Kein schö­ner Ab­schied für In­go Ba­ckert

Rück­blick auf die Sai­son in der Fuß­ball-Be­zirks­li­ga Bo­den­see

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Regionalsport - Von Ke­vin Mül­ler

PFULLENDORF - Die Sai­son der Be­zirks­li­ga Bo­den­see ist zu En­de und auch die Re­le­ga­ti­ons­run­den sind ge­spielt. Zeit für ein Ab­schluss­fa­zit ei­ner tur­bu­len­ten und in­ten­si­ven Sai­son. Im zwei­ten Teil un­se­res Rück­bli­ckes: Die Ab­stei­ger FC Kluft­ern, SC Pfullendorf II und TuS Im­men­staad.

FC Kluft­ern: Nach zwei Jah­ren in der Be­zirks­li­ga muss der FC Kluft­ern wie­der den Gang in die Kreis­li­ga A an­tre­ten. 40 Punk­te wa­ren am En­de nicht ge­nug für den Klas­sen­er­halt und so stieg das Team von Spie­ler­trai­ner In­go Ba­ckert auf­grund des schlech­te­ren Tor­ver­hält­nis­ses ab. Ba­ckert re­sü­miert: „Die Sai­son war ein stän­di­ges Auf und Ab und lei­der stand am En­de der Ab­stieg. Wir ha­ben nicht ge­nug Punk­te ge­sam­melt, der Mann­schaft kann ich aber kei­nen Vor­wurf ma­chen. Sie hat im­mer al­les ge­ge­ben, wir sind aber letzt­end­lich mit un­se­ren be­schei­de­nen Mit­tel an un­se­re Gren­zen ge­sto­ßen.“Die Grün­de für den Ab­stieg hat Ba­ckert aus­ge­macht: „Wir ha­ben zu vie­le Spie­le zu leicht­sin­nig her­ge­schenkt. Wenn ich zu­rück­bli­cke fällt mir zum Bei­spiel das Spiel ge­gen Deg­gen­hau­ser­tal ein, da ha­ben wir 5:0 ge­führt, dann ist D’tal bis auf 5:3 ran ge­kom­men und hat­te noch ei­ne Rie­sen­chan­ce zum 5:4. Dann hät­ten wir das Spiel wohl nicht mehr ge­won­nen. Lei­der war im­mer auch ein biss­chen Leicht­sin­nig­keit da­bei, die sich die Mann­schaft selbst auch nicht er­klä­ren konn­te.“

Nun blickt Ba­ckert mit ei­nem wei­nen­den Au­ge auf die Be­zirks­li­ga­zeit zu­rück: „Das hat schon viel Spaß ge­macht. Zu­mal in der Be­zirks­li­ga ja doch mehr Fuß­ball ge­spielt wird als in der Kreis­li­ga. Aber es ist schon bru­tal, wenn fünf Mann­schaf­ten ab­stei­gen müs­sen, das ist fast ein Drit­tel der Li­ga.“Den Ver­such des di­rek­ten Wie­der­auf­stiegs muss der FC Kluft­ern oh­ne In­go Ba­ckert schaf­fen. „Wir ha­ben uns schon ei­ni­ge Spie­le vor Sai­son­en­de dar­auf ge­ei­nigt, dass wir nach dem letz­ten Spiel­tag ge­trenn­te We­ge ge­hen und Kluft­ern mit ei­nem neu­en Trai­ner wei­ter­macht. Wir woll­ten ei­nen sau­be­ren Cut, lei­der konn­te ich der Mann­schaft aber nicht mehr zum Klas­sen­er­halt hel­fen. Ich selbst neh­me jetzt ei­ne Aus­zeit vom Fuß­ball, da ich be­ruf­lich sehr ein­ge­spannt bin“, so Ba­ckert.

Neu­er Trai­ner wird der ehe­ma­li­ge Fuß­ball­pro­fi Achim Glück­ler, der in den 80’er-Jah­ren un­ter an­de­rem beim VfB Stutt­gart und beim Karls­ru­her SC als Stür­mer auf To­re­jagd ging.

SC Pfullendorf II: Die wohl bit­ters­te Sai­son der Ver­eins­ge­schich­te liegt hin­ter dem SC Pfullendorf. So­wohl die ers­te Mann­schaft als auch die zwei­te Gar­de sind ab­ge­stie­gen. Für das einst so hoch ge­lob­te F-Team geht es in der nächs­ten Sai­son in der Kreis­li­ga A als SC Pfullendorf II wei­ter, der Be­griff „F-Team“ge­hört der Ver­gan­gen­heit an. Mit dem neu­em Trai­ner Jür­gen Posch wird der Wie­der­auf­stieg an­ge­strebt, nach­dem Öner To­pal hat das Hand­tuch ge­wor­fen und den Ver­ein für Tür­kiy­em­spor Bad Saul­gau ver­las­sen hat (wir be­rich­te­ten). Auf die Sai­son blickt To­pal kri­tisch zu­rück: „Wir hat­ten un­se­re Hö­hen und Tie­fen. Vor al­lem in den Der­bys wa­ren wir gut un­ter­wegs und ha­ben uns or­dent­lich prä­sen­tiert. Aber es reicht halt nicht, wenn man­che Spie­ler mei­nen, sie müss­ten sich die gu­ten Spie­le her­aus pi­cken, kom­men da zum F-Team und wenn mal zwei­kampf­in­ten­si­ve Par­ti­en an­ste­hen, dann hat man plötz­lich kei­ne Zeit oder Lust. Teil­wei­se ha­be ich mich wirk­lich im Stich ge­las­sen ge­fühlt von der ers­ten Mann­schaft. Wir hat­ten oft Per­so­nal­pro­ble­me, aber ei­ni­ge Spie­ler mein­ten, sie sei­en et­was Bes­se­res und woll­ten nicht aus­hel­fen. Und nur mit A-Ju­nio­ren im Team schafft man den Klas­sen­er­halt auch nicht un­be­dingt.“Des­halb auch der Rück­tritt. To­pal: „Nach der Sai­son ha­ben wir uns zu­sam­men­ge­setzt und der Vor­stand hat mir er­klärt, dass wir bis­lang sie­ben Spie­ler für die neue Sai­son ha­ben, aber noch ein paar da­zu kom­men. Auf die­ser Grund­la­ge woll­te ich aber nicht wei­ter ma­chen, denn das ist mir zu va­ge. Ich will im­mer ei­ne gu­te Rol­le in der Li­ga spie­len, so funk­tio­niert das aber nicht. Ei­ne Sai­son wie die letz­te woll­te ich kein zwei­tes Mal durch­ma­chen.“

Mitt­ler­wei­leum­fasst der Ka­der der „Zwei­ten“19 Spie­ler.

Auf die Li­ga zu­rück­bli­ckend sagt To­pal: „Das war schon ein in­ten­si­ves Jahr. 34 Spie­le und dann wa­ren wirk­lich in­ten­si­ve Par­ti­en da­bei, in de­nen al­les im Zwei­kampf ab­ver­langt wur­de. Fünf Ab­stei­ger ist ei­ne Haus­num­mer und das En­de war für uns na­tür­lich ent­täu­schend.“

TuS Im­men­staad: Nach dem Auf­stieg im ver­gan­ge­nen Som­mer, muss der TuS Im­men­staad di­rekt wie­der in die Kreis­li­ga A zu­rück. Nur sechs Punk­te hol­te die Mann­schaft in der ers­ten Sai­son­hälf­te, da­mals noch un­ter Trai­ner Da­ni­el Schmid. Im Win­ter trenn­ten sich dann die We­ge von Schmid und Im­men­staad, Nach­fol­ger wur­de Ewald Hei­che­le. Und mit Hei­che­le kam der Er­folg zu­rück: 23 Punk­te wa­ren es in der zwei­ten Sai­son­hälf­te, aber der Rück­stand war schlicht­weg zu groß, da das ret­ten­de Ufer am En­de bei 40 Punk­ten lag. Den­noch: Un­zu­frie­den ist Ewald Hei­che­le nicht: „Ich kann der Mann­schaft nur ein Kom­pli­ment ma­chen. Wer mit so gro­ßem Rück­stand in die Rück­run­de geht und teil­wei­se noch so gu­te Leis­tun­gen zeigt, der hat doch ei­ni­ges rich­tig ge­macht. Wir ha­ben uns gut ver­kauft, ir­gend­wann ha­ben wir aber ge­merkt, dass trotz un­se­rer Sie­ge, die an­de­ren Mann­schaf­ten wei­ter punk­ten und wir den Ab­stand nicht schnell ge­nug ver­rin­gern kön­nen.“Hei­che­le blickt trotz des Ab­stiegs ger­ne auf die Sai­son zu­rück: „Das war schon ei­ne Ham­mer­sai­son. Die Lan­des­li­ga-Ab­stei­ger mit Den­kin­gen, Über­lin­gen und Hil­zin­gen ha­ben der Li­ga noch­mal ein ganz an­de­res Ni­veau ge­ge­ben. Da­zu die eta­blier­ten, star­ken Be­zirks­li­gis­ten, das war ei­ne ech­te Her­aus­for­de­rung. Mei­ne Mann­schaft konn­te ei­ni­ges ler­nen und das neh­men wir mit in die Kreis­li­ga A.“

Mit der Vor­be­rei­tung auf die Kreis­li­ga-Sai­son star­tet der TuS Im­men­staad am hei­ti­gen Frei­tag. „Wir fan­gen recht früh an, aber wir wol­len auch beim Mark­dorf-Cup da­bei sein und dort nicht rei­nes Ka­no­nen­fut­ter sein. Da­her trai­nie­ren wir schon mal, da­nach ha­ben die Spie­ler aber noch­mal et­was Pau­se zum Durch­at­men.“

Ver­zich­ten muss der TuS Im­men­staad in der neu­en Sai­son auf Tor­hü­ter Jan Ne­gra­ßus, der zum FC Über­lin­gen wech­selt. Neu im Team sind dann Ni­k­las Mess­mer (VfB Fried­richs­ha­fen) und Ni­co Wei­mer (SC Mark­dorf ).

SZ-AR­CHIV­FO­TO: KRAM

Spie­ler­trai­ner In­go Ba­ckert (re.) stieg mit dem FC Kluf­ten vor zwei Jah­ren in die Be­zirks­li­ga auf - und jetzt wie­der ab. Ba­ckert nimmt sich jetzt erst­mal ei­ne Trai­ner­aus­zeit. Neu­er Mann auf der Trai­ner­bank des FCK ist ExPro­fi Achim Glück­ler.

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