieht Zwi­schen­bi­lanz

Ge­org Ried­mann schlägt für Rat­hausare­al Voll­sor­ti­men­ter oder Ho­tel vor

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Erste Seite - Von Bri­git­te Wal­ters

Ge­org Ried­mann schlägt für Rat­hausare­al Voll­sor­ti­men­ter oder Ho­tel vor.

- Trotz ei­ner Pau­se von ei­nem Jahr hat die Ge­sprächs­run­de „I mein’ halt“des ehe­ma­li­gen Kreis­rats Ernst Ar­negger nichts an ih­rer At­trak­ti­vi­tät ein­ge­büßt. Zur ers­ten Run­de in die­sem Jahr sind am Mitt­woch mehr als 70 in­ter­es­sier­te Zu­hö­rer ins Ober­tor ge­kom­men. Als Ge­sprächs­part­ner hat­te Ar­negger Bür­ger­meis­ter Ge­org Ried­mann ein­ge­la­den, der über sei­ne ers­ten vier Jah­re in Mark­dorf be­rich­te­te, fer­ner ei­nen Aus­blick auf die zu­künf­ti­gen Auf­ga­ben gab.

Seit über zehn Jah­ren gibt es die­se Ge­sprächs­run­de, in der es dem ehe­ma­li­gen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten ge­lang, im­mer wie­der kom­pe­ten­te Re­fe­ren­ten zu ak­tu­el­len The­men zu ge­win­nen und in der je­de Mei­nungs­äu­ße­rung an­er­kannt und ak­zep­tiert wur­de.

Er wol­le kei­ne Zwi­schen­bi­lanz ge­ben, son­dern ihm sei an ei­ner in­ten­si­ven Fra­ge­run­de ge­le­gen, er­klär­te Bür­ger­meis­ter Ge­org Ried­mann gleich zu Be­ginn sei­ner Aus­füh­run­gen. Es folg­te ei­ne kur­ze Zu­sam­men­fas­sung wich­ti­ger kom­mu­na­ler Ent­schei­dun­gen und de­ren Um­set­zung. Da­bei bat Ried­mann die Bür­ger um Ver­ständ­nis, wenn es ge­le­gent­lich län­ger daue­re. Da­bei nann­te er als Bei­spiel die Er­stel­lung von Be­bau­ungs­plä­nen, bei der in­zwi­schen vie­le ge­setz­li­che Vor­ga­ben er­füllt wer­den müs­sen.

Kurz streif­te er den Schul­be­reich. Auf­grund ge­stie­ge­ner Kin­der­zah­len wird die Ja­kob-Gretser-Grund­schu­le zu­künf­tig vier- und die Grund­schu­le Leim­bach zwei­zü­gig be­trie­ben wer­den. Auf­grund des­sen und dem neu­en päd­ago­gi­schen Kon­zept müss­ten bei­de Stand­or­te gründ­lich sa­niert und über­ar­bei­tet wer­den. Auch bei den Kin­der­gär­ten ge­be es ei­nen stei­gen­den Platz­be­darf, dar­auf soll mit Er­wei­te­run­gen und ei­nem Neu­bau in Mark­dorf-Süd re­agiert wer­den, so Ried­mann.

Zur Ver­sor­gung der Ge­samt­stadt mit dem schnel­len In­ter­net, ha­be sich die Stadt der kreis­wei­ten Pla­nung an­ge­schlos­sen. Beim The­ma Ver­kehr stell­te Ried­mann fest, dass die Stadt nicht Ver­kehrs­be­hör­de sei und kei­ne Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung oder Tempokontrollen vor­neh­men darf. Aus­führ­lich ging Ried­mann auf die Ent­wick­lung, die schließ­lich zum Kauf des Bi­schof­schlos­ses führ­te, ein. Da­bei ver­deut­lich­te er, dass ein Ho­tel­be­trieb in die­ser Grö­ßen­ord­nung nicht wirt­schaft­lich be­trie­ben wer­den kön­ne, die Stadt kein ge­bo­re­ner Ho­tel­be­trei­ber sei und auch ei­nen sol­chen Be­trieb nicht sub­ven­tio­nie­ren dür­fe. Mit die­sem The­ma star­te­te auch die an­schlie­ßen­de ein­stün­di­ge Fra­ge­run­de. Da­bei stand die Be­fürch­tung im Mit­tel­punkt, dass die Stadt mit der Fi­nan­zie­rung der an­ste­hen­den In­ves­ti­tio­nen über­for­dert sei. Es gel­te, die Auf­ga­ben zu prio­ri­sie­ren und von Jahr zu Jahr zu ent­schei­den, was fi­nan­ziert wer­den kann, ent­geg­ne­te Ried­mann. Zu­dem ver­fü­ge die Stadt über er­heb­li­che Rück­la­gen und für den Schul­bau könn­ten auch Schul­den auf­ge­nom­men wer­den. Im Haus­halt sei­en für die nächs­ten Jah­re 50 Mil­lio­nen Eu­ro für In­ves­ti­tio­nen ein­ge­plant. Zur Zu­kunft des bis­he­ri­gen Rat­hausare­als wer­de die Ver­wal­tung dem Ge­mein­de­rat zwei Va­ri­an­ten vor­schla­gen – zum ei­nen Woh­nen und ei­nen Voll­sor­ti­men­ter oder zum an­de­ren ein Ho­tel. Da­zu soll es aber noch ei­ne spe­zi­el­le Un­ter­su­chung ge­ben. Ei­nen Bü­ro­kom­plex der Spar­kas­se an die­ser Stel­le kön­ne er sich der­zeit nicht vor­stel­len, er­klär­te Ried­mann. Zu­künf­tig wer­de es in der Stadt kein Ho­tel mehr ge­ben, kri­ti­sier­te ein Zu­hö­rer. Der Un­ter­neh­mer We­ber hät­te es an­ders ge­macht, so sei­ne Mei­nung. Es ge­be ei­nen Un­ter­schied zwi­schen wol­len und kön­nen, ent­geg­ne­te Al­bert We­ber. Das Ho­tel sei für sei­ne Fa­mi­lie ein Zu­schuss­be­trieb ge­we­sen, des­halb woll­te er nur wie­der in­ves­tie­ren, wenn er Al­lein­ei­gen­tü­mer ist. Der Ge­mein­de­rat woll­te den städ­ti­schen An­teil aber nicht ver­kau­fen. Es sei rich­tig, dass dar­auf­hin die Stadt Ver­ant­wor­tung über­nom­men und das wich­tigs­te Ge­bäu­de in der Stadt er­wor­ben ha­be.

Zum The­ma Ver­kehr, be­klag­ten sich An­woh­ner der Bern­hard­stra­ße, dass auf­grund von Tem­po 30 auf der B 33 ih­re Stra­ße als Aus­weich­stre­cke ge­nutzt wer­de. Der täg­li­che Lärm, Ver­kehr und die Er­schüt­te­run­gen sei­en nicht mehr trag­bar, er­klär­te ein An­woh­ner, er wünsch­te ei­nen Rück­bau der Stra­ße. Ein Um­bau mit Rad­weg und Park­buch­ten kön­ne erst er­fol­gen wenn die Sa­nie­rung der Stra­ße an­ste­he, er­klär­te Ried­mann.

FO­TO: BW

FO­TO: BW

Ak­tu­el­le The­men der Stadt ste­hen im Mit­tel­punkt bei „I mein’ halt“mit Bür­ger­meis­ter Ge­org Ried­mann und Ge­sprächs­lei­ter Ernst Ar­negger.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.