Car­mi­na Bura­na in der hei­ßen Pro­ben­pha­se

Am 15. Ju­li ist Pre­mie­re für Carl Orffs Klas­si­ker in der al­ten Sport­hal­le des BZM

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf -

(hv) - Die „Car­mi­na Bura­na“, das Ge­mein­schafts­pro­jekt der Mu­sik­freun­de Mark­dorf und der Stadt­ka­pel­le Mark­dorf, ist in der hei­ßen Pha­se. Ei­ne Wo­che vor der Pre­mie­re hat die Schwä­bi­sche Zei­tung die Re­gis­seu­rin Isa­bell Mar­quardt und den mu­si­ka­li­schen Lei­ter Uli Voll­mer zum Ge­spräch ge­trof­fen.

Uli Voll­mer strahlt Ru­he aus, die 170 Mit­wir­ken­den sind fest am Pro­ben, die sze­ni­sche Um­set­zung steht. Doch so ganz ru­hig ist er nicht, denn die ein­zi­ge Auf­füh­rung fällt punkt­ge­nau auf den See­ha­sen­fest-Sams­tag in Friedrichshafen, zu­dem ha­ben in­ner­halb ei­nes Jah­res schon in Meers­burg, Kress­bronn und zu­letzt in Friedrichshafen un­ter­schied­li­che Grup­pen die Car­mi­na auf­ge­führt – und jetzt auch noch Mark­dorf. Ei­gent­lich war das gro­ße Event, das so wun­der­bar ins Mark­dor­fer Ju­bi­lä­ums­jahr passt, für den Ok­to­ber ge­plant, doch da wä­ren das Ora­to­ri­um Saul des Kir­chen­chors und ein gro­ßes Lu­ther-Kon­zert, das Voll­mer auf­führt, zu dicht bei­ein­an­der ge­le­gen. Da­her hat sich Voll­mer mit ei­nem wei­nen­den Au­ge auf den Ju­li-Ter­min zu­rück­ge­zo­gen. Aber: Was er und Isa­bell Mar­quardt an die­sem Mor­gen er­zäh­len, weckt den oh­ne­dies vor­han­de­nen Ap­pe­tit, auch wenn man schon meh­re­re Car­mi­nas ge­hört hat.

Mark­dorf wird an­ders, es wird span­nend, gleich, ob man ver­glei­chen will oder die mit­rei­ßen­de Car­mi­na zum ers­ten Mal er­lebt. „Kei­ne Kon­kur­renz, son­dern ei­ne Al­ter­na­ti­ve“, sagt Voll­mer.

Er hat die Ge­samt­lei­tung für das Pro­jekt, das Di­ri­gat hat er an Rei­ner Ho­be ab­ge­ge­ben. Die Drit­te im Bun­de, Isa­bell Mar­quardt aus Über­lin­gen, die auch die Frau­en­par­tie sin­gen wird, ist hier von vor­an­ge­gan­ge­nen Pro­duk­tio­nen noch in bes­ter Er­in­ne­rung. Was ih­re Re­gie­ar­beit an­be­langt, sprüht sie vor Ide­en. Sie will die Car­mi­na ganz in der Ge­gen­wart, in un­se­rer Ge­sell­schaft an­ge­sie­delt wis­sen, will kein Mit­tel­al­ter­spek­ta­kel, son­dern zei­gen, dass die Aus­sa­ge des be­kann­tes­ten Wer­kes von Carl Orff, der Lob­preis auf den Früh­ling, die Ta­fel­freu­den und die Lie­be, uns auch heu­te sehr viel zu sa­gen hat. Die Sän­ger sol­len wis­sen, wo­von sie sin­gen, und es her­über­brin­gen – dar­auf legt Voll­mer gro­ßen Wert. Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis sind im Pro­gramm­heft auch die la­tei­ni­schen und deut­schen Tex­te samt Er­klä­run­gen ab­ge­druckt. Im Mit­tel­punkt steht das Glücks­rad, das auf die Büh­ne pro­ji­ziert wird und auf dem die Sän­ger und Tän­zer sich sze­nisch be­we­gen, sicht­bar ma­chen, wie das Glücks­rad mit den Men­schen um­geht, sie hoch­hebt oder wie­der fal­len lässt. Ei­ne Be­son­der­heit wird sein, dass der Ma­ler An­to­nio Zec­ca als Be­trach­ter da­bei ist, sich von dem, was auf der Büh­ne ge­schieht, in­spi­rie­ren lässt und live Bil­der da­zu malt. Isa­bell Mar­quardt und Uli Voll­mer ha­ben ihn im Ate­lier be­sucht und er­zäh­len be­geis­tert von sei­ner ein­drucks­vol­len, be­rüh­ren­den Ma­le­rei. Al­les trägt da­zu bei, die Poe­sie des Wer­kes wir­ken zu las­sen.

Bis da­hin fol­gen noch har­te Pro­ben­ta­ge bis zur Pre­mie­re, die zu­gleich die ein­zi­ge Vor­stel­lung sein wird. Voll­mer woll­te das Ri­si­ko ei­ner dünn be­such­ten Zweit­vor­stel­lung nicht ein­ge­hen. Scha­de um so viel Auf­wand für ei­ne ein­zi­ge Auf­füh­rung, aber sie wird sich für die Be­su­cher ganz si­cher loh­nen.

Die Auf­füh­rung fin­det am 15. Ju­li in der al­ten Sport­hal­le des Bil­dungs­zen­trums statt, Be­ginn ist um 19.30 Uhr.

FO­TO: HEL­MUT VOITH

Be­geis­tert er­zäh­len sie von der be­vor­ste­hen­den Auf­füh­rung der „Car­mi­na Bura­na“: Uli Voll­mer und Isa­bell Mar­quardt.

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