So­zia­le The­men ste­hen im Fo­kus

Kan­di­da­ten für den Bun­des­tag dis­ku­tie­ren auf dem Po­di­um von Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus und SZ

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Bri­git­te Wal­ters

- Mit ei­ner ers­ten gro­ßen Po­di­ums­dis­kus­si­on hat am Frei­tag der Bun­des­tags­wahl­kampf in Mark­dorf be­gon­nen. Ein­ge­la­den hat­ten das Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus (MGH) und die „Schwä­bi­sche Zei­tung“die Kan­di­da­ten des hei­mi­schen Wahl­krei­ses. Die Vor­stel­lun­gen zur So­zi­al­po­li­tik stan­den im Mit­tel­punkt. Da­zu wa­ren ge­kom­men: Mar­kus Böh­len (Grü­ne), Le­on Hahn (SPD), Clau­dia Haydt (Die Lin­ke), Lothar Rieb­sa­men (CDU) und Chris­ti­an Stef­fen-Stiehl (FDP). Mo­de­riert wur­de die Ver­an­stal­tung von Re­na­te Hold (MGH) und Ju­lia Frey­da, SZRe­dak­ti­on Mark­dorf.

Es sei gut, dass die Par­tei­en über die ver­schie­de­nen Po­li­tikthe­men in­for­mie­ren mit den Bür­gern dis­ku­tie­ren und nicht Ängs­te schü­ren, stell­te Bür­ger­meis­ter Ge­org Ried­mann bei der Be­grü­ßung fest. Er sei ge­spannt wie sich die Kan­di­da­ten dar­stel­len. Im Be­reich So­zia­les sei es wich­tig, dass der Staat Leit­plan­ken auf­baue, da­mit Chan­cen­gleich­heit, Bil­dung und Aus­bil­dung für al­le mög­lich ist. Ein wei­te­res Pro­blem sei das Feh­len von Fach­kräf­ten in der Pfle­ge. Der Bür­ger­meis­ter ap­pel­lier­te, am 24. Sep­tem­ber zur Wahl zu ge­hen.

Kon­zep­te ge­gen Al­ters­ar­mut

Bei der ers­ten Fra­ge­run­de dreh­te es sich um die Al­ters­ar­mut. Es sei wich­tig, mög­lichst vie­le Men­schen in Ar­beit zu brin­gen, dies be­deu­te mehr Bei­trä­ge für die Ren­te, stell­te Lothar Rieb­sa­men (CDU) fest. Auf­grund der De­mo­gra­fie wer­de in Zu­kunft die Zahl der Rent­ner stei­gen und die Zahl der Bei­trags­zah­ler zu­rück­ge­hen. Des­halb gel­te es, ei­ne Lö­sung zu fin­den, die al­len ge­recht wer­de, so gel­te es die Grund­si­che­rung im Al­ter an­zu­pas­sen. Die Ar­mut wer­de auf­grund der ho­hen Mie­ten noch zu­neh­men, pro­phe­zei­te Chris­ti­an Stef­fen-Stiehl (FDP). Des­halb soll­ten die Bür­ger nicht nur auf die staat­li­che Vor­sor­ge set­zen. Da­bei gel­te es, die pri­va­te Vor­sor­ge we­ni­ger auf die Grund­si­che­rung an­zu­rech­nen. Er ha­be den Ein­druck, dass sich Ar­mut ver­ste­cke und ein Teil der Be­dürf­ti­gen gar nicht die Mög­lich­keit der Grund­si­che­rung in An­spruch neh­me, stell­te Mar­kus Boh­len (Grü­ne) fest. Ar­mut sei kein The­ma der Zu­kunft, son­dern ak­tu­ell, sag­te Le­on Hahn (SPD). Des­halb set­ze sich die SPD für ei­ne An­he­bung des Ren­ten­ni­veaus ein. Vie­le Bür­ger könn­ten auf­grund des nied­ri­gen Ein­kom­mens kei­ne pri­va­te Vor­sor­ge tref­fen, er­klär­te Clau­dia Haydt (Die Lin­ke). Des­halb gel­te es, das So­li­dar­prin­zip zu stär­ken.

Im MGH tref­fen sich auch zahl­rei­che Flücht­lin­ge, so dreh­te sich die nächs­te Fra­ge um ei­ne bes­se­re Blei­be­per­spek­ti­ve für sie. Da wa­ren sich fast al­le Kan­di­da­ten ei­nig, es muss ein Ein­wan­de­rungs­ge­setz ge­ben, bei der CDU soll der Fo­kus auf dem Zu­zug von Fach­kräf­ten lie­gen. Asyl­be­wer­ber, die kei­nen An­spruch ha­ben, müs­sen zu­rück­ge­schickt wer­den, steht für den FDP- und den CDUKan­di­da­ten fest. Die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen, ent­spre­che un­se­rer christ­li­chen Tra­di­ti­on, sag­te der SPD-Kan­di­dat, es gel­te, sie mög­lichst schnell zu in­te­grie­ren. Die Ur­sa­chen der Flucht soll­ten in den Hei­mat­län­dern be­kämpft wer­den, wünsch­te sich der Kan­di­da­ten der Grü­nen.

Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf

Die Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf sei ei­ne Auf­ga­be für die gan­ze Ge­sell­schaft, stell­te Mar­kus Böh­len fest. Mit ei­nem flä­chen­de­cken­den An­ge­bot von ge­büh­ren­frei­en Ki­tas will Le­on Hahn den Fa­mi­li­en hel­fen. Die Struk­tur des Be­treu­ungs­sys­tems soll­te noch ver­bes­sert wer­den, wünsch­te sich Clau­dia Haydt. Lothar Rieb­sa­men ver­wies dar­auf, dass in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zahl­lo­se Kin­der­ta­ges­stät­ten ge­schaf­fen wur­den, so­dass sich die Si­tua­ti­on deut­lich ver­bes­sert ha­be. Fle­xi­ble­re Be­treu­ungs­zei­ten wünsch­te sich Chris­ti­an Stef­fen-Stiehl. Zu­dem will die FDP ein Bür­ger­geld ein­füh­ren, um be­son­ders Al­lein­er­zie­hen­de zu un­ter­stüt­zen.

Da­mit es wie­der mehr So­zia­len Woh­nungs­bau gibt, will die SPD die Ge­mein­nüt­zig­keit für Woh­nungs­un­ter­neh­men wie­der ein­füh­ren. Je­des Jahr müs­sen 250 000 Woh­nun­gen ge­schaf­fen wer­den, steht für die Lin­ke fest. Mit Er­leich­te­run­gen für Ge­mein­den, Ab­schrei­be­mög­lich­kei­ten und fi­nan­zi­el­ler Un­ter­stüt­zung des Bun­des will die CDU wei­te­ren Wohn­raum schaf­fen. Der­zeit sei­en die ge­setz­li­chen Auf­la­gen und Stan­dards zu hoch, so­dass kei­ne be­zahl­ba­ren Miet­woh­nun­gen ge­baut wer­den kön­nen, steht für die FDP fest. Gleich ei­ne Mil­li­on Woh­nun­gen wol­len die Grü­nen in den nächs­ten zehn Jah­ren bau­en.

FO­TO: WAL­TERS

Zum The­ma So­zia­les dis­ku­tie­ren un­ter der Lei­tung von Re­na­te Hold (links) und Ju­lia Frey­da (rechts) die Kan­di­da­ten Chris­ti­an Stef­fen-Stiehl (FDP), Clau­dia Haydt (Die Lin­ke), Lothar Rieb­sa­men (CDU), Le­on Hahn (SPD) und Mar­kus Böh­len (Grü­ne).

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