Bun­des­rat bil­ligt Ehe für Ho­mo­se­xu­el­le

CSU ver­langt ver­fas­sungs­recht­li­che Über­prü­fung – Stan­des­be­am­te hal­ten das Ge­setz für ei­nen „hand­werk­li­chen Flop“

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Erste Seite -

(epd/dpa) - Der Weg für die „Ehe für al­le“ist frei. Der Bun­des­rat bil­lig­te am Frei­tag die Öff­nung der Ehe für Schwu­le und Les­ben, die vor ei­ner Wo­che im Bun­des­tag be­schlos­sen wor­den war. Künf­tig kön­nen ho­mo­se­xu­el­le Paa­re hei­ra­ten und auch ge­mein­sam Kin­der ad­op­tie­ren. In der Bun­des­rats­de­bat­te kam Kri­tik vom baye­ri­schen Jus­tiz­mi­nis­ter Win­fried Baus­back (CSU) am „Hau­ruck-Ver­fah­ren“vor der Som­mer­pau­se: „Das vom Grund­ge­setz aus gu­tem Grund be­son­ders ge­schütz­te In­sti­tut der Ehe, de­ren Tra­di­ti­on bis in die An­ti­ke zu­rück­reicht, hat mehr Re­spekt ver­dient.“Baus­back kün­dig­te ei­ne ver­fas­sungs­recht­li­che Prü­fung an. Nach An­sicht Bay­erns und Tei­len der Uni­ons­par­tei­en ist für die Öff­nung der Ehe ei­ne Grund­ge­setz­än­de­rung not­wen­dig.

Der Bun­des­ver­band der Stan­des­be­am­ten sieht bei der Um­set­zung vor al­lem prak­ti­sche Pro­ble­me. „Das Ge­setz ist hand­werk­lich ein Flop, weil jeg­li­che Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen feh­len“, sag­te Ver­bands­ge­schäfts­füh­rer Ger­hard Ban­gert am Frei­tag. For­mu­la­re, Vor­dru­cke und die Soft­ware der Stan­des­äm­ter müss­ten ge­än­dert wer­den. Ban­gert ver­wies dar­auf, dass et­wa aus „Ehe­frau“und „Ehe­mann“über­all „Ehe­part­ner“ge­macht wer­den müs­se. Auch müs­se zu­sätz­lich ein wei­te­res Da­ten­feld „Ge­schlecht männ­lich/ weib­lich“ein­ge­fügt wer­den. „Nor­ma­ler­wei­se bräuch­te man für sol­che Ve­rän­de­run­gen neun Mo­na­te Zeit.“

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